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Kloster Fultenbach

30.07.2020

Auf sakraler Schatzsuche des Klosters Fultenbach

Auch in der St.-Johannes-Baptist-Kirche in Nersingen finden sich sakrale Objekte des Fultenbacher Klosters.
Bild: Franz Heinle

Plus Das Inventar der Fultenbacher Klosterkirche befindet sich an vielen Orten der Region. Das Buch „Kloster Fultenbach. Erinnerungen, Zeugnisse und Geschichte(n) einer ehemaligen Benediktinerabtei“ zeigt, wo sich die Schätze genau befinden. Am Freitag wird das Buch vorgestellt.

Das Kloster in Fultenbach gibt es seit über 200 Jahren nicht mehr. Doch die sakralen Kunstwerke der Klosterkirche sind in der Region verstreut. Die Autoren Franz Heinle und Werner Malcher haben sich auf Spurensuche in den Archiven begeben. Daraus ist ein Buch mit dem Titel „Kloster Fultenbach. Erinnerungen, Zeugnisse und Geschichte(n) einer ehemaligen Benediktinerabtei“ entstanden. Am Freitag stellen die Autoren ihr in Eigenregie gedrucktes Werk vor.

Ein Buch über die Geschichte des Klosters Fultenbach

Das Buch dokumentiert auf 275 Seiten die Geschichte des Klosters Fultenbach und den Verbleib des Inventars der Klosterkirche. Viele Bilder und historische Zeugnisse zeigen, um was es sich bei den Gegenständen genau handelt und wo sich die sakrale Kunst heute befindet.

Autor Franz Heinle war früher als Ingenieur im Atomkraftwerk Gundremmingen tätig. Der Rentner bezeichnet sich als Hobby-Historiker, der sich für die regionale Geschichte brennend interessiere. Heinle gibt mit der Klostergeschichte bereits sein siebtes Buch heraus. Der Mann aus Altenmünster im Landkreis Augsburg ist bei seinen Recherchen zu Altenmünster und den Herrschaftssitzen im Zusamtal auf das Kloster Fultenbach gestoßen. „Fultenbach gehört zu den 45 ehemaligen Herrschaftssitzen“, sagt Heinle, „und war damit ein kultureller Mittelpunkt in der Region.“

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Der bayerische Staat verkaufte das Kloster Fultenbach und das Inventar

Das Kloster wurde 739 gegründet. Im Rahmen der Säkularisation in Bayern wurden in den Jahren 1802 und 1803 kirchliche Güter verstaatlicht. Auch das Kloster Fultenbach wurde aufgelöst. Der neu gegründete bayerische Staat verkaufte das komplette Inventar, sämtliche Gebäude des Klosters und die erst 70 Jahre alte Klosterkirche, sowie den Grundbesitz. Die Kunstgegenstände wurden bis zum endgültigen Verkauf in der einstigen fürstbischöflichen Residenz Dillingen gelagert. Ein Weinhändler aus Wertingen namens Joseph Zenetti kaufte die Klostergebäude. 1811 folgte der Abbruch der Klosterkirche. „So ein Kloster würde man heute niemals abreißen. Ein Rätsel, dass der bayerische Staat so gehandelt hat“, bedauert Franz Heinle.

Das Erbe des Klosters lebt außerhalb von Fultenbach weiter

Das Wissen über das Kloster Fultenbach verdanken Heinle und Malcher dem Gymnasialprofessor Augustin Hafner. Dieser dokumentierte die Geschichte des Klosters in den Jahresberichten 1914 und 1915 des historischen Vereins Dillingen. „Ohne Augustin Hafner wüssten wir nur ganz wenig über das Kloster“, sagt Hobby-Historiker Heinle. Viele Heiligenfiguren und sakrale Objekte sind immer noch in Bayern aufzufinden, wie das Buch beweist. So zum Beispiel im Landkreis Neu-Ulm, im Altarbereich der Nersinger Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Und die Studienbibliothek in Dillingen beherbergt mehr als 1300 Bände aus der ehemaligen Klosterbibliothek Fultenbach.

TERMIN Die Buchvorstellung von „Kloster Fultenbach“ mit Franz Heinle und Werner Malcher findet am Freitag, 31. Juli, um 19.30, im Sportheim nach Fultenbach statt. Das Buch kostet 25 Euro.

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