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Coronavirus
17.06.2020

Die Billigfleisch-Gier und die Misere in Schlachthöfen

Fließbandarbeit im Ulmer Schlachthof. Abstand zu halten, das ist hier schwierig. 
Foto: Stephanie Sartor

Plus Hunderte Schlachthof-Mitarbeiter haben sich mit Corona infiziert. Wie die Pandemie besorgniserregende Zustände offenlegt und welche Rolle Verbraucher spielen.

Das Leben ging vor einer halben Stunde. Nun hängen sie da, aufgeschlitzt, ausgenommen. Die warmen Körper dampfen noch, in schmalen Rinnen auf dem Boden fließt das Blut. An den Schlacht- und Zerlegebändern stehen Menschen, die den toten Schweinen die Köpfe abtrennen, die mächtigen Schenkel zerteilen, die einmal als Schinken auf einem Brot liegen werden. Hier, im Bauch des Ulmer Schlachthofs, ist es laut und kalt und feucht. Es ist eine Neonlicht-Welt. Eine Welt, die auf einmal so stark im Fokus steht wie nie zuvor.

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18.06.2020

Hätte man in D nicht so viele Niedriglöhner, Hartz-4ler, Arbeitslose, Asylbewerber und arme Renter, dann bräuchten wir auch kein Billigfleisch.
Die können es sich einfach nicht leisten und sind froh, das auch mal Fleisch auf den Tisch kommt.

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28.05.2020

Ich bin dagegen der Meinung, dass der Kunde nicht unschuldig an dem Ganzen ist. Wenn ich als Kunde mal überlege, wo das massenhafte Billigfleisch herkommen muss, dann vergeht mir sowieso der Appetit. Ich habe mein ganzens Leben lang lieber immer mehr für mein Fleisch bezahlt, weil ich wissen wollte wo es herkommt. Auch der Unterschied zeigt sich in der Pfanne. Mein Schnitzel verringert sich beim Braten nicht um die Hälfte und schmeckt auch viel besser. Nur leider hat das ganze Billigfleisch die kleinen Metzgereien kaputt gemacht und deshalb wird es immer schwerer, einen guten Metzger mit guter Ware zu finden. Deshalb kann man den ganzen Billiglfleischkäufern schon eine gewisse Schuld zusprechen.

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28.05.2020

Von wem bekommt denn der Kunde das "Billigfleisch"? Von den Supermärkten, die es im "Sonderangebot" anbieten. Ich habe noch nie gehört, dass der Kunde nach Billigfleisch ruft. Das Angebot ist hier das Problem und das Konkurenzverhalten der Industrie, welche mehr und billiger produzieren will: Umsatz steigern und Billigimporte aus dem Ausland sowie die dubiosen Subunternehmen welche in den Fleischverabetenden Betrieben arbeiten. Derjenige, welcher es sich leisten kann, kauft dann eben Biofleisch oder vom Metztger seines Vertauens, wenn er weiß, dass dieser Fleisch aus artgerechter Haltung verkauft, was ich aber nicht unbedingt auf dem Aufkleber ersehen kann. Erst kürzlich habe ich festgestellt, das z.B. bei Lidl das "Landjunkerfleisch" aus der in den Schlagzeilen gekommenen Fleischfabrik "Westfleisch" kommt. Da muss man aber schon intensiv das ganze Etikett lesen! Klar kann hier der Verbrauecher reagieren und dieses Fleischangebot dann eben nicht kaufen, was in letzter Zeit sehr oft passiert. Aber ich wehre mich dagegen, dass der Kunde die Industie zwingt, billig anzubieten.

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28.05.2020

"Unser Wunsch nach billigem Fleisch"?!? Die Fleischindustrie bietet das billige Fleisch an und der Kunde kauft das natürlich. Aber nicht weil er das fordert, sondern weil diese Industrie immer kostengünstiger und mehr produzieren will als die Konkurrenz. Umsatz ist gefragt und da kommen die billigen Arbeitskräfte aus dem Osten mit ihren Subunternehmern gerade recht. Kein Risiko bei Kündigungen und anderen Arbeitnehmerrechten; und die Politik schaut tatenlos zu. Jetzt will man den Kunden den schwarzen Peter zuschieben durch diese "Geiz ist geil" Mentalität. Nein! Wenn's angeboten wird, kauft man; wenn es teurer wäre, würde es auch gekauft werden. Es ist der Konkurrenzkampf der Lebensmittelindustrie, welche sich gegenseitig mit den Preisen unterbieten, um noch mehr Umsatz zu generieren. Verlierer sind die Arbeitnehmer und Bauern/Züchter. Dem Kunden kann man keine Schuld geben.

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