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21.11.2008

Vereins-Chef rückt freiwillig ins zweite Glied

Die finanziell aufwendige Sanierung der Sporthalle der DJK Augsburg-Hochzoll ist zum Politikum geworden: Der bisherige Vorsitzende Dr. Volker Ullrich tauschte bei der Neuwahl sein Amt mit dem bisherigen 2. Vorsitzenden Rechtsanwalt Uwe Hartung, um, so Ullrichs Begründung, dem Verein in seiner Doppelrolle als Vorsitzender und CSU-Stadtrat nicht zu schaden. Einstimmig wurden beide bei der Jahreshauptversammlung in ihre neuen Ämter gewählt. Hintergrund dieses Tausches ist der Hickhack um die Zwölf-Apostel-Halle in Hochzoll.

Seit zwei Jahren versucht die DJK-Führung, einen Finanzierungsplan für die dringend nötige Sanierung und den Umbau in Höhe von rund 858 000 Euro aufzustellen und bei den Behörden durchzubringen. Wie bei allen Augsburger Sportprojekten sollte auch hier die Finanzierung über ein Drittel Eigenkapital, ein Drittel städtischen Investitionszuschuss und ein Drittel Zuschuss vom Bayerischen Landessportverband (BLSV) abgedeckt werden. Da die Gelder vom BLSV derzeit erst mit fünf- bis sechsjähriger Verzögerung ausgezahlt werden können, benötigt die DJK eine Zwischenfinanzierung. Die Stadt Augsburg sollte dafür eine Bürgschaft leisten, verweigerte bisher jedoch die Zustimmung. "Ich kann nicht ausschließen, dass das mit meiner Person zu tun hat. Deshalb trete ich ins zweite Glied zurück", begründete Ullrich seine Entscheidung vor den Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung.

Doch auch sein Nachfolger Hartung stellt sich auf harte Verhandlungen mit der Stadt ein. Denn auch bei anderen Projekten sei man in der Sportverwaltung bisher auf taube Ohren gestoßen. "Angesichts unserer 17 Jugendfußballmannschaften wollen wir Tennisplätze in Rasenplätze umwidmen lassen. Als ich jetzt bei der Sportverwaltung nachgefragt habe, wurde mir mitgeteilt, man hat die Sache liegen gelassen. Wir fühlen uns von der Stadt mehr als allein gelassen", so Hartung.

Vertreter der Stadt und der Sportverwaltung sagen ab

Die von den DJK-Mitgliedern dringlichst gewünschten Antworten vonseiten der Stadt zu den Vorwürfen blieben an diesem Abend aus. Sowohl Sportreferent Peter Grab (Bürgerversammlung Haunstetten) als auch Sportamtsleiter Robert Zenner (krank) ließen sich zwei Stunden vor der Versammlung telefonisch entschuldigen. So entging ihnen, wie die Mitglieder über die Zustände in der Halle klagten, etwa weil kaum noch eine Dusche richtig funktioniert, weil sich durch mangelnde Isolierung Schwitzwasser in Pfützen auf dem Boden sammelt oder weil es einfach durch die Decke tropft. Notdürftig versucht die DJK zu flicken, wo es geht. 30 000 Euro hat der Verein im vergangenen Jahr in die Halle investiert, für das fast 40 Jahre alte Gebäude nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Zumindest hat aber ein Statik-Gutachten mittlerweile Klarheit darüber gebracht, dass das Dach saniert werden kann und nicht erneuert werden muss. Trotzdem laufen der DJK die Kosten davon, allein der Stahlpreis sei im vergangenen Jahr um 45 Prozent gestiegen, berichtete Ullrich.

Um für Sanierung mehr Eigenkapital sammeln zu können, ohne dass der Verein die Gemeinnützigkeit verliert, wurde im August 2008 eine GmbH gegründet. Gesellschafter sind der Verein und Uwe Hartung. Alle Werbeeinnahmen der verschiedenen Abteilungen - nicht nur die des Volleyball-Zweitligateams - können nun über die SVA GmbH abgewickelt werden.

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