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Beschluss

27.01.2021

Bald toben im Höchstädter Kolping-Kindergarten auch Krippenkinder

Zum bestehenden Adolph-Kolping-Kindergarten in Höchstädt soll ein Neubau für zwei zusätzliche Kinderkrippengruppen entstehen. Das hat die Mehrheit des Höchstädter Stadtrates so beschlossen. Das Umland war dagegen.
Foto: Berthold Veh

Plus Höchstädt muss Platz für zwei zusätzliche Gruppen für unter Dreijährige schaffen. Die Standortfrage löst bei der Stadtratssitzung eine Diskussion aus.

Bereits im Vorfeld der Sitzung hat Gerrit Maneth seinen Räten eine Übersicht mit Vor- und Nachteilen zur Verfügung gestellt. Auch im Fraktionstreff vor rund einer Woche gab es keinerlei Diskussionen, berichtet er. Deshalb geht Höchstädts Bürgermeister bei der Sitzung am Montag nur noch auf die wichtigsten Punkte ein und schlägt dann einen Beschluss vor. Den, dass die Stadt Höchstädt nach Abwägung aller Gesichtspunkte bei der Kindertagesstätte Adolph Kolping einen Neubau zur Schaffung von zusätzlichen Krippenplätzen realisiert. Zeitnah. Doch so schnell geht es nicht. Zumindest nicht für Johann Kaltenegger. Der Stadtrat aus Deisenhofen ist gegen diese Pläne. Er sagt deutlich: „Es tut mir leid, aber mir fehlen wichtige Angaben und aus meiner Sicht ist auch nicht sachlich genug und vor allem einseitig ermittelt worden.“ Hinzu komme, dass er kