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Tischtennis

23.02.2021

Corona-Lockdown: Augsburger Tischtennis-Vereine befürworten den Saisonabbruch

Weiterhin Stillstand herrscht im Tischtennissport. Der Verband hat sich dazu entschieden, den Spielbetrieb endgültig abzubrechen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Nach der jüngsten Verlängerung des Lockdowns beendet der bayerische Tischtennis-Verband die Runde vorzeitig. Zuvor gibt er in einem Fall des Post SV Augsburg allerdings eine unglückliche Figur ab.

Seit Anfang November 2020 sind die Hallen geschlossen, die Tischtennis-Tische hochgeklappt, die Schläger liegen im Schrank. Corona hat den Spielbetrieb mit Beginn des zweiten Lockdowns erneut lahmgelegt. Jetzt hat der Bayerische Tischtennis-Verband (BTTV) beschlossen, die Spielzeit 2020/2021 abzubrechen und die bisher ausgetragenen Spiele zu annullieren. Die Saison wird in den Spielklassen bei den Erwachsenen sowie im Nachwuchsbereich für ungültig erklärt, insofern gibt es weder Auf- und Absteiger noch zurückgezogene Mannschaften.

Grund für die Entscheidung des BTTV-Vorstands sind die erneute Verlängerung des Lockdowns, die Probleme mit der Wiederöffnung der Sporthallen sowie dem engen Kalender mit verbleibenden Terminen für den Mannschaftsspielbetrieb bis zum eigentlichen Saisonende im Juni 2021. Auch Turniere finden nicht mehr statt. In der Augsburger Tischtennis-Szene stößt diese Entscheidung größtenteils auf Verständnis.

Marie Gmoser (links) im Gespräch mit Nina Ballis. Für die Spielerinnen des Post SV Augsburg ist die Saison beendet.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Frauen des Post SV Augsburg mussten wegen Corona in Quarantäne

Die Frauen des Post SV Augsburg spielten als Aufsteiger in der Oberliga Bayern, der höchsten Spielklasse im Freistaat und kamen Ende September mit dem Coronavirus in Kontakt. Als die Augsburgerinnen zu Hause auf den ESV München-Freimann (5:7) trafen, war eine Spielerin der Gäste infiziert. „Wir mussten für einige Tage in Quarantäne“, berichtet Spitzenspielerin Marie Gmoser. Die durchgeführten Tests ergaben aber, dass sich weder sie noch eine ihrer Teamkolleginnen infiziert hatte.

Kurz vor Beginn des Lockdowns, am 31. Oktober, trat das Post-Quartett zur Auswärtspartie aus Sorge um die Gesundheit der Spielerinnen beim TTC Birkland nicht mehr an. Eine Entscheidung, die vom zuständigen Schiedsgericht des Verbandes nicht akzeptiert wurde. Die Tischtennis-Justiz wertete die Partie mit 12:0 für die Oberbayern.

Tischtennisspielerinnen machen sich Sorgen um den Nachwuchs

Ein Resultat, das nach dem Abbruch nun keine Rolle mehr spielt. „Die Entscheidung abzubrechen, ist vernünftig“, sagt Marie Gmoser, die zu ihren Mitspielerinnen übers Internet Kontakt hält. Gmoser, die bei ihrem Heimatverein SC Biberbach auch als stellvertretende Jugendleiterin wirkt, macht sich allerdings schon Sorgen, dass es beim Nachwuchs zu Problemen für ihren Lieblingssport kommen könnte. Doch auch da ist sie aktiv. „Ich versuche, übers Internet den Kontakt zu unseren jungen Spielerinnen und Spielern aufrechtzuerhalten und hoffe, dass sie bei uns bleiben.“

 

Die Annullierung der Saison hält auch Jürgen Klauser, Vorsitzender im Bezirk Schwaben Nord, für richtig. „Das ist die einzige Alternative“, bemerkt der Funktionär, der selbst beim SV Ottmarshausen an den Platten steht und deshalb die Sorgen und Nöte der Klubs hautnah mitbekommt. „Wenn weiter gespielt worden wäre, dann wäre wohl der ganze Wettbewerb verzerrt gewesen“, glaubt Klauser. Als Beispiel führt er die Belegung der Sporthallen an. „Da sind wir von der Entscheidung der Kommunen und der Politik abhängig.“ Der Funktionär hofft, dass in den beiden Corona-Pausen nicht allzu viele Spieler die Lust am Tischtennis verloren haben. Die Mannschaftsabmeldungen halten sich bisher in Grenzen. „Zwei Mannschaften wurden bisher zurückgezogen“, teilt er mit, „doch endgültig Klarheit werden wir wohl erst im Mai oder Juni haben.“ Bis zu diesem Zeitpunkt müssen die Klubs ihre Teams für die kommende Spielzeit melden.

Schlüssiges Hygienekonzept ist für den Tischtennissport unerlässlich

Auch bei den Talenten ist Klauser gespannt, wie es weitergeht. „Ob es uns gelingt, die Kinder und Jugendlichen wieder von den Spielkonsolen zum Tischtennis zu bringen“. So richtig wohl ist Klauser allerdings auch nicht vor möglichen Lockerungen. „Da müssen wir aufpassen“, appelliert er an seine Mitglieder, „ein schlüssiges Hygienekonzept sollte dazu beitragen, dass es in den Hallen zu keinen Infektionen kommt.“ Insgesamt ist der Funktionär jedoch optimistisch, was die Zukunft betrifft, schließlich sterbe die Hoffnung zuletzt, meint er.

 

Seit Mitte der 1960er Jahre wird beim TSV Firnhaberau Tischtennis gespielt, seit 2019 bekleidet Michael Kern im Augsburger Nordosten das Amt des Abteilungsleiters. Trotz der schwierigen Phase bereite ihm seine Tätigkeit Freude, betont der Vereinsmitarbeiter. Kern befürwortet den Saisonabbruch. Wäre der Spielwettbewerb fortgeführt worden, dann hätte es keine Chancengleichheit gegeben. „Manche Vereine haben Probleme mit den Spielstätten und unsere Aktiven haben Trainingsrückstand.“

Den Kontakt zu seinen Mitgliedern lässt Kern in der Pandemie nicht abreißen, über Chats und soziale Medien hält er Kontakt zu ihnen. Der Spartenchef hofft wie so viele Tischtennissportler, dass sich die Verhältnisse normalisieren und Ende September ein geregelter Spielbetrieb aufgenommen werden kann.

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