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Regio-SommertourenSerie (5)

22.08.2019

Zwei Wunderkinder in der Biberbacher Wallfahrtskirche

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Wolfgang Amadeus Mozart und Sixt Bachmann zeigten hier ihre virtuose Musikalität /

Ausgangspunkt einer gemütlichen Radwanderung durchs grüne Tal von Schmutter und Lech ist der schmucke Augsburger Siedlerstadtteil Bärenkeller. Und im Zielort Biberbach grüßt die majestätisch gelegene barocke Wallfahrtskirche St. Jakobus, St. Laurentius und zum Heiligen Kreuz. Gleich drei fromme Widmungen auf einmal, das ist schon was ganz Besonderes.

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So eine Arbeitsteilung war aber auch notwendig. Noch im 17. und 18. Jahrhundert kamen nämlich die Wallfahrer gleich aus 320 meist schwäbischen Pfarreien nach Biberbach. Und nicht wenige waren aus Haunstetten, Pfersee und Oberhausen. Wobei Letztere zahlenmäßig besonders engagiert waren. Alle Achtung: Denn weit überwiegend sind dies Fußwallfahrten gewesen. Aus dem Bärenkeller konnte damals allerdings noch niemand dabei sein, denn dieser junge Spund trat erst ab den 1930er-Jahren ins kommunale Augsburger Leben.

Die Wallfahrer wollten schon damals das Hergöttle von Biberbach – eine aus der Zeit um 1220 stammende Holzskulptur, deren Herkunft sich im Dunkel der Geschichte nicht mehr so recht ausmachen lässt – um Beistand bitten. Und dann besticht das Ende des 17. Jahrhundert barockisierte Kirchenjuwel durch seine Innenausstattung: Der berühmte Rokokobaumeister Dominikus Zimmermann und der Meisterstuckateur Franz Xaver Feuchtmayer zeigten dort ihr Können. Es gibt aber auch den 6. November 1766, der in die deutsche Musikgeschichte einging.

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An diesem Tag trugen auf Einladung von Christoph Moritz Reichsgraf Fugger zwei musikalische „Wunderkinder“, der zehnjährige Wolfgang Amadeus Mozart und der zwölfjährige Joseph Bachmann aus dem einheimischen Biberbach, einen Orgelwettbewerb aus.

Der Wettstreit wurde von einem anerkannten Musikexperten salomonisch so bewertet: „Für beide fiel er gleich rühmlich aus“. Aus dem damaligen musikalischen Gegenspieler Mozarts ist übrigens später der Prämonstratenser-Pater Sixt Bachmann geworden, der als bekannter schwäbischer Komponist wirkte. Zu seinen Werken zählt die musikalische Fassung der „Schwäbischen Schöpfung“ seines Mitbruders und Freundes Sebastian Sailer.

Alles war nach dem Biberbacher Orgelwettbewerb aber nicht im Lot: Dass seinem vor Fürsten- und Königshäusern in ganz Europa brillierenden Amadé im kleinen Biberbach ein gleichwertiger und ebenso junger Musikvirtuose begegnete, konnte Vater Leopold Mozart nie ganz verschmerzen.

Überwiegend straßenbegleitende Radwege und ruhige Nebenstraßen. Strecke hin und zurück ca. 35 km. Verlauf: vom Bärenkeller über Täfertinger Weg nach Täfertingen. Dann auf dem ausgeschilderten Sieben-Schwaben- Radweg über Hirblingen, Batzenhofen und Gablingen nach Biberbach. (Der Radweg ist nur im Uhrzeigersinn gekennzeichnet.) Einkehr in Biberbach: Gasthof Huckerwirt, Am Kirchberg 18, Telefon 08271/2933 und Gasthof Magg, Hauptstraße 8, Telefon 08271/2910. Lesen Kunstführer Wallfahrtskirche Biberbach, Pötzl u. a., Regensburg 1997 (auch am Bücherbord der Kirche erhältlich).

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