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Augsburg

25.03.2021

Wie sich das Staatstheater Augsburg auf seine Öffnung vorbereitet

Noch herrscht kein Betrieb auf der Freilichtbühne in Augsburg. Für den Sommer wird jedoch fest mit der Bühne geplant.
Foto: Ulrich Wagner

Plus Intendant André Bücker kann am 17. April loslegen – wenn es die Umstände erlauben und die Bedingungen festgelegt sind. Die Stadt arbeitet an einem Modell dafür.

Seit Monaten ist das Staatstheater Augsburg „zwischen kurzfristigen Öffnungs- und Schließungsperspektiven hin- und hergerüttelt“. So konstatiert es Intendant André Bücker unter Hinweis auf die „Herkulesaufgabe“, permanent umplanen und neue Terminschienen für eine eventuelle Wiedereröffnung des Hauses finden zu müssen. Möglich, dass es so weitergeht; möglich aber auch, dass das Theater – trotz steigender Inzidenzzahlen – noch im April den Lappen wieder hochgehen lassen kann und tatsächlich vor körperlich anwesenden Publikum spielt, tanzt, musiziert.

Geprobt wird jedenfalls derzeit wieder; andererseits sind einzelne Abteilungen sporadisch weiter in Kurzarbeit. Am 17. April – nach einem österlichen Betriebsurlaub bis 12. April – könnte das Theater wieder aufsperren, was sich der Intendant zwar wünscht, womit er aber noch nicht wirklich rechnet. Voraussetzung wäre, dass zusammen mit der Stadt Augsburg ein Modellprojekt fertig entwickelt wird – vergleichbar mit dem letztjährigen Testprojekt bei den Salzburger Festspielen oder den aktuellen Öffnungskonzepten in Tübingen beziehungsweise Berlin (Philharmoniker/Theater). Wahrscheinlich, dass dann auch in Augsburg Corona-Tests vor dem Eintritt in den Zuschauerraum mit Tagesticket stehen. Die Auslotung läuft. Bücker gibt sich jedenfalls – zumal unter solcher zusätzlicher Auflage neben den weiter eltenden Hygiene- und Abstandsregelungen – zutiefst davon überzeugt, dass der Theaterbesuch „äußerst ungefährlich und unbedenklich“ ist.

Der Intendant des Augsburger Staatstheaters nennt Titel

Gesetzt den Fall, dass am 17. April tatsächlich das Staatstheater Augsburg wieder öffentlich spielt, was stünde dann auf dem Spielplan und wie würde es weitergehen? Der Plan dazu steht. Los ginge es mit dem Liederabend „Fliegende Bauten“, und umgehend reaktivierbar sind dann auch die Dramen „Nacht ohne Sterne“ und Dürrenmatts „Physiker“ sowie die Gluck-Oper „Orfeo ed Euridice“. Am 24. April könnte bereits die erste Premiere stattfinden: das Drama „Wittgensteins Mätresse“ nach dem Buch von David Markson – gefolgt von der musikalischen Ringsgwandl-Komödie „Die Kunst des Wohnens“ (Premiere: 1. Mai) und dem Theaterprojekt „Klang des Regens“, bei dem Deutschland als ehemalige Kolonialmacht im Zentrum steht (28. Mai).

Intendant André Bücker hofft auf möglichst baldige Wiedereröffnung. der Bühnen des Staatstheaters.
Foto: Ulrich Wagner

Ganz fest aber bauen Intendant Bücker und sein Operndirektor Daniel Herzog auf die Freilichtbühnensaison 2021 – überdies mit der starken Hoffnung auf Ausweitung der erlaubten Zuschauerzahl von 550, wie sie im Sommer 2020 galt. Gegeben wird in 23 Vorstellungen das US-Musical „Chicago“ von John Kander/Fred Ebb – mit der Tänzerin Roxy hier und dem Sensationsjournalismus dort im Mittelpunkt. Bis 2017, so berichtet Operndirektor Daniel Herzog, habe es bei diesem seit über 40 Jahren erfolgreichen Blockbuster „keine Aufführungsrechte für Staatstheater“ gegeben; nun aber komme es in der Inszenierung von Gaines Hall und im Bühnenbild von Harald B. Thor ans Rote Tor.

Die Proben sollen am 3. Mai beginnen; der Vorverkauf jedoch startet bereits am 12. April und für Abonnenten – als Dankeschön – bereits am 6. April. Was aber auf der Freilichtbühne auch 2021 noch nicht wiederaufgenommen wird, das ist das Augsburg- und FuggerMusical „Herz aus Gold“ – von Intendant Bücker natürlich abermals bedauert. Stattdessen kündigt er zwei groß besetzte Opernabende mit Orchester, Chor und Solisten an.

Auch auf dem Kunstrasen im Martinipark soll es unter anderem wieder Sommertheater geben: ab 17. Juni die romantische Komödie „Cyrano de Bergerac“ von Edmond Rostand. Es inszeniert David Ortmann.

Ein Ausblick in die nächste Spielzeit des Augsburger Theaters

Für die kommende Saison dann geht Intendant Bücker davon aus, „wieder regulär Theater spielen zu können“. Die Spielzeit soll bei verkürzter Sommerpause und vorgezogener Eröffnung am 11. September auf der Brechtbühne mit der Neil-LaBute-Uraufführung (!) „Die Antwort auf alles“ eröffnet werden und am 18. September im Martinipark mit „Zauberberg“ nach Thomas Manns berühmtem Roman. Neu wird in der Spielzeit das „spielzeitübergreifende“ Abo-System sein, das bedeutet: Eine Neuproduktion kann auch erst in der nachfolgenden Spielzeit im Abonnement erscheinen. Bücker nämlich will ein staatstheatergemäß umfangreicheres Repertoire aufbauen.

Was ihm ebenfalls wichtig ist: dass die digitale Theaterpräsenz als „eigene Kunstform unabhängig von der Pandemie“ fortbestehen bleibt. Und André Bücker kündigt weitere Produktionen an, darunter ein Ballett, bei dem die Tänzer mit einem Kuka-Roboter „in Beziehung treten“.

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26.03.2021

Hört endlich mit dieser Testerei an gesunden Menschen auf. Wenn das die neue Normalität werden soll, sage ich nur noch "Gute Nacht"! Als nächstes kommt dann nur noch Einlass für Geimpfte!!!

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