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Fall Ursula Herrmann

02.08.2018

Gericht bestätigt Schuld des verurteilten Täters

Die Leiche von Ursula Herrmann wurde 1981 in einem Sarg abtransportiert. Nun hat das Landgericht Augsburg bestätigt, dass der 2010 verurteilte Entführer tatsächlich der Täter war.
Bild: dpa-Archiv

Das Landgericht Augsburg hält den verurteilten Werner Mazurek weiter für den Entführer von Ursula Herrmann. Herrmanns Bruder Michael ist damit nicht zufrieden.

Der Bruder der 1981 entführten und in einer Kiste erstickten Ursula Herrmann muss weiter mit der Ungewissheit über den Tod seiner Schwester leben. Das Landgericht Augsburg hat Michael Herrmann zwar am Donnerstag ein Schmerzensgeld in Höhe von 7000 Euro zugesprochen. Doch es hat damit auch festgestellt, dass der 2010 verurteilte Entführer Werner Mazurek tatsächlich der Täter war (Lesen Sie hier die Chronologie: Der Fall Ursula Herrmann - ein bis heute mysteriöses Verbrechen )

Fall Ursula Herrmann: Warum Bruder Michael das Urteil anzweifelt

Michael Herrmann bezweifelt das stark. Erst vergangene Woche hat er öffentlich die bayerische Justiz kritisiert. Die beiden tragenden Säulen des Strafurteils hält Herrmann nicht für stichhaltig. Der Grund seiner Zivilklage war neben einem Tinnitus, den er nach dem Strafprozess erlitten hatte, die Justiz dazu zu bringen, sich noch einmal mit dem Fall zu beschäftigen.

 

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Das hat die 10. Zivilkammer des Landgerichts Augsburg in Michael Herrmanns Augen nicht ausreichend getan. Er frage sich, ob der Augsburger Justiz tatsächlich an einer Aufklärung des Falls Ursula Herrmann gelegen ist, schrieb er in seinem offenen Brief. Und er glaube, dass der Falsche im Gefängnis sitze und die wahren Täter frei herum liefen.

Verurteilter Täter: Was Werner Mazurek in einem Brief ans Gericht schreibt

Auch der verurteilte Entführer selbst hat einen Brief geschrieben und zwar direkt ans Gericht. Das Schreiben liegt unserer Redaktion vor. Mazurek, 68, sitzt seit zehn Jahren in Haft. In dem Brief beteuert er erneut, nichts mit Ursula Herrmanns Entführung und dem Tod des Mädchens zu tun zu haben. Das hatte er bereits 2009 zum Auftakt des Strafprozesses gesagt. Das fragliche Tonbandgerät vom Typ Grundig TK 248, mit dem nach Überzeugung der Gerichte im Herbst 1981 die Erpresseranrufe an Ursulas Eltern gefertigt wurden, habe er erst 2007 auf einem Flohmarkt in Beverungen gekauft.

In einer ersten Reaktion auf das Urteil, sagte Michael Herrmann, man „falle zurück auf den Stand, dass nichts aufgeklärt ist“. Rechtsmittel stehen Herrmann nicht zur Verfügung, da er den Prozess gewonnen hat, obwohl er zwei Drittel der Prozesskosten bezahlen muss. Doch Werner Mazurek könnte über seinen Anwalt Walter Rubach Revision einlegen.

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