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Werner Egk: Die CSU begibt sich auf dünnes Eis

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Kommentar Von Michael Hörmann
30.05.2019

Mit der Stadtratsentscheidung über den Verbleib des Namens Werner-Egk-Schule gehen die Diskussionen in eine neue Runde.

Schulleitung, Lehrer und Elternbeirat hätten es liebend gerne gesehen, wenn ab Beginn des neuen Schuljahrs Mädchen und Buben die Grundschule Augsburg Oberhausen-Mitte besucht hätten. Dazu kommt es nicht.

Die Mehrheit im Stadtrat hat dem Wunsch der Schulfamilie nicht entsprochen. Es bleibt bei der Werner-Egk-Schule. Es ist eine Entscheidung, die in einem demokratischen Prozess zu akzeptieren ist. Da mögen Befürworter einer Umbenennung noch so sehr schimpfen. Es ist auch nicht zwingend angreifbar, dass Teile des Stadtrats der Empfehlung der Kommission für Erinnerungskultur nicht gefolgt sind.

Die Kommission hatte sich ebenfalls für die Umbenennung der Schule ausgesprochen. Die Politik darf sich natürlich über die Empfehlung von außenstehenden Experten hinwegsetzen. Dürfte sie es nicht, müssten künftig nur noch Expertengremien eingesetzt werden, die den Kurs bestimmen. Wer allerdings glaubt, dass nun ein Schlussstrich gezogen ist, irrt.

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Die Debatten über die Werner-Egk-Schule gehen weiter. Womöglich fallen sie sogar schärfer aus als je zuvor. Die Motivation der Schulfamilie, sich bei diesem Thema intensiv einzubringen, dürfte gegenwärtig nicht hoch sein.

Der Name Werner Egk muss aufgearbeitet werden

Zu deutlich war die Absage an Werner Egk als Namensgeber zu verstehen. Es sind eben jene Personen, die jetzt vor Ort weiter mit dem umstrittenen Namen leben müssen. Diejenigen, die sich für den Erhalt ausgesprochen haben, stehen daher unter strenger Beobachtung. CSU und Oberbürgermeister Kurt Gribl müssen der Schulfamilie Wege aufzeigen, wie der umstrittene Name in der Außendarstellung und im Innenleben der Schule aufzuarbeiten ist. Legen die Gegner der Umbenennung keine Konzepte vor, haben sie mit der politischen Entscheidung, den Namen zu belassen, der Schule einen Bärendienst erwiesen.

Die CSU begibt sich auf dünnes Eis. Man sollte die Dinge jedoch nicht dramatisieren: Das Tischtuch zwischen Schulfamilie und Politik ist nicht zerschnitten. Noch nicht. Die Schulfamilie wartet auf Antworten der Politik. Und zwar bald.

Lesen Sie dazu auch: Stadtrat entscheidet: Werner-Egk-Schule behält ihren Namen

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Die Diskussion ist geschlossen.

30.05.2019

CSU und OB müssen garnichts. Jeder muss aufhören, den Splitter in den Augen des Anderen zu finden. Es ist Aufgabe der Gesellschaft, ohne schwarz-weiß-Malerei die Probleme aus der Vergangenheit richtig einzuordnen, zu verstehen, welche Menschen mit welchem Denken hinter welchen Gesinnungen steckte. Aber der größte Mangel in unserer Zeit ist der, dass zu viele Menschen sich am wenigsten mit ihrer Kernkompetenz befassen und glauben, sich ständig in die Arbeit Anderer einmischen zu müssen.

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