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Augsburg

09.12.2019

Tödliche Prügelattacke in Augsburg: Alle Verdächtigen in U-Haft

In mehreren Polizei-Kleinbussen wurden die Tatverdächtigen zum Gerichtsgebäude gebracht.
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In mehreren Polizei-Kleinbussen wurden die Tatverdächtigen zum Gerichtsgebäude gebracht.
Bild: Annette Zoepf

Bei einer Prügelattacke in Augsburg wurde ein Feuerwehrmann getötet. Ein einziger Schlag gegen den Kopf des Opfers war offenbar tödlich. Sieben Verdächtige sitzen jetzt in U-Haft.

Nach der tödlichen Attacke am Augsburger Königsplatz sitzen nach Informationen unserer Redaktion inzwischen alle sieben Verdächtige in Untersuchungshaft. Aus der siebenköpfigen Gruppe heraus erfolgte nach Erkenntnissen der Polizei der Angriff auf den 49-jährigen Feuerwehrmann der Augsburger Berufsfeuerwehr. Der Getötete war am Freitagabend mit seiner Frau und Freunden privat auf dem Christkindlesmarkt unterwegs. Am Kö soll es zu einem Streit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen gekommen sein. Ein 17-Jähriger soll dem 49-Jährigen einen Schlag gegen den Kopf verpasst haben, der zum Tod des Mannes führte.

Nach Informationen unserer Redaktion sollen die Jugendlichen alkoholisiert gewesen sein. Auch heißt es, der eine Schlag sei für den Tod des Feuerwehrmannes verantwortlich, nicht also der Aufprall auf dem Boden.

Ein 49-jähriger Feuerwehrmann ist am Freitagabend am Königsplatz in Augsburg von einer Gruppe junger Männer attackiert worden und ums Leben gekommen. Gerhard Zintl, Leiter der Augsburger Kriminalpolizei, und Rolf Werlitz, Leitender Oberstaatsanwalt, berichten im Video über die Hintergründe und den Stand der Ermittlungen.
Video: Sandra Liermann

Nach intensiven Ermittlungsmaßnahmen der 20-köpfigen Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizei Augsburg sei es gelungen, die Identität der gesuchten siebenköpfigen Personengruppe weitestgehend festzustellen, heißt es von der Polizei. Der mutmaßliche Haupttäter, 17 Jahre alt, hat nach Informationen unserer Redaktion sowohl die türkische, die libanesische als auch die deutsche Staatsangehörigkeit. Ein zweiter Festgenommener, ebenfalls 17, die italienische. Beide sind polizeibekannt. Nach Informationen unserer Redaktion sollen sie bisher unter anderem durch Drogendelikte aufgefallen sein. Unter den Festgenommenen ist auch ein 19-Jähriger, der sich selbst stellte.

Tödliche Prügelattacke in Augsburg: Polizei nutzte Überwachungsvideos

Zunächst hatte es geheißen, dass die Ermittlungen wegen Körperverletzung mit Todesfolge laufen sollten. Am Montagnachmittag erfuhr unsere Redaktion allerdings, dass alle sieben Verdächtigen wegen Totschlags bzw. Beihilfe dazu in Untersuchungshaft gegangen sind.

Am Sonntag Vormittag gedachten Mitglieder der Augsburger Berufsfeuerwehr am Königsplatz ihres getöteten Kollegen.
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Augsburger Feuerwehrleute gedenken ihres getöteten Kollegen
Bild: Michael Hochgemuth

Auf die Spur kam die Kriminalpolizei den Jugendlichen, indem sie Videos der Überwachungskameras auf dem Platz auswertete. Mit deren Hilfe sowie „interner Fahndungsmaßnahmen“ habe man am frühen Sonntagnachmittag sowohl den mutmaßlichen Haupttäter als auch einen weiteren Verdächtigen festnehmen können. Später erfolgte die Festnahme der weiteren jungen Männer. Nach Informationen unserer Redaktion gibt es auch ein Handyvideo eines Zeugen, das den Ablauf der Tat zeigt.

Festnahme in Augsburg: Mutmaßlicher Täter ist ein polizeibekannter 17-jähriger Augsburger

Ein Flüchtlingshintergrund – wie er unmittelbar nach der Tat in sozialen Netzwerken vielfach unterstellt wurde – scheint nicht vorzuliegen. Die Verdächtigen sind dem Vernehmen nach in Augsburg geboren und aufgewachsen.

Nach den Ermittlungen der Polizei kam der Mann mit seiner Frau und einem befreundeten Ehepaar am Freitag gegen 22.40 Uhr auf dem Heimweg vom Christkindlesmarkt am Königsplatz vorbei. Der Ort in der Innenstadt, wo sich die Drogenszene, aber auch viele Jugendliche treffen, gilt als relativ kriminalitätsbelastet, wobei Passanten bisher zumeist unbehelligt blieben. Laut Polizei kam es dort zu einem verbalen Streit mit der siebenköpfigen Gruppe. Einer der Jugendlichen schlug dem 49-Jährigen gegen den Kopf, woraufhin dieser stürzte. Der 50-jährige Begleiter des Todesopfers wurde durch Schläge ins Gesicht verletzt, die beiden Frauen blieben körperlich unverletzt. Die Ehefrau des Getöteten war aufgrund ihrer Traumatisierung nicht vernehmungsfähig.

Der Hauptverdächtige hat vor dem Ermittlungsrichter keine Angaben zur Sache gemacht. Sein Anwalt, der Augsburger Verteidiger Marco Müller, sagt auf Anfrage unserer Redaktion, er könne zum jetzigen Verfahrensstand keine Angaben zur Sache machen. Nur soviel: Sein Mandant habe den 49-Jährigen sicher nicht töten wollen. Felix Dimplf, Anwalt eines weiteren 17-jährigen Jugendlichen, der am Sonntag mit als erstes festgenommen worden war, sagt, sein Mandant sei an keiner körperlichen Auseinandersetzung beteiligt gewesen.

Die Menschen in Augsburg sind tief bestürzt über die Gewalttat am Königsplatz.
Video: Elena Winterhalter

Feuerwehrmann in Augsburg getötet: Kollegen trauern

Die Tat löste weit über die Stadt hinaus Bestürzung aus. Das Todesopfer war Mitglied der Augsburger Berufsfeuerwehr. Am Sonntag versammelten sich mehr als 100 Feuerwehrleute nahe des Tatorts und gedachten schweigend ihres Kollegen. Am Königsplatz erinnert ein Kerzenmeer an das Opfer, Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren zeigten im Internet ihre Betroffenheit.

Am Freitagabend ist ein Mann am Königsplatz nach einer körperlichen Auseinandersetzung gestorben. Er arbeitete bei der Augsburger Berufsfeuerwehr. Am Sonntag gedenken die Kameraden dem verstorbenen Kollegen.
Video: Michael Hochgemuth

Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl sagte, die Gewalttat in der Innenstadt „ist bestürzend und macht fassungslos“. Auch Ministerpräsident Markus Söder und Bundesinnenminister Horst Seehofer äußerten sich: „Was mich wirklich aufgewühlt hat, ist, dass in Augsburg ein friedfertiger Bürger totgeschlagen wurde, schlichtweg totgeschlagen wurde“, sagte Seehofer.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann führt den schnellen Fahndungserfolg auch auf die Videoüberwachung zurück. „Wir haben das immer gefordert, und solche Fälle zeigen, dass sich die Forderung als richtig erwiesen hat“, sagte der CSU-Politiker unserer Redaktion.

In einer aktuellen Folge unseres Podcasts erklärt Reporter Stefan Krog die Hintergründe der Tat am Königsplatz – und erzählt, wie Journalisten mit dem Fall umgehen. Den Podcast "Augsburg, meine Stadt" finden Sie auf Spotify, iTunes und überall sonst, wo es Podcasts gibt.

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Die Diskussion ist geschlossen.

10.12.2019

Zu BERND KNOEDEL und MAJA S: Ja, Sie haben Recht, da war ich etwas zu pauschal unterwegs.

