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Handball

28.01.2019

Seit 1000 Spielen ein bewährtes Team

Ein eingespieltes Team: die Handball-Schiedsrichter Herbert Vornehm (links) und Harald Schweizer, die in Günzburg ihr 1000. Spiel gepfiffen haben.
Bild: Ernst Mayer

Die Augsburger Schiedsrichter Herbert Vornehm und Harald Schweizer haben von der A-Klasse bis zur Bundesliga schon alles gepfiffen und viel dabei erlebt

Der Ort hätte nicht besser ausgewählt sein können. In der altehrwürdigen Rebayhalle in der Handballhochburg Günzburg feierten Harald Schweizer und Herbert Vornehm ein sehr seltenes Jubiläum. Die beiden Augsburger Handball-Schiedsrichter leiteten in den Begegnungen der Frauen und Männer des VfL Günzburg gegen die DJK Rimpar ihre Spiele Nummer 999 und 1000.

Schweizer, 58 Jahre, und Vornehm, 59, gelten in der Handballszene als alte Hasen. Der Gögginger Schweizer, der als Schiedsrichter für den TSV Friedberg im Einsatz ist, spielte selbst in Günzburg in der Bundesliga, seine Kollege Vornehm (TSV Haunstetten) agierte als Aktiver drittklassig. Vornehm ist Trainer der Haunstetter Handballerinnen, die er schon in die zweite Liga führte und die heute in der dritten Liga spielen. Er ist seit Jahren Chef der Haunstetter Handball-Abteilung. Beste Voraussetzungen, um auch als Schiedsrichter zu agieren. „Diese Konstellation ist bundesweit wohl einmalig“, glaubt Schweizer. Lob vom Sieger, Kritik vom Verlierer. Das ist der Alltag von Schiedsrichtern. Egal ob im Fußball, Basketball und natürlich auch im Handball. Bei der Handball-Weltmeisterschaft wurde dies nach der Partie zwischen Deutschland und Kroatien wieder mal deutlich. Das Team vom Balkan fühlte sich nach seiner Niederlage gegen das DHB-Team von den Unparteiischen benachteiligt und ließ die Wut an den Referees aus Dänemark aus.

Gelernt, mit Schelte zu leben

Mit Schelte zu leben haben auch Harald Schweizer und Herbert Vornehm gelernt. Begonnen hat alles im Jahr 1991, seitdem bilden die beiden Augsburger ein Schiedsrichtergespann. Schweizer und Vornehm hatten zusammen beim TSV Friedberg Handball gespielt und gleichzeitig ihre aktive Laufbahn beendet. Schweizer, der bereits 1976 seine Prüfung als Schiedsrichter absolviert hatte, machte seinem Teamkollegen den Vorschlag, künftig als Gespann zu pfeifen. „Unser erstes Spiel war eine Partie in der Frauen A-Klasse. Das Derby zwischen der DJK Hochzoll II und der TSG Hochzoll II“, erinnert sich Vornehm und fügt an: „100 Zuschauer waren da.“ Damals ahnten die beiden nicht, dass sie ihr Weg sogar hinauf in Spielklassen führen sollte, in denen sie selbst aktiv waren. Doch es machte sich bemerkbar, dass sie beide hochklassige Spieler waren, denn rasch ging es auf der Karriereleiter nach oben. Von 2003 bis 2006 leiteten sie Begegnungen in der zweiten Bundesliga, auch in der Frauen-Bundesliga durften sie zweimal ran. „Das waren tolle Erlebnisse, manchmal waren 1500 bis 2000 Zuschauer in den Hallen“, erzählt Vornehm und hat auch einige Anekdoten im Köcher.

So siegten im württembergischen Frauen-Derby zwischen dem SV Allensbach und Frisch Auf Göppingen die Gastgeberinnen, und der Gästebetreuer verabschiedete sich mit den Worten: „Euch beide will ich nie mehr bei einem Spiel von uns sehen.“ Wie es der Zufall wollte, pfiff das Duo ein paar Jahre später diese Partie wieder, nur mit anderem Resultat und einem Göppinger Funktionär, der die Augsburger Schiris über den grünen Klee lobte. „Natürlich flogen auch mal die Fetzen“, geben die beiden zu, „doch richtigen Ärger hatten wir nie“.

Auch in ihren Begegnungen Nummer 999 und 1000 an der Donau nicht. Souverän trat das Duo auf. Als beim Frauenspiel der Günzburger Trainer zu oft protestierte, knüpfte ihn sich Schweizer vor und die Angelegenheit war erledigt. Ein Karriereende ist bei den beiden Endfünfzigern nicht in Sicht. Was die Handballer freuen dürfte.

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