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DZ-/WZ-Adventskalender

08.12.2020

8. Adventstürchen: Nachwuchsmusikerin Nathalie Zierhut spielt tiefe Töne für den Weihnachtsmann

Nathalie Zierhut übt erst seit acht Wochen auf ihrer Kindertuba und hat sich bereits an das Stück „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ für unseren musikalischen Adventskalender herangetraut. Ihre Musiklehrerin, Ingrid Philipp, freut sich über jeden, der sich für das Instrument begeistern kann.
Bild: Ingrid Philipp

Nathalie Zierhut spielt mit der Tuba für unseren musikalischen DZ-/WZ-Adventskalender. Ingrid Philipp, Dirigentin der Stadtkapelle Lauingen, weiß, wieso das Instrument auch für Anfänger eine tolle Wahl sein kann.

Wir wollen die besinnliche Stimmung trotz Corona-Pandemie in den Landkreis Dillingen holen. Deswegen gibt es in diesem Jahr den musikalischen Adventskalender: Insgesamt 24 Mal geht das Türchen seit 1. Dezember auf. Jedes Mal spielt ein Teil einer Musikkapelle im Landkreis ein Stück. Heute macht eine Nachwuchskünstlerin der Stadtkapelle Lauingen bei unserer Aktion mit.

Von der Blockflöte zur Tuba

Hinter dem achten Türchen verbirgt sich Nathalie Zierhut. Sie hat bereits mit vier Jahren bei der Stadtkapelle Lauingen Blockflöte gelernt. Nun ist sie sieben Jahre alt und durfte nach drei Jahren Blockflötenspiel im September verschiedene Blasinstrumente ausprobieren. Nach reiflicher Überlegung hat sie sich für das größte und tiefste Instrument entschieden, die Tuba. Der Klang der Tuba war einfach der schönste, so die Zweitklässlerin.

Nun spielt sie seit acht Wochen Tuba und kann bereits ein paar Weihnachtslieder. Ihr erstes Tubakonzert gab es bereits für Opa im Garten. Neben der Musik tanzt Nathalie begeistert in der Kindergarde der Laudonia und schwimmt bei der SG Gundelfingen. Unsere heutige Musikantin ist also ein wahrer Tausendsassa.

Ingrid Philipp ist Dirigentin der Stadtkapelle Lauingen und unterrichtet Kinder und Erwachsene – so auch die Siebenjährige. Dass sich das zierliche Mädchen für die große Tuba entschieden hat, sei nicht gerade typisch, bescheinigt die Dirigentin im Gespräch mit unserer Zeitung.

Auch Mama und Papa sind bei der Qual der Instrumentenwahl nicht ganz unbeteiligt: „Die Eltern sind die beim Aussuchen und Kaufen des Instruments meist dabei und schrecken manchmal vor der Größe der Tuba zurück“, so Philipp. Ganz unberechtigt ist diese Zurückhaltung nicht: „Die Kindertuba ist natürlich etwas leichter und kleiner, aber Kinder können sie oftmals nicht selbst tragen“, sagt Philipp, die jedoch optimistisch bleibt: „Wie man bei Nathalie sieht, kann es trotzdem gut funktionieren.“

Stadtkapelle Lauingen: Querflöte und Schlagzeug sind besonders beliebt

Die meisten Mädchen spielen nach Einschätzung der Dirigentin Querflöte, Klarinette oder Saxofon. Auch bei den Buben stünden eher das Schlagzeug und die Trompete auf der Wunschliste. Philipp selbst spielt „so ziemlich alles – außer Querflöte, Geige und Tuba“.

Umso mehr freut sie sich über jeden, der sich für die tiefen Töne der Tuba oder Posaune begeistern kann. Doch: „Ich würde niemanden zu einem bestimmten Instrument überreden. Der Ton muss einem gefallen“, betont die erfahrene Musikerin. Und Musikschülerin Nathalie gefiel eben der dunkle Ton der Tuba. Allgemein sei es nicht nur in der Stadtkapelle Lauingen so, dass die tiefen Instrumente, wie Posaune, Eufonium oder Tuba, rar seien.

