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Fußball

31.08.2018

Gregoritsch hat noch einiges vor

Michael Gregoritsch (rechts) bejubelt hier mit André Hahn dessen Siegtreffer beim 2:1-Erfolg beim TSV Steinbach.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Der Rekordstürmer will mit dem FC Augsburg in dieser Saison für Furore sorgen. Deshalb hat er alle Wechselanfragen früh abgeblockt. Auch die von Borussia Mönchengladbach

Alle Fans des FC Augsburg, die langsam Angst bekommen, dass der Rekord-Torschütze der Vorsaison nicht in Form ist, beruhigt Michael Gregoritsch. Man müsse sich keine Sorgen machen. „Bei mir ist jetzt ein größeres Selbstverständnis da. Ich fühle mich gut, ich kenne die Abläufe hundertprozentig. Ich weiß, wie der Plan abläuft. Ich denke, ich bin schon ein, zwei Level weiter als vergangenes Jahr“, sagt Gregoritsch vor dem Heimspiel-Auftakt am Samstag (15.30 Uhr) zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach.

13 Tore hat Gregoritsch gleich in seiner ersten Saison für den FCA erzielt, noch nie war zuvor ein Augsburger Spieler erfolgreicher. André Hahn hatte in der Saison 2013/14 zwölfmal getroffen, Sascha Mölders und Raul Bobadilla jeweils zehnmal. Und jetzt trug sich Gregoritsch bisher nur beim 1:0-Sieg bei Newcastle United in der Vorbereitung in die Torschützenliste ein. Beim Pokalsieg in Steinbach und beim Auftakterfolg in Düsseldorf fungierte er „nur“ als Mitjubler. Aber eigentlich ist es ja egal, wer die Tore schießt. Schließlich ist der FCA so gut wie noch nie seit dem Aufstieg in die Saison gestartet. Im vergangenen Jahr lag zur selben Zeit ein Sommertief über Augsburg. Im Pokal mit 0:2 in Magdeburg ausgeschieden und in der Bundesliga wieder den Start mit einem 0:1 beim HSV verpatzt.

Diesmal ist alles anders, sagt Gregoritsch. „Wir haben einfach ein anderes Gefühl als im letzten Jahr. Da sind wir mit einer Pokalniederlage und einer Niederlage im ersten Punktspiel in die Saison gestartet. Jetzt haben wir zweimal gewonnen. Wir trainieren gut, wir haben einen guten Kader. Darum wollen wir gleich nachlegen.“

Gregoritsch hat noch einiges vor

Das könnte sich gegen Gladbach allerdings schwierig gestalten. Denn die Borussia zeigte beim 2:0-Sieg gegen Leverkusen ihre Schokoladenseite. Gregoritsch war auf jeden Fall beeindruckt: „Sie haben ein neues Spielsystem, Tempospieler. Es ist eine richtige Zockermannschaft. Gladbach ist ein Top-Vier-oder-Fünf-Team. Da sitzt ein Spieler auf der Bank, der 25 Millionen Euro gekostet hat, kommt rein und macht noch einmal richtig Wirbel.“

Trotzdem ist er davon überzeugt, den Gladbachern in der noch nicht ganz ausverkauften WWK-Arena, am Donnerstag waren noch 2000 Karten verfügbar, Paroli bieten zu können. Es klingt zwar ein bisschen komisch, doch seine Zuversicht holt er sich auch aus der 1:2-Testspielniederlage in Rottach-Egern am Tegernsee. „Ich fühle mich nicht so unwohl, dass wir schon gegen sie gespielt haben. Ihre Grundaufstellung im ersten Spiel war ähnlich wie gegen uns. Ich glaube, dass wir mehr über sie wissen als sie über uns.“

Denn Trainer Manuel Baum legt viel Wert auf taktische Variabilität im Spiel. Egal ob in der Defensive oder in der Offensive. Und so kommt es auch schon mal vor, dass Gregoritsch als hängende Spitze das Spiel beginnt, dann in die vorderste Position rückt. Das sei kein Problem, meint der Stürmer: „Wir sind alles intelligente Spieler, darauf ist bei der Kaderzusammenstellung geachtet worden. Jeder weiß, was er zu tun hat. Deswegen fällt es mir nicht schwer, von einer Minute auf die andere die Position zu wechseln.“

Gregoritsch gehört zu den Shootingsstars der Liga in der vergangenen Saison. Nicht nur seine 13 Tore, sondern auch seine taktische Weiterentwicklung unter Trainer Baum haben ihn bei anderen Vereinen in den Fokus gerückt. Darunter war auch der Gegner am Samstag: Borussia Mönchengladbach. Das bestätigt er auch: „Es ist natürlich schön, wenn sich andere Mannschaften für einen interessieren. Das kann man als Bestätigung für die gezeigten Leistungen sehen. Aber ein Wechsel war für mich nie ein Thema. Deshalb hat es nie irgendein konkretes Gespräch gegeben.“

Denn beim FCA erfährt Gregoritsch die Wertschätzung, die er besonders beim HSV vermisst hat. Deshalb forcierte er auch vor der vergangenen Saison den Wechsel von der Elbe an den Lech. „Sie waren nicht sehr happy, dass ich gehen wollte“, erklärte er kurz danach. Für 5,5 Millionen Euro ließ ihn der HSV am Ende zum FCA ziehen. Ein Schnäppchen-Preis wie sich jetzt zeigt. Und dass der FCA Gregoritsch gleich mit einem Vertrag bis 2022 ausgestattet hat, scheint auch weitsichtig gewesen zu sein.

Auch er selbst sieht seine Mission beim FCA noch nicht beendet. „Ich mache hier meine Spiele, habe letztes Jahr einen Rekord gebrochen. Das ist auch mal schön, sagen zu können: Ich habe etwas geschafft, was noch keinem vor mir gelungen ist. Das will ich versuchen, zu bestätigen.“ Gregoritsch hat wie viele seiner Mitspieler genug Selbstbewusstsein, um Richtung Europa League zu schielen: „Wenn wir als Mannschaft die Leistung vom letzten Jahr bestätigen und vielleicht noch eine Schippe drauflegen, warum sollten wir nicht von mehr träumen. Aber unser erstes Ziel ist es, die 40 Punkte zu erreichen.“ Ein Sieg gegen Gladbach wäre vor der Länderspielpause ein Ausrufezeichen für den österreichischen Nationalspieler. „Klar, es geht um die Champions-League-Plätze“, sagt er lächelnd. „Jetzt im Ernst, ich finde es cool, dass zwei Mannschaften, die gewonnen haben, gegeneinander spielen. Eine kann schon den nächsten Schritt machen.“ Vielleicht ist es ja der FCA, durch ein Tor von Gregoritsch.

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