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10.12.2019

An Bernd Knoedel:

Laut Wikipedia ist es so:

Israel liegt auf einer Landbrücke zwischen Asien und Afrika am östlichen Rand des Mittelmeeres. Damit zählt es geographisch zu Vorderasien, geologisch aber zu Afrika, da es auf der afrikanischen Kontinentalplatte liegt.

Raimund Kamm

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10.12.2019

Die Bürger haben es satt, immer nur Opfer zu sein und wenn man Zivilcourage zeigt, erntet man auch noch Spott und Hohn...Die Kameraden der Feuerwehr in Augsburg und in ganz Deutschland haben nach ihrem Herzen gehandelt und Trauer bekundet...Das ist Wo waren den die Politiker, die immer zur Stelle sind, wenn was passiert...In erster Linie ist Trauer angesagt und Solidarität für die betroffenen Familien...Es hätte jeden von uns treffen können...Hass und Hetze ist immer schlecht...Aber ein neues Faß aufzumachen und nicht die Täter an den Pranger zu stellen, sondern auf die rechte Szene mit dem Finger zu zeigen, ist der brutalen Tat und den brutalen Schlägern nicht angemessen und ist auch moralisch verwerflich...Ich gehe heute zum Königsplatz und gedenke dem Opfer...

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10.12.2019

Gebe Ihnen recht, dass da Opfer und die Angehörigen viel zu Kurz kommen. Und es hätte jeden treffen können.
Das Problem ist aber, dass von rechts und der AfD die Tat instrumentalisiert wird! Es wird gegen Unschuldige und Unbeteiligte gehetzt! Wieso wird immer wieder auf Flüchtlinge und Asylanten Bezug genommen, wenn diese gar nicht daran beteiligt waren?
Das ist für mich moralisch verwerflich, wenn Unbeteiligte beschuldigt werden. Kleines Beispiel:

Facekbook-Post von Georg Pazderski - AfD!!

+++ Blutspur der "jungen Männer" +++

Eine „Gruppe junger Männer“ schlägt in #Augsburg einen Feuerwehrmann im Beisein seiner Ehefrau tot. Die Herkunft der Täter wird verschwiegen, bis es nicht mehr geht ...

Seit 2015 sind Mord, Totschlag und Vergewaltigungen durch Ausländer, meist sog. “Schutzsuchende“ und „Traumatisierte“, an der Tagesordnung.

Nur die AfD kann das beenden.


Ursprünglich gab es den Zusatz "bis es nicht mehr geht" nicht.

Selbst hier im Forum sind gleich Kommentare aufgetaucht wie "Danke Frau Merkel für 2015". Auf bestimmten Facebookseiten noch viel eindeutiger, obwohl noch keine Täter und Täterbeschreibungen feststanden.
Das Opfer wird von Frau Weidel als Opfer von Migrantengewalt bezeichnet. Die Täter sind Eingeborene, gebürtige Augsburger. Das Problem existiert bereits seit mindestens 20 Jahren und kommt in erster Linie von einer langsamen Kuscheljustiz.
Eine SCHNELLE und durchgreifende Justiz im Kinder- und Jugendbereich wäre in Verbindung mit Sozialarbeit die schärfste Waffe um die Zahl der kriminellen Intensivtäter, von denen die meiste Bedrohung ausgeht, zu reduzieren bzw. deren Karrieren zu beenden bevor sie überhaupt beginnen.

Jeder ist für SEINE Taten verantwortlich. Nur für SEINE und nicht für die anderer. SOLLTE man als Deutscher wissen!

