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Augsburg

09.03.2016

Weltbild zieht um und will 60 neue Filialen eröffnen

Aus dem repräsentativen Glasgebäude in der Steinernen Furt ist Weltbild schon im Sommer 2014 ausgezogen. Jetzt verlässt das Unternehmen mit einem Teil der Belegschaft Lechhausen ganz.
Bild: Foto: Fred Schöllhorn

Weltbild zieht um. Diesmal aber nicht innerhalb der Steinernen Furt in Lechhausen sondern in den Augsburger Süden. Zudem plant der Buchhändler rund 60 neue Filialen.

Weltbild will als Marke in den Innenstädten wieder präsenter werden. Mittelfristig plant das Unternehmen 60 neue Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Noch im März eröffnet eine neue Filiale in der niedersächsischen 46 000-Einwohner-Stadt Melle, auch im Süden Deutschlands seien weitere Filialen geplant, sagt Unternehmenssprecherin Eva Großkinsky. Derzeit sehe man sich nach geeigneten Immobilien in Innenstadtlage um. Besonders erfolgreich laufe das Geschäft mit den Läden der Marke Jokers, die demnächst in Düsseldorf und Bamberg vertreten sein werden. Als „modernes Antiquariat“ verkauft Jokers preisgünstig Restauflagen, Sonderausgaben und seltene Bücher.

Die Verantwortlichen bei Weltbild blicken nach der Insolvenz im Jahr 2014 wieder optimistisch in die Zukunft. Die Geschäftsführer Patrick Hofmann und Sikko Böhm gaben gestern in einer Pressemitteilung bekannt: „Das Unternehmen hat sich auf einem gesunden Kern stabilisiert. Die Neuausrichtung zeigt erste Früchte. Nach einem guten Weihnachtsgeschäft bewegen sich die Umsätze über dem Vorjahresniveau.“

Konkrete Zahlen gibt es vom Unternehmen nicht, das laufende Geschäftsjahr endet erst am 30. Juni. In einer Analyse des Fachmagazins Buchreport steht die Weltbild-Gruppe mit einem geschätzten Umsatz von 450 Millionen Euro hinter Amazon (1,8 Milliarden Euro) und Thalia (960 Millionen Euro) auf Platz drei der größten Buchhändler Deutschlands. Der Düsseldorfer Investor Walter Droege hatte dem Konzern bei der Übernahme einen strengen Sparkurs verordnet. Weltbild hatte rund 70 seiner Filialen verkauft und etwa 900 Stellen gestrichen. Aktuell arbeiten 1300 Beschäftigte für die Weltbild-Gruppe.

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Das neu aufgestellte Angebot soll weiter zur Erholung des Unternehmens beitragen. Die Katalogproduktion sei wieder verstärkt worden, sagt Sprecherin Großkinsky. Und vor allem abseits des Hauptgeschäfts mit Büchern und E-Books auf dem elektronischen Lesegerät Tolino habe man viel am Sortiment gearbeitet. „Bei den Non-Media-Artikeln sind die Bereiche Deko und Garten gefragt. In neuen Themenwelten wird alles zu einem Thema kombiniert präsentiert.“ Mit dem Dienstleister Regiondo habe man sich zudem einen Partner ins Boot geholt, der auf die Buchung regionaler Freizeitaktivitäten, Veranstaltungen und Kurse spezialisiert ist.

Weltbild zieht in Augsburg um

Auch Betriebsratschef Peter Fitz sieht einen „Hoffnungsschimmer, dass es jetzt nach oben geht“. Er persönlich sei zwar noch skeptisch, doch die Umstellungen machten sich positiv bemerkbar. Der Stellenabbau habe für die verbleibenden Beschäftigten eine hohe Belastung bedeutet. „Jetzt sehen sie, dass der hohe Einsatz seine Berechtigung hatte.“

Für den Standort Augsburg gibt es noch eine weitere Neuigkeit: Die Unternehmensbereiche Einkauf, Vertrieb und Marketing mit rund 240 der 400 Augsburger Mitarbeiter ziehen in ein neues Gebäude im Süden der Stadt. Die Verlegung der Zentrale ist ein weiterer Schritt der Neustrukturierung des ehemaligen Kirchenverlages.

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