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Tierskandal

12.07.2019

Betriebsleiter von Allgäuer Milchviehbetrieb soll befragt werden

Gegen einen Unterallgäuer Landwirt ermittelt die Memminger Staatsanwaltschaft wegen möglicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Der Großbauer betreibt mehrere Hofstellen, darunter das abgebildete Anwesen in Schulerloch (Gemeinde Bad Grönenbach).
Bild: Franz Kustermann

Ein Bauer im Unterallgäu soll seine Kühe misshandelt haben. Die Staatsanwaltschaft Memmingen will den Betriebsleiter zeitnah von der Polizei vernehmen lassen.

Auf einem Hof im Unterallgäu sollen Kühe geschlagen, getreten und sogar an den Füßen aufgehängt weggeschleppt worden sein. Der Fall aus Bad Grönenbach hat bundesweit für Schlagzeilen gesorgt und nicht nur Tierschützer entsetzt. Aufgedeckt haben die mutmaßlichen Missstände die Tierschützer vom Verein "Soko Tierschutz" aus Augsburg.

Tierskandal im Allgäu: Staatsanwaltschaft Memmingen will Zeugen befragen

Wegen der Vorwürfe der Tierquälerei in dem Milchviehbetrieb im Allgäu soll nun zeitnah der Betriebsleiter von der Polizei vernommen werden. Auch Zeugen sollen in den kommenden Wochen befragt werden, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Memmingen am Freitag sagte. Derzeit werde weiter das von dem Tierrechtsverein zugespielte Videomaterial gesichtet und auf Echtheit überprüft. Durchsuchungen des beschuldigten Betriebs in Bad Grönenbach hat es den Angaben zufolge bislang nicht gegeben.

Die Videoaufnahmen des Tierrechtsvereins Soko Tierschutz sollen zeigen, wie in dem Milchviehbetrieb Tiere misshandelt werden. Der Verein hat Anzeige gegen den Betriebsleiter und zahlreiche Mitarbeiter wegen besonders schweren Fällen von Tierquälerei gestellt. Der Betreiber war am Freitag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Nachdem die Anschuldigungen öffentlich bekannt wurden, kündigten ein Schlachtbetrieb und eine Großkäserei aus dem Allgäu die Verträge mit dem Betrieb.

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Unterallgäuer Landrat wehrt sich und droht mit Anzeige

Unterdessen wehrt sich der Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather gegen Behauptungen, Mitarbeiter des Landratsamtes würden vor Kontrollbesuchen Vorwarnungen herausgeben. Weirather kündigte zudem an, mit rechtlichen Mitteln gegen derartige Behauptungen vorzugehen.

Der Gründer des Vereins "Soko Tierschutz" aus Augsburg, Friedrich Mülln, behauptet im Gespräch mit unserer Zeitung zwar nicht direkt, dass die Betreiber des Milchviehbetriebs vorgewarnt wurden, sagt aber : "Unseren Informationen nach wich der Morgen der Kontrolle aber auffällig von einem normalen Tagesablauf ab."

Nach dem Tierskandal in Bad Grönenbach erhob zuletzt eine Tierärztin aus der Region schwere Vorwürfe gegen das Unterallgäuer Veterinäramt , das besagten Milchviehbetrieb in den vergangenen fünf Jahren zwar 34 Mal kontrolliert hat, dabei jedoch nur "geringe und mittlere tierschutzrechtliche Verstöße" feststellte.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar Tierskandal im Allgäu: Bloß kein Generalverdacht! (AZ/dpa)

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