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10.12.2019

Da gibt es doch den Satz "Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein". Wer vorsätzlich zu schnell durch eine Tempo 30 Zone fährt und dabei ein Kind tötet, soll der auch lebenslang weggesperrt werden? Oder mit etwas zu viel Alkohol am Steuer sitzt und jemand tötet, auch wegsperren? Oder oder oder. Haben die "Wegsperrschreier" in ihrem ganzen Leben noch nie was gemacht was das Leben eines anderen Menschen gefährdet hat? Nie zu schnell gefahren? Nie zu dicht aufgefahren? Nie ein Kind kurz mal nicht richtig beaufsichtigt?
Man darf diesen 7 Tätern diesen Mord an dem Feuerwehrmann nicht durchgehen lassen. Und vielleicht müssen die Gesetze auch verschärft werden. Die Prävention, Videoüberwachung und die Polizei müssen gestärkt und ausgebaut werden. Wer für diesen Mord jedoch pauschal lebenslang fordert, muss für jeden vorsätzlichen Mord, also auch für Morde mit dem PKW als Waffe, lebenslang fordern.
Aber der Satz mit dem ersten Stein stammt ja von einem nordafrikanischen Juden. Der hat natürlich für uns im christlichen Abendland keine Bedeutung.

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10.12.2019

"Aber der Satz mit dem ersten Stein stammt ja von einem nordafrikanischen Juden"

Der Staat Israel, sowohl der aktuelle als auch der historische liegt in Asien und nicht in Nordafrika.

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10.12.2019

Herr S., Sie sollten aufhören unzutreffender Weise die Tat als 'Mord' zu bezeichnen. Das war sie nämlich eher nicht. Gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge wird in Betracht kommen oder wie zuletzt kolportiert Totschlag (so eine Tötungsabsicht angenommen werden muss - billigendes Inkaufnehmen gilt entsprechend).

Wenn Sie aber einen Mord (qualifizierende Merkmale wie Mordlust, Befriedigung des Geschlechtstriebs, Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, Heimtücke, Grausamkeit, mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken erforderlich nach § 211 Abs. 2 StGB) für gegeben halten, dann ist lebenslang das vorgesehene Strafmaß (§211 Abs. 1 StGB).

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10.12.2019

Zu BERND KNOEDEL und MAJA S: Ja, Sie haben beide Recht, da war ich etwas zu pauschal unterwegs.

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10.12.2019

Volle Zustimmung und Danke, dass Sie den Blick weiten!

Raimund Kamm

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09.12.2019

Es ist leider zu befürchten, dass die zu verhängende Jugendstrafe als nicht gerecht empfunden werden wird.

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09.12.2019

Gut das wir einen Rechtsstaat haben und die ganzen Hetzer (noch) nichts zu sagen haben. Respekt und großes Kompliment für die Polizei.

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09.12.2019

Zustimmung!

Natürlich ist auch eine solche Tat erschütternd. Sie hat das Leben eines Menschen ausgelöscht und das Leben naher Angehöriger schwer beschädigt.

Und es ist gut, dass wir einen Rechtsstaat haben, wo die mutmaßlichen Täter Anspruch auf ein faires Verfahren und eine dem Gesetz entsprechende Strafe haben.

Raimund Kamm

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09.12.2019

Na klar müssen die Täter die Chance auf einen fairen Prozess haben...die gleiche Firness und Chance, die auch das Opfer hatte.
Gut, dass wir in einem Rechtsstaat leben, wo der Täter scheinbar mehr Schutz genießt als das Opfer. Mir wird übel.

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09.12.2019

Dann bin ich gespannt, welche Urteile gesprochen werden, obwohl kein Urteil dieser barbarischen Tat gerecht werden kann. In Deutschland auf keinen Fall, wenn das Jugendstrafrecht zur Anwendung kommt. Es fängt schon bei der Anklage an, die auf Totschlag und nicht auf Mord lautet, was bedeutet, dass die Höchststrafe von 10 Jahren auf keinen Fall verhängt wird, obwohl ich persönlich Schwierigkeiten habe, eine Affekthandlung zu erkennen, wenn 7 Leute einen Menschen umzingeln und einer den tödlichen Schlag ausführt. Aber OK, belassen wir es bei dieser Anklage. Strafmildernd wirkt sich wahrscheinlich aus, dass sie angegeben haben, alkoholisiert gewesen zu sein und vielleicht geben sie an, eine schlimme Kindheit gehabt zu haben und sie hatten keine andere Wahl, als auf die schiefe Bahn zu gelangen. Ich tippe auf höchstens 6 Jahre und nach 4 Jahre sind sie wegen guter Führung raus. Und das soll ein gerechtes Urteil sein, dafür dass ein Mensch gestorben und ein anderer schwer verletzt und das Leben von deren Angehörigen für immer zerstört wurde?
Die Polizei hat meine größte Hochachtung für den schnellen Fahndungserfolg.
Aber nachdem ich gelesen habe, dass es sich bei den Jugendlichen um Intensivtäter handelt, bin ich immer mehr dafür, das Jugendstrafrecht erheblich zu verschärfen.

