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Fußball-Bundesliga

18.07.2019

Ein „Volltreffer“ für die Abwehr

„Für mich ist die Bundesliga eine neue Herausforderung, auf die ich mich sehr freue.“Künftig für den FCA am Ball: Mit dem Tschechen Marek Suchy haben die Augsburger einen erfahrenen Verteidiger vom FC Basel geholt, der sich in der Schweiz bereits als Führungsspieler bewährt hat.
Bild: Ulrich Wagner

Der tschechische Innenverteidiger Marek Suchy bringt die Erfahrung von 41 Länderspielen und vier Meistertiteln aus der Schweiz mit. Jetzt will er seine Stärken beim FC Augsburg unter Beweis stellen

Für Neuzugang Marek Suchy ist noch ein wenig Schonprogramm angesagt. Während FCA-Trainer Martin Schmidt dessen Teamkameraden im Mannschaftstraining am Mittwoch schon ordentlich zum Schwitzen brachte, durfte der 31-jährige Abwehrspezialist, der vor gut einer Woche vom FC Basel gekommen ist, im lockeren Joggingtrab seine Runden drehen.

Der FC Augsburg ist die vierte Station in der Karriere des tschechischen Nationalspielers, der sich nach Stationen bei Slavia Prag, Spartak Moskau und FC Basel den Wechsel in eine „Top-Liga“ gewünscht hatte. Deshalb verabschiedete sich der Kapitän Ende Mai mit seinem letzten Spiel für den FCB – nach fünf erfolgreichen Jahren mit vier Meistertiteln, zwei Cup-Siegen, insgesamt 223 Spielen und 14 erzielten Toren. Der Wechsel in die Bundesliga ist für ihn zwangsläufig der nächste Schritt. Auch wenn ihn beim FCA deutlich weniger internationale Auftritte erwarten dürften als in der Schweiz, wo er regelmäßig Champions-League- oder Europa-League-Spiele bestritt.

Doch Marek Suchy hat neue Prioritäten gesetzt. „Die Bundesliga ist die Top-Liga, die ich mir gewünscht habe. Für mich ist das eine neue Herausforderung, auf die ich mich sehr freue. Ich denke, für mich passt alles. Nicht nur wegen der Sprache. Sondern auch für meine Familie, was auch wichtig war für meine Entscheidung“, sagt Suchy. Dafür nimmt es der Vater einer siebenjährigen Tochter und eines zweieinhalbjährigen Sohnes auch gern in Kauf, dass das sportliche Ziel beim FCA erst einmal nur Klassenerhalt heißt. „Man muss sich als Spieler entscheiden. In Basel gab es sicherlich jedes Jahr Europaspiele, aber es war eben keine Top-Liga. In der Bundesliga kann jedes Spiel am Wochenende wie ein Europaspiel sein.“

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An welcher Ecke im Augsburger Abwehrverbund er nun genau gebraucht und eingesetzt wird, steht noch nicht fest. Klar ist, dass der gelernte Innenverteidiger durchaus auch auf der derzeit verwaisten Rechtsverteidiger-Position spielen kann. Mit dem Abgang von Jonathan Schmid zum SC Freiburg fehlt dort eine Stammkraft, Raphael Framberger kämpft sich nach seinem Kreuzbandriss vom Januar wieder heran, und Nachwuchsspieler Simona Asta fehlt die Bundesligaerfahrung. Ein optimaler Platz für Suchy? „Ich möchte eigentlich nicht über mich selbst reden, dass sollen andere machen wie der Trainer oder die Experten. Aber ich habe mit 31 Jahren schon etwas Erfahrung, will aggressiv verteidigen und Verantwortung übernehmen. Ich will mit all meiner Kraft für die Mannschaft kämpfen“, sagt Suchy hoch motiviert.

In Basel hat der 1,83 Meter große Defensivmann seine Führungsrolle als Kapitän so ausgeübt, wie er sich auch in den ersten Trainingseinheiten in Augsburg gibt. Ruhig, fokussiert und konzentriert. Er überlegt genau, welche Worte er wählt, und hat keine Scheu, sein erstes Interview vor der Fernsehkamera in deutscher Sprache zu geben. Er möchte schnell seinen Platz im Team finden, auch wenn „noch alles hier sehr neu für mich ist“.

Als Neuzugang vom FC Basel ist er ja quasi auch Teil der immer stärker anwachsenden „Schweizer Fraktion“ beim FCA. Nicht nur, dass Trainer Martin Schmidt Schweizer ist, FCA-Neuzugang Ruben Vargas kommt vom FC Luzern. Zudem ist Kevin Rüegg vom FC Zürich bei den Augsburgern im Gespräch ebenso wie der Schweizer Torhüter Yvon Mvogo. Und neben den ganzen Eidgenossen hat Suchy nicht zuletzt mit Jan Moravek auch noch einen tschechischen Landsmann im Team.

Beim Turnier in Heimstetten kam Suchy bereits 45 Minuten zum Einsatz und deutete gleich seine kompromisslose Härte an. Mit viel Glück wurde er von einer Roten Karte verschont. Diese Entschlossenheit aber ist es wohl, die sich Trainer Schmidt von seinem Neuzugang erhofft. Verbunden mit der Kompetenz, den neuen Abwehrchef zu geben. „Wir haben bis jetzt nur junge Spieler geholt, da war es gut, dass Marek Routine und Erfahrung mitbringt. In dieser Konstellation war er ein Volltreffer. Ein typischer Augsburg-Transfer, der uns noch viel Freude machen wird“, sagt Schmidt über seinen neuen Verteidiger – wohl auch mit Blick auf die Vertragsmodalitäten. Immerhin kam der Tscheche, der 41 Länderspiele bestritten hat, ablösefrei und erhielt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021.

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