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Augsburg

22.03.2012

Verteidigung punktet im Menschenhändler-Prozess

Gericht.
Bild: Alexander Kaya

Die Ermittler verfolgten nach Ansicht der Anwälte nicht alle Spuren bis zum Schluss. Ein Angeklagter wollte ein Zellenfenster abmontieren.

Im Prozess gegen ein Trio aus Rumänien, das junge Prostituierte ausgebeutet haben soll, hat die Verteidigung gestern gepunktet. Die Anwälte der Angeklagten konnten belegen, dass die Ermittler einige Spuren  nicht  bis zum Ende verfolgt hatten. So blieb ungeklärt, wie und wann der mutmaßliche Anführer, Attila H., 29, einen Audi Q 7 im Neuwert von 50 000 Euro erworben hatte. Auch mit einem Mann, den gleich zwei Prostituierte als Lebensgefährten nannten, beschäftigte sich die Kripo zunächst nicht.

Auf der Anklagebank sitzt neben dem mutmaßlichen Kopf der Bande, Attila H., auch dessen 19-jährige Geliebte. Die Frau arbeitete anfangs selbst als Prostituierte. Später stieg sie dann nach Ansicht der Ermittler aus und übernahm eine Rolle als Aufpasserin. Vor allem eine 18-Jährige, die im Internet unter dem Namen Sabina als „Anfängerin“ angepriesen wurde, soll sie exakt kontrolliert und abkassiert haben.

Ob sich diese Vorwürfe im Prozess beweisen lassen, muss sich erst noch zeigen. Die Prostituierte Sabina galt als Hauptzeugin, weil sie in mehreren Vernehmungen die Angeklagten belastet hatte. Sie erzählte von enormem psychischen Druck, der auf sie ausgeübt worden sei. Im Prozess machte sie aber einen Rückzieher. Alles sei freiwillig gewesen, sagte sie jetzt. „Wir waren wie eine Familie.“ Die Frau wurde im Gerichtssaal festgenommen und ist jetzt in Untersuchungshaft, unter anderem wegen falscher Verdächtigung. Beobachter vermuten, dass auf die Zeugin Druck ausgeübt wurde oder dass im Vorfeld des Prozesses Geld geflossen sein könnte.

27-Jähriger muss ins Gefängnis in Stadelheim umziehen

Indes ist der dritte Angeklagte, ein 27-jähriger mutmaßlicher Helfer, im Gefängnis in der Augsburger Karmelitengasse aufgefallen. Er soll mehrmals versucht haben, mit At-tila H. zu sprechen. Außerdem wollte er offenbar ein Zellenfenster abmontieren. Die Polizei wurde deshalb gerufen, hieß es. Der 27-Jährige soll jetzt von Augsburg nach Stadelheim verlegt werden. (jöh)

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