In diesem Sinne

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09.12.2019

Wo -bitte- finden Sie und Sie ,Herr Kamm, denn zu diesem "Vorfall" (wohl rechte) Hetzer ?

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09.12.2019

Lebenslang wegsperren diesen Mann!
Der Tot des anderen wird auch nicht nach 5 - 10 Jahren vergessen sein.

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09.12.2019

Man ist gut beraten, den Ausgang der Ermittlungen des Gerichtsverfahrens abzuwarten. Niemand, der nicht dabei war, weiß zum jetzigen Zeitpunkt wirklich, was Tatsachen sind und was nicht. Auch die Verfahrensdauer und ein mögliches Strafmaß sind nichts als Spekulation.

Wenn es stimmt, dass der mutmaßliche Haupttäter gebürtiger Augsburger war, dann kann ich nur allen denjenigen widersprechen, die ihn zum "Zugewanderten" oder gar "Gast" erklären wollen. Denn dann ist er hier geboren, hat als Kind auf denselben Augsburger Spielplätzen gespielt wie meine Kinder und ich, hat unsere Augsburger Schulen besucht. Wenn so ein Mensch eine so unfassbare Gewalttat begeht, dann können wir das Problem nicht auf andere abschieben. Dann müssen wir in Augsburg uns damit befassen, wie so eine Tat möglich werden konnte und ob und wie man so etwas in der Zukunft verhindern kann.

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09.12.2019

Es ist egal, von wem gegen wen die Gewalt angewendet wird. Sie ist immer schlecht und gefährlich.

Eigentlich täten Staatsangehörigkeit und Geburtsort nichts zu Sache. Aber da schon wieder gleich Flüchtlinge als Täter genannt wurden, blieb der Polizei nichts anderes übrig, um weitere Gerüchte und Fakenews zu unterbinden.
Bei den Flüchtlingen gibt es auch genug Verbrecher, aber es gab auch schon vor 2015 jede Menge Gewaltverbrechen in der Öffenltichkeit in Augsburg. Auch von Personen mit diversen (wie russisch, albanisch, türkisch, ehem. jugoslawisch, ...) Migrationshintergund. Was bei der Migrationsquote in Augsburg auch nicht verwunderlich ist.
U.a. Mord in 2014 an einer Frau in Hochzoll auf offener Straße, der Polizistenmord am Spickel, Tötungsversuch in der Rockfabrick 20??, Messerattacke an Silvester 2014/15 am Kesselhaus, der Siebentischwaldjoggersextäter 2011, ... nur mal ein paar Fälle vor 2015 auf die Schnelle und von den ganzen Vorfällen im Nachtleben ganz zu schweigen.

Das Problem ist in meinen Augen nicht der kulturelle Hintergrund (Welcher ist den so böse und diktatorische? Der italienische und vermeintlich christliche?), sondern eher das sozialen Umfeld wo diese Personen aufwachsen UND gleichzeitig die langsamen und "netten" staatliche Sanktionen. Früher härter durchgreifen, könnten viele schwere Straftaten verhindern. Sagen sogar ehemalige Intensivtäter. Späte Verhandlungen, Bewährungen usw. werden als Duldung der Taten verstanden. Folgenlose Verhaftungen sind Auszeichnungen. Bestärken den Täter "Recht" zu haben, Respekt gegenüber Polizisten geht verloren und führt zu Frust bei diesen.
Präventive Sozialarbeit ist gut und wichtig, aber kann alleine die Probleme nicht lösen.
Und es ist schon wieder total zum Ko... wenn auf der Facebookseite einer Partei Kommentare erscheinen, wie dass die Verhaftung nur "solange" gedauert hat, um aus den Tätern noch schnell minderjährige deutsche Staatsangehörige zu machen. Oder die Straftat mit dem Holocoust verglichen wird. Und dann wundert sich diese Partei wenn sie als rechtsextrem gilt, wenn solche Behauptungen dort auftauchen und stehen gelassen werden?

Bei jeder Gewalttat, wird jetzt die Staatsbürgeschaft wie bei Messermord in Stuttgart am Wochenende und die Messeranttacke im Münchner HBF veröffentlicht, weil in sozialen Netzwerken und Foren gleich Flüchtlinge beschuldigt werden.
Es ist eine Schande, dass die Opfer und deren Angehörige links liegen gelassen bzw. benutzt werden um Hass und damit weitere Gewalt (gegen Unbeteiligte) zu erzeugen.

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09.12.2019

Geht alle Schreiber einmal zur Stelle der Tötung, bevor hier wieder ideologisiert wird. Ein Familien Vater, ein helfender Feuerwehrmann wurde getötet. Das die Täter Deutsche und auch Ausländer sind, sind Fakten. Das Sie 17 sind, ist ebenso ein Fakt. Und dass Sie gewaltbereit und respektlos sind, ist auch ein Fakt. Und das ein Unschuldiger Besucher des Weihnachtsmark getötet wurde, ist ein Fakt. Und mit diesen Gedanken gehen alle bitte an die Stelle, an der es geschah. Ich habe es getan und ich war fassungslos.....

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09.12.2019

Die Frage der Staatsbürgerschaft ist doch vor allem deshalb wichtig, weil unsere Gesellschaft eigentlich in der Lage sein sollte, diejenigen Personen auszuweisen, die die Werte unseres liberalen Rechtsstaates nicht achten. Dabei ist m.E. völlig egal, ob der der Täter in Augsburg geboren ist oder nicht. Wer ist nur auf diese irrsinnige Idee mit den Mehrfachstaatsbürgerschaften gekommen? Ein Bekenntnis zu unserer Gesellschaft kann ich jedenfalls nicht erkennen, wenn jemand Bedarf daran hat, an alten Zöpfen diktatorisch und chaotisch regierter Länder festzuhalten.
Aufgrund der Rechtslage wird die Sache ausgehen wie immer: Alle sind empört. Der Täter wird zu einem Jahr Jugendstrafe verurteilt und macht dann genauso weiter wie vorher. Aus dem Land verweisen kann man ihn nicht.

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09.12.2019

Michael, da muss ich Ihnen widersprechen. Ich besitze die doppelte Staatsbürgerschaft und lebe sehr gerne in Deutschland und könnte mir nichts anderes vorstellen. Ich habe griechische Wurzeln, aber meine Heimat ist definitiv Deutschland.
ie doppelte Staatsbürgerschaft hat schon einen Sinn, wenn das Ursprungsland keinen aus der Staatsbürgerschaft entlässt. Griechenland ist eines der wenigen Länder weltweit, die keinen aus der Staatsbürgerschaft entlassen. Einmal Grieche, immer Grieche. :-)

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09.12.2019

Ich möchte das auch nicht verallgemeinert wissen. Wird der Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft aktiv angestrebt und nur dadurch verhindert, dass das Ursprungsland einen nicht entlässt, kann die doppelte Staatsbürgerschaft das gern lösen. Ohne aktive willentliche Entscheidung des Neubürgers aber einfach ein Zusatzrecht mit dem Füllhorn auszukippen, nur weil jemand z.B. hier geboren ist oder in die Schule ging, verbessert keine Integration und nützt der Gesellschaft nichts.