Welches Instrument für Kinder besonders gut geeignet sei, kann man laut Philipp nicht pauschal sagen: „Das Kind sollte sich das Instrument selbst aussuchen.“ Dabei achte sie als Expertin darauf, dass das Instrument auch zum Körper des Heranwachsenden passt. „Man muss die Größe beachten. Es gibt Instrumente, die sind kindgerechter als andere.“ Zum Beispiel müsse man testen, ob das Kind eine Querflöte greifen kann. Bei der Posaune komme nicht jedes Kind zunächst an die Griffe ran. Selbst bei der Blockflöte könne es sein, dass die Kinderfinger zu dünn sind.

Nachwuchsmusikerin Nathalie spielt "Morgen kommt der Weihnachtsmann"

Ist das Instrument erst einmal ausgesucht, heißt es: üben, üben und nochmals üben. Ingrid Philipp hat mit Nathalie fleißig geübt. Die Laune unter den Musikern sei jedoch eher getrübt: Sie können nicht gemeinsam üben und auftreten. „Wir hatten die Hoffnung, vielleicht doch zur Kindermette spielen zu können, aber ich glaube, das wird heuer nichts.“ Zurzeit findet bei der Stadtkapelle Lauingen nur Einzelunterricht statt.

Philipp befürchtet zudem, dass der Präsenzunterricht im Laufe der Woche von Ministerpräsident Markus Söder wieder gänzlich untersagt wird. Das hätte für die Musiker womöglich schlimme Folgen: „Wir sind als Kapelle existenziell bedroht und wissen nicht, wer von unseren Musikern nach der Krise zum Spielen zurückkommt.“ In einem Jahr, in dem kaum Veranstaltungen und persönliche Treffen stattfinden, gehen der Kapelle zunehmend „Wackelkandidaten“, wie Philipp sie nennt, verloren. In der Früherziehung sind laut der Musikerin viele Kinder. Nachwuchsmangel gebe es stattdessen bei den weiterführenden Musikinstrumenten. Das Coronavirus habe die Situation verschlimmert: „Wir hatten nicht die Möglichkeit, Informationsabende zu veranstalten, damit sich Kinder ausprobieren können.“

Schülerin Nathalie, die sich bereits für die tiefen Töne der Tuba entschieden hat, fühlt sich nach acht Wochen des fleißigen Übens bereit, für den Adventskalender der Donau-Zeitung und Wertinger-Zeitung „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ zu spielen. Sie würde sich freuen, wenn viele kleine Musiker heute Abend um 19 Uhr mitmachen. Das Video von Nathalie finden Sie online auch unter facebook.de/donau-zeitung.

DZ-/WZ-Adventskalender: Nathalie Zierhut spielt "Morgen kommt der Weihnachtsmann"
Video: Ingrid Philipp

So können auch Sie sich an unserem DZ/WZ-Adventskalender beteiligen

Also, liebe Leser, machen Sie es der Nachwuchsmusikerin nach und werden Sie aktiv: Sehen Sie sich das Video an, reißen sie pünktlich um 19 Uhr – Stichwort Adventskalender – Fenster und Türen sperrangelweit auf oder stellen Sie sich auf den Balkon und schmettern Sie „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ lautstark mit. Im besten Fall bilden Sie zusammen mit Ihren Nachbarn einen großen Gemeinschaftschor – auf Distanz, versteht sich – und bringen so den Landkreis Dillingen zum Klingen.

Wenn Sie uns von Ihrer privaten Teilnahme ein Foto und ein paar Zeilen (bitte mit Adresse) schicken möchten, dann gerne an redaktion@donau-zeitung.de So wie Michael Dicknether aus Wertingen. Er ist vergangene Woche unserem Aufruf gefolgt und hat vor seiner Haustüre „Es ist ein Ros entsprungen“ gespielt und gesungen. „Leider waren wohl aufgrund der Kälte keine Zuhörer da“, schrieb uns der Wertinger im Anschluss.

Michael Dicknether aus Wertingen ist vergangene Woche unserem Aufruf gefolgt und hat vor seiner Haustüre in der Klopfergasse „Es ist ein Ros entsprungen“ gespielt und gesungen. „Leider waren wohl aufgrund der Kälte keine Zuhörer da“, schrieb uns der Wertinger im Anschluss.
Bild: Ingrid Philipp

Lesen Sie dazu auch: Öffnen Sie den DZ-/WZ-Adventskalender und singen Sie mit!

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