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Augsburg

12.02.2015

Urteil bestätigt: Polizistenmörder Rudi R. kommt wohl nie mehr frei

Polizistenmörder Rudolf Rebarczyk muss wohl für den Rest seines Lebens in Haft. Der Bundesgerichtshof hat das Urteil aus Augsburg bestätigt.
Bild: Archivfoto, Fred Schöllhorn

Der Bundesgerichtshof bestätigt das Augsburger Urteil gegen Rudolf Rebarczyk. Auch der Prozess gegen dessen Bruder Raimund M. könnte in wenigen Wochen beendet sein.

Der zweifache Polizistenmörder Rudolf Rebarczyk, 59, wird voraussichtlich nie mehr auf freien Fuß kommen. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat die Revision als unbegründet zurückgewiesen und das Urteil des Augsburger Schwurgerichts damit bestätigt. Dies teilte der Sprecher des Landgerichts, Claus Pätzel, am Donnerstagmittag mit.

Rebarczyk war am 27. Februar 2014 zur höchsten Strafe verurteilt worden, die das deutsche Strafrecht vorsieht: Das Schwurgericht verhängte lebenslang Gefängnis und stellte die besondere Schwere der Schuld fest. Zudem wurde Sicherungsverwahrung nach der Haftstrafe angeordnet.

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Der Polizistenmord in Augsburg
Bild: Anne Wall

Für das Gericht stand nach einem Jahr Prozess fest, dass Rebarczyk den Polizeibeamten Mathias Vieth im Oktober 2011 im Augsburger Stadtwald erschossen hat. Der Vorsitzende Richter Christoph Wiesner sagte beim Urteil: „Er hat aus blankem und abgrundtiefem Hass auf alles Staatliche gehandelt."

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Rebarczyk, der bereits im Jahr 1975 einen Augsburger Polizeibeamten erschossen hatte, wurde auch wegen vier brutalen Raubüberfällen, etlichen Verstößen gegen das Waffen- und das Kriegswaffenkontrollgesetz und wegen versuchten Mordes an Vieths Streifenkollegin verurteilt.  Richter Wiesner sagte auch, es sei Ziel des Urteils, dass der Verbrecher „möglichst nie mehr in Freiheit kommen soll“. "Zwei getötete Polizeibeamte sind wahrlich genug", so Wiesner.

Richter sprach von einer Exekution des Polizeibeamten Mathias Vieth

Nach Überzeugung des Schwurgerichts hat Rebarczyk zusammen mit seinem Bruder Raimund M. den Polizisten Vieth nach einer Verfolgungsjagd bei einer wilden Schießerei im Augsburger Siebentischwald förmlich hingerichtet. Richter Wiesner sprach von einer "Exekution" mit einer Salve aus einem Kalaschnikow-Gewehr auf den bereits verletzt am Boden liegenden Beamten.

"Er hat sich diese Hinrichtung gegönnt", zitierte der Vorsitzende Richter aus dem Plädoyer der Nebenklage-Anwältin Marion Zech. Vieths Kollegin überlebte die nächtliche Schießerei nur mit viel Glück. Eine Kugel hätte sie fast ins Rückenmark getroffen. Doch das Geschoss prallte am Reservemagazin ab.

Bundesgerichtshof ändert am Urteil aus Augsburg nur eine Kleinigkeit

Der Bundesgerichtshof korrigierte das Augsburger Urteil nach Angaben von Pätzel lediglich in einer Marginalie: Zwei Waffendelikte fielen wegen Verjährung weg. Angesichts der Vielzahl schwerer Verbrechen fällt dies praktisch nicht ins Gewicht.

Das zweite Verfahren um den Polizistenmord gegen Rebarczyks Bruder Raimund M., 61, läuft derzeit noch. Der Prozess war im November 2013 wegen zeitweiliger Verhandlungsunfähigkeit des mutmaßlichen Mittäters ausgesetzt worden. M. leidet an Parkinson. Ein Urteil gegen ihn könnte noch im Laufe des März fallen.

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