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09.12.2019

Mich wundert nur warum der Aufschrei nach Ausweisung nie bei den Tausenden von Reichsbürgern, Neonazis und sonstigen Rechten Randgestalten aufkommt. Vor allem weil es in diesem konkreten Fall um einen in Deutschland geborenen Staatsbürger mit gleichen Rechten und Pflichten handelt wie bei den meisten hier. Die Verwendung des Wortes Neubürger lässt in der Rhetorik auf einen ebenfalls streng rechten Hintergrund schließen.

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09.12.2019

Das waren keine Deutschen.
Der angebliche Täter soll mehrere Staatsbürgerschaften haben.

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09.12.2019

Also wollen Sie sagen, wenn Deutsche die Tat begangen hätten, wäre der Mord in Ordnung gewesen und wenn es Auslänger sind , ist der Mord nicht in Ordnung? Das hat die Logik:
ermorden Deutsche Deutsche ist das schlimm,
ermorden Deutsche Ausländer ist das egal,
ermorden Ausländer Ausländer ist das auch egal und
ermorden Ausländer Deutsche ist das ganz schlimm.
Dann käme die Frage dazu, wer ist Deutscher? Blonde? Eingebürgerte? Deutsche in der 2. Generation? Deutsche in der 8 Generation? Menschen mit deutschen Genen? Das zeigt, wenn wir uns auf diese hier im Forum und auch noch viel schlimmer in anderen "freien" Foren im Internet einlassen, kämen wir von einem Rechtsstaat zu einem Willkürstaat.

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09.12.2019

Der Haupttäter soll ein in Augsburg geborener Deutscher sein, der aber gleichzeitig, die türkische und libanesischer Staatsangehöriger hat. Insoweit stimmt die Aussage nicht, dass es kein Deutscher war. Oder wie definieren Sie Deutscher? Ich hoffe nicht in Sinne einer völkischen Sichtweise.

Wir werden erfahren, was das für Jugendliche sind. Jetzt kann man spekulieren, aber eins beweist diese Tat. Immer mehr Menschen sind bereit extreme Gewalt wegen "Kleinigkeiten", Ehre oder ihrer Ideologie auszuüben.

Hier muss der Staat früher eingreifen, solche Verrohung und Egoismen frühzeitig bekämpfen.

Gerde der Egoismus in den Ausprägung wie z.B. Autokorsos, Autobahnen blockieren bis hin zu den Machenschaften von Gangs und Clans müssen mit aller Härte bekämpft werden.

In der Ganzen Diskussion werden wiedermal die Opfer vergessen. Unbescholtene Menschen, die nicht den Kopf einziehen, sondern sich für Ordnung und Recht einsetzen. Ich hoffe man würdigt diesen Mann. Ein Gedenkstein am Platz, ja sogar die Umbenennung dieses Platzes zu seinen Ehren, sich furchtlos engagiert zu haben (wenn es wirklich so war), sollte man diskutieren.

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09.12.2019

wenn jemand vorbestraft ist, sollte die Folgetat hart bestraft werden, EGAL wie alt derjenige ist. Das Jugendstrafrecht sollte auch verschärft werden! Immer mehr Täter (egal welchen Delikts) sind unter 21. Würde die Wehrpflicht bzw der Zivildienst ei der Entwicklung helfen? Ich sage definitiv ja!

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09.12.2019

Ich sage dazu auch und ganz Entschieden JA

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08.12.2019

An der Sache stört mich am meisten, dass vermutlich alle Täter unter 21 sind und sie höchstwahrscheinlich vom Gericht einen Klaps auf den Hintern bekommen werden, weil beim Jugendstrafrecht nicht die Bestrafung, sondern die Erziehung im Vordergrund steht. Die Angehörigen der Opfer müssen ein Leben lang damit zurechtkommen. Dabei ist es für mich nebensächlich, es Deutsche oder Ausländer sind. Mir geht es um die Verrohung der Jugend, die anscheinend keine natürlichen Hemmungen mehr besitzt. Liegt es an der mangelnden Erziehung der Eltern? Ich wäre dafür, das Jugendstrafrecht zu verschärfen. Höchststrafe 15 statt 10 Jahre und ab 18 wird ein Jugendlicher automatisch als Erwachsener bestraft.

