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Bayern

11.06.2019

Innenminister Herrmann ist wegen geplanter Messerverbote skeptisch

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ist gegen gesetzgeberische Schnellschüsse und zeigt sich bei dem von Niedersachsen geforderten Messerverbot skeptisch.
Bild: Matthias Balk, dpa (Archiv)

Joachim Herrmann will zunächst die künftige Kontrolle des geforderten Messerverbots prüfen lassen. Der CSU-Minister warnt vor gesetzgeberischen Schnellschüssen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann steht dem von Niedersachsen geforderten Messerverbot an öffentlichen Orten skeptisch gegenüber. "Bevor wir Verbotszonen aussprechen, muss geklärt sein, wie wir dieses Verbot auch kontrollieren. Verbote, die man nicht kontrolliert, sind sinnlos", sagte der CSU-Politiker dem in Bamberg erscheinenden Fränkischen Tag (Dienstag).

Auch wenn es ein wachsendes Problem mit dem kriminellen Einsatz von Messer gebe, wehre er sich gegen gesetzgeberische Schnellschüsse. Der Bundesrat prüft derzeit auf Antrag von Niedersachsen ein komplettes Messerverbot an vielen öffentlichen Orten, darunter Schulen, Bussen und Bahnhöfen.

Geplantes Messerverbot trifft bei Polizei auf gemischte Reaktionen

Allein in Niedersachsen habe es in den vergangenen beiden Jahren rund 3700 Taten mit Stichwaffen gegeben, in 99 Prozent sei es dabei um Messer gegangen, sagte der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD). Eine bundesweite statistische Erfassung zu Straftaten mit Messern gibt es bislang nicht, soll aber voraussichtlich bis 2022 kommen.

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Niemand brauche ein Messer im Umfeld von Schulen, im Bus oder am Bahnhof, so Niedersachsens Innenminister. Sein Bundesland hatte den Vorschlag gemeinsam mit Bremen eingebracht. "Nur wer ein Messer bei sich trägt, kann es im Zweifel auch gegen andere einsetzen." Von den Polizeigewerkschaften kam ein gemischtes Echo. Die Gewerkschaft der Polizei fordert eine schnelle Umsetzung. Der Chef der Gewerkschaft der Polizei, Rainer Wendt, nennt die Pläne laut Bild-Zeitung einen "nutzlosen Schnellschuss". (dpa)

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12.06.2019

Stengere Gesetze nützen erwiesenermaßen gar nichts. In britischen Medien wird auch dauernd über den Anstieg von "knife crimes" berichtet - die Waffengesetze sind dort aber dermaßen streng, dass das Schweizer Taschenmesser meiner Frau sie schon beim letzen UK-Urlaub unwissentlich zur Straftäterin gemacht hätte. Das Problem liegt in der Gewaltbereitsschaft der Täter, die übrigens auch nicht verschwinden würde, wenn sie sich an ein Messerverbot halten würden. Wer verletzten will, findet immer etwas, das als Waffe dienen kann.
Es wundert mich nicht, dass ein Innenminister nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln verreist und deshalb so lebensfremd ist. Gerade auf Reisen hat auch der friedlichste Bürger ein Taschenmesser zum Brotzeitmachen dabei, also natürlich auch am Bahnhof.

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12.06.2019

Genau das ist das Problem. Kontrolle! Kein Gesetz kann etwas bewirken wenn es nur auf dem Papier steht, sondern nur wenn es durch Kontrolle angewendet wird. Hierfür fehlt aber das Personal bei der Polizei. Durch gezielte Kontrollen können bestimmte Personenkreise Ihres Wohlfühlfaktors und Ihrer "Sicherheit" beraubt werden.

P.S: Ein Taschenmesser hat meistens nur eine wenige Zentimeter lange geschliffene Klinge und durch den Klappmenachismus auch nicht zum Zustechen geeignet. Wird auch durch das neue Gesetz "straffrei" bleiben. Da ist ein Schraubenzieher deutlich besser als Waffe geeignet.

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12.06.2019

Einigen Straftäter interessiert auch kein Schußwaffenverbot, kein Drogenhandelverbot, kein Menschenhandelverbot. Also erlauben wir den Waffenbesitz, Drogen- und Waffenhandel? Wäre gleichzeitig ein Beitrag zur Entlastung der Justiz und Senkungen in der "Straftatstatistik". Deutschland wäre auf dem Papier sicherer.
Oder heben wir alle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf, weil sich ein paar Verkehrsterroristen sich nicht daran halten?

Gerade durch ein Verbot kann gegen bestimmte Personen ermittelt werden, wenn diese entsprechende "Waffen" dabei haben, obwohl sie noch gar nichts gemacht haben oder man ihnen nichts nachweisen kann.

Und eine Familie die zum Picknicken geht, braucht kein riesiges Messer. Zum Apfelschneiden reicht ein kleines Küchenmesser. Wir haben meistens, aus praktischen Gründen, das Ganze schon geschnitten dabei.
Zum Zerteilen auch anderer Speisen beim Picknick benötigt man kein großes, scharfes Messer. Und Familien beim Picknicken werden gar nicht kontrolliert, außer sie benehmen sich anständig daneben. Die Polizei hat oft schon gar nicht das Personal um die "Verdächtgen" zu kontrollieren. Also ist das mit dem Drangsalieren oder dem Abzocken von tausenden friedlichen Menschen völliger Quatsch.

P.S: Die New Yorker U-Bahnen wurden sicherer als man begonnen hat verstärkt Fahrscheine zu kontrollieren.

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12.06.2019

Eine bestimmte Bevölkerungsgruppe kümmert das geplante Messer- Verbot einen feuchten Kehricht. Ich befürchte vielmehr das Leute damit zur Kasse gebeten werden, die vielleicht nur das Messer dabei haben um z.B beim Picknick am See einen Apfel zu teilen oder andere Speisen zu portionieren.

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12.06.2019

Als ob ein Messerverbot, die Straftäter auch nur einen Moment interessieren würde, tausende friedliche Menschen werden damit drangsaliert.

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