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Augsburg

16.01.2019

Veraltete Hallenbäder: Wo gehen die Augsburger künftig schwimmen?

In Haunstetten muss die Decke mit Netzen gesichert werden.
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In Haunstetten muss die Decke mit Netzen gesichert werden.
Bild: Michael Hochgemuth

Die Hallenbäder in Augsburg sind in die Jahre gekommen. Ein Masterplan sollte helfen. Nun geht die Stadt doch einen anderen Weg und denkt sogar an einen Neubau.

Wer im Haunstetter Hallenbad seine Bahnen schwimmt, macht eine Zeitreise. Simone Glas, 24, sagt: „Eigentlich sieht es immer noch so aus wie vor 20 Jahren.“ Für sie passt das Bad, doch die Jahrzehnte haben dort Spuren hinterlassen. Da ist die Decke, die mit Netzen gesichert ist, weil Elemente abstürzten. Da ist in vielen Bädern die alte Technik, die von den Mitarbeitern mit viel Aufwand auf Trab gehalten wird. Und da sind viele Wünsche – von Sportlern, von Freizeitschwimmern und Badegästen, die einfach Spaß haben wollen. Fehlt nur noch die Lösung, die am Ende die mehr als 300.000 Hallenbadbesucher pro Jahr zufriedenstellt oder gar begeistert.

Eine Sanierung des Hallenbads in Haunstetten würde sich nicht mehr rechnen.
Bild: Michael Hochgemuth

Sie hieß einmal Masterplan. Hinter dem großen Wort stand die Idee, ein Augsburger Bad nach dem anderen auf einen modernen Stand zu bringen. Blickt man auf die Schwimmhallen, ist schon einiges passiert. Das Alte Stadtbad hat schon eine Kur erhalten, ebenso das Plärrerbad, das nun nur noch von Vereinen und Schulen genutzt wird. In anderen Bädern wurde das Nötigste gemacht, man sanierte zum Beispiel das Dach in Göggingen, das sonst schon bei wenig Schnee zu sehr belastet war. 2019 sollte nun die Sanierung des Spickelbades folgen. Doch nun dreht die Stadt noch eine Extra-Runde.

Vielen Wünsche für die Hallenbäder in Augsburg

Machbarkeitsstudie heißt der neue Plan, der gerade in Arbeit ist. Sportreferent Dirk Wurm erklärt, warum sich die Politik für den Umweg entschieden hat: „Im Masterplan war nur eine Bestandssanierung vorgesehen. Damit werden die Bäder aber nicht den heutigen Ansprüchen gerecht.“ Die Wünsche mit Blick auf die Bäder sind lang.


Der so genannte Sport- und Bäder-Entwicklungsplan listet einige auf. „Die Ansprüche der Gäste an Bäder sind in den zurückliegenden 20 Jahren erheblich gestiegen“, steht dort zu lesen. Man wünsche sich ein ansprechendes Umfeld, moderne Gastronomie und zum Beispiel auch eine „Erlebnissauna“. Kurz: Die Besucher sollen sich wohl fühlen und wieder kommen. Zugleich gibt es aber auch ganz andere Vorstellungen.

Vereine wünschen sich lange Bahn

Die Schwimmvereine haben schon lange ein 50-Meter-Becken auf ihrer Liste, weil Augsburg als einzige bayerische Großstadt keines hat. Dazu hat sich eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, in der unter anderem auch Wasserwacht und DLRG mit von der Partie sind. Wie eingeschränkt derzeit die (Wettkampf-)Möglichkeiten sind, illustriert ein Besuch beim Zirbelnussschwimmen im Haunstetter Bad, dem einzigen, in dem nach Worten der Schwimmvereine noch größere Wettkämpfe möglich sind.

Hallenbad Haunstetten (Karl-Rommel-Weg 11) Es gibt ein kombiniertes Becken für Schwimmer und Nicht-Schwimmer sowie eine Spunganlage. Mittwoch ist Warmbadetag. Dienstag, Donnerstag und Samstag öffnet es um 6 Uhr.
Bild: Silvio Wyszengrad

„Größere“ ist allerdings relativ, denn aus Brandschutzgründen dürfen nur maximal 200 Sportler und Zuschauer kommen. Taylan Toprak vom ausrichtenden Schwimmverein Augsburg sagt: „Wir können bei den Zuständen froh sein, dass wir das Haunstetter Bad noch als Wettkampfstätte nutzen können, aber für eine Großstadt wie Augsburg ist das kein Aushängeschild.“ Die Vereine sehen die Nöte und auch den Einsatz der Stadt. Aber sie benennen auch Mängel. Armin Baur vom SB Delfin sagt: „Die Bedingungen in den bestehenden Bädern sind nicht so schlecht, aber die Wasserfläche reicht einfach nicht aus.“ Vor allem im Nichtschwimmerbereich gebe es Engpässe. Daher stehen auf der Wunschliste der Vereine auch Lehrschwimmbecken und – für die Könner – ein Sprungturm. Die Machbarkeitsstudie soll nun das Kunststück vollbringen, aus allen Wünschen ein Paket zu schnüren, das machbar und bezahlbar ist. Erste Erkenntnisse gibt es schon.

Neubau in Haunstetten?

Ein auf den Bäderbau spezialisiertes Architekturbüro hat sich in Haunstetten, Göggingen und im Spickelbad umgesehen. Grundsätzlich seien alle drei Bäder sanierbar, sagt Sportreferent Wurm mit Blick auf die Ergebnisse. Es gibt allerdings ein aber: In Haunstetten werde eine Sanierung allerdings „auf Grund der technischen und statischen Herausforderungen“ und der Kosten als unverhältnismäßig angesehen. Sprich: Eine Ertüchtigung würde sich kaum rechnen, die Empfehlung geht in Richtung eines Neubaus hier oder an anderer Stelle. Dann könnte dort auch ein 50-Meter-Becken entstehen. Referent Wurm will sich noch nicht auf Details und mögliche Kosten festlegen. Sein Plan sieht anders aus.

In den kommenden zwei Monaten will er klären, „was wir wollen und wie wir das machen wollen“. Wenn klar ist, was die Bäder in Zukunft bieten sollen – Sport, Spaß, Wellness? Oder alles? – will er den Weg dorthin klären: Wo wird saniert, wie wird saniert, kommt ein Neubau und wo? Im Sommer oder herbst will Wurm dann im Stadtrat einen Grundsatzbeschluss zur Zukunft der Bäder und einem möglichen Neubau fassen lassen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

31.01.2019

Abriss der drei Bäder im Spickel, Göggingen, Haunstetten. Bau eines Sportbades mit 50 m Bahn und eines Spassbades mit Sauna usw. fertig. In Zukunft kann man dann das alte Stadtbad erneuern. Die Bäder sollen wie in München an die Stadtwerke gehen, die diese über eine geringere Gewinnaussschüttung an die Stadt finanzieren.

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17.01.2019

Vorallem auch eine 50 m Bahn damit auch große Wettkämpfe statt finden können.
Nutzbar sollte Sie im Sommer und Winter sein.
Es sollten alle Vereine ( auch vom Landkreis )die Möglichkeit haben dort zu trainieren.
Für den Schwimmsport sollte auch einmal etwas getan werden.
Unsere Tochter trainiert täglich und schwimmt in der Leistungsgruppe.
Alle Hände voll zu tun damit das was wird mit dem Neuen Bad und 50 m Bahn. S. S.M. dos Santos

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