In diesem Sinne

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08.12.2019

Meinen Kommentar hab ich schon zu dem gestrigen Bericht gepostet.
Dieser Vorfall zeigt auf dass Videoüberwachung - zu Aufklärungsarbeiten - notwendig ist.

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08.12.2019

Es ist gut, dass die Täter gefasst wurden. Die Tat ist schrecklich. Dabei ist es egal ab der Mörder Deutscher oder Ausländer ist. Das im Netz einige dieses schreckliche Verbrechen für sich instrumentalisieren ist jämmerlich.

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08.12.2019

İch gebe ihnen soweit recht, dass bei dieser oder aehnlichen Taten es egal ist,
ob der Taeter Deutscher oder Auslaender ist.
Es faellt aber eben auf und das bestaetigt auch die PKS, dass eine bestimmte
kulturelle "Gruppe" hier überdurchschnittlich vertreten ist, was man hier auch nicht
unterschlagen sollte.
Wenn sie nun das "Netz" hier kritisieren, dann sollten sie auch generell die Medien,
ob nun ÖR oder Tageszeitungen nicht vergessen, die manchmal geradezu "aufatmen",
wenn es sich mal zur Abwechslung um einen Deutschen als Taeter handelt und dieses
dann sofort in den medialen Aether pusten.
Es sind eben nicht nur die sozialen Medien oder das "Netz", die hier instrumentalisieren,
nein. die deutschen "Qualitaetsmedien" sind kein Deut besser, wenn es darum geht eine Tat
gekonnt für die eigene İdeologie zu mißbrauchen.
Gewalt ist deswegen nicht in "gute" oder "schlechte" Gewalt zu unterscheiden, sondern generell
zu verurteilen.
Man muß sich nur mal die Frage stellen, warum es in bestimmten Kulturkreisen hauefiger vorkommt
als unter den Einheimischen und welche politische Konsequenzen man daraus ziehen muß...

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09.12.2019

@Dirk V: Ihre Fragen sind berechtigt. Es bleibt wichtig zu betonen, dass die Gewaltbereitschaft und die Staatsbürgerschaft keinen kausalen Zusammenhang darstellen.

Viel wichtiger als populistischer Rassismus ist das Phänomen an der Wurzel zu bekämpfen, was nur über sinnvolle und nachhaltige Integration gelingen kann. Leider haben wir bereits bei zwei Einwanderungswellen in den vergangenen Jahrzehnten versagt, eine Ghettobildung zu vermeiden. Ich hoffe, wir haben daraus gelernt und können einige der vergangenen Fehler wett machen.

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08.12.2019

Ein dickes Lob an die Augsburger Polizei för den schnellen Fahndungserfolg, auch wenn es mich stört, dass die Täter gerade mal 17 Jahre alt sind und höchstwahrscheinlich nach Jugendstrafrecht verurteilt werden und somit keine harten Urteile befürchten müssen, weil man Jugendliche nicht bestrafen, sondern erziehen möchte. Und das die Jugendlichen bereits polizeibekannt sind, macht die Sache in meinen Augen nicht besser.

Aber etwas stört mich schon an der Aussage, dass der Hauttäter mehrere Staatsbürgerschaften und der zweite Täter eine südeuropäische Staatsbürgerschaft hat. Ja, welche Staatsbürgerschaft hat er denn jetzt? Ist er Grieche, Italiener oder Türke? Warum kann man nicht Klartext reden?

Ich rege mich deshalb auf, weil ich unter anderem auch mehrere Staatsbürgerschaften besitze (deutsche und griechische) und allgemein gehaltene Angaben keinem nützen, sondern nur noch für mehr Spekulationen sorgen. Man sollte das Kind beim Namen nennen.

Bin auf die morgige Pressekonferenz gespannt.

In diesem Sinne

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08.12.2019

Auch die Zeitung kann eben nur das melden, was ihr bekannt ist oder was die Polizei zur Veröffentlichung freigibt. Hoffentlich ist Ihr Informationsbedütfnis nun gestillt.

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08.12.2019

Italienische Staatsbürgerschaft

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