Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg
Icon Pfeil nach unten
Innenstadt
Icon Pfeil nach unten

Augsburg: 3400 Menschen unterzeichnen Petition: Wie geht es an der Kahnfahrt weiter?

Augsburg

3400 Menschen unterzeichnen Petition: Wie geht es an der Kahnfahrt weiter?

  • |
  • |
  • |
    Wie geht es mit der Augsburger Kahnfahrt weiter? Fakt ist, der Schwarzbau wird nach Ende der Sommersaison abgerissen.
    Wie geht es mit der Augsburger Kahnfahrt weiter? Fakt ist, der Schwarzbau wird nach Ende der Sommersaison abgerissen. Foto: Michael Hochgemuth

    Zuletzt kursierte eine Falschmeldung in den sozialen Medien. Die Augsburger Kahnfahrt, so machte es die Runde, würde Mitte September für immer schließen. Das stimmt so nicht. Wirt Bela Balogh wird den Betrieb erst am Ende dieses Monats einstellen - wie jedes Jahr zum witterungsbedingten Saisonende. Richtig ist hingegen, dass der Anbau, in dem die Gastronomie untergebracht war, im Anschluss abgerissen werden soll. Wie seit dem Frühjahr mehrfach berichtet, handelt es sich um einen Schwarzbau, der von der Stadt zudem als einsturzgefährdet bewertet wird. Problematisch ist auch ein fehlender zweiter Rettungsweg. Doch wie geht es weiter? Das wollen sicher auch die über 3000 Menschen wissen, die eine Petition zum Erhalt der Kahnfahrt unterzeichnet haben. 

    Hinter Bela Balogh liegen turbulente Monate. Der 53-Jährige, der das Restaurant und den Bootsverleih in vierter Generation führt, musste den Betrieb in dieser Sommersaison unter schwierigen Umständen managen. Der Gastro-Innenraum wurde von der Stadt per Anordnung gesperrt, Balogh durfte nur unter freiem Himmel bewirten. Auf dem Areal durften sich aus Sicherheitsgründen nur noch maximal 60 Personen aufhalten. "Der Sommer war holprig. Es war nicht so einfach, aber ich habe es hinbekommen", meint Balogh. Immer wieder hätten ihn Gäste nach der Zukunft der Kahnfahrt gefragt. Er hat keine Antwort darauf. Balogh weiß es selbst nicht. Sein Anwalt Bernhard Hannemann ist jedoch zuversichtlich, dass es erst mal in irgendeiner Form für seinen Mandanten weitergeht.

    Anwalt des Kahnfahrt-Wirts: Verhandlungen mit Stadt Augsburg

    "Ob es eine Kahnfahrt mit Bewirtung oder ob es eine Kahnfahrt nur mit Bootsverleih wird, verhandeln wir derzeit mit der Stadt Augsburg", sagt Hannemann. Um dem Anliegen Nachdruck zu verleihen, übergibt der Anwalt mit Bela Balogh am Freitag bei einem offiziellen Termin an der Kahnfahrt eine Petition an Wirtschaftsreferent Wolfgang Hübschle (CSU). Dieser ist auch für die Liegenschaften der Stadt zuständig. Rund 3400 Menschen haben die Petition mit dem Titel "Rettet das Familienunternehmen Augsburger Kahnfahrt" unterzeichnet. Auch Hübschle ist an einer "umfassenden einvernehmlichen Lösung" gelegen, die beiden Seiten gerecht werde, das betont er gegenüber unserer Redaktion. "Wir befinden uns in laufenden konstruktiven Verhandlungen." Die Stadt habe ein festes Ziel. 

    Eine Augsburger Tradition: So sah die Kahnfahrt früher aus

    Icon Galerie
    15 Bilder
    Der Augsburger Kahnfahrt droht das Aus. Der Bootsverleih hat eine weit über hundert Jahre alte Tradition, wie diese Bilder aus der Vergangenheit zeigen.

    Man wolle, so Hübschle, die Augsburger Kahnfahrt mit einem Bootsverleih und einem gastronomischen Angebot erhalten. Nach den Abrissarbeiten müsse für die kommende Saison 2024 zunächst ein provisorischer Betrieb gesichert sein. Für diese Übergangszeit suche man nach einer einvernehmlichen Lösung zur Ausgestaltung des Pachtverhältnisses mit dem Kahnfahrt-Wirt. Das langfristige Konzept für die Kahnfahrt hingegen steht weiterhin aus. 

    Augsburgs Wirtschaftsreferent Hübschle: "Projekt ist sehr komplex"

    "Das Projekt ist sehr komplex", meint der Wirtschaftsreferent. Es gebe verschiedene Überlegungen für eine endgültige Lösung. Wie diese konkret aussehen könnte, hängt auch vom Neubaukonzept ab. Im zuständigen Liegenschaftsausschuss des Stadtrats war bereits eine Zahl genannt worden, was ein Neubau kosten könnte: wohl rund 1,7 Millionen Euro. Ob die Stadt das bezahlt oder ob sie einen Investor, etwa eine Brauerei, ins Boot holt, ist offen. Wie auch die Frage, ob es überhaupt noch einen Innenraum geben wird. Sollte es auf einen Neubau hinauslaufen, würde die Pacht für Balogh wohl extrem steigen. Zumal die Stadt auch nicht signalisiert, ob sie langfristig mit ihm als Wirt planen will.

    Für den Wirt ist die Ungewissheit nervenaufreibend. Seine Vorfahren hatten das Gebäude an der Kahnfahrt vor etwa 50 Jahren auf dem Grundstück errichtet, das der Stadt Augsburg gehört. Der Bau war nie offiziell genehmigt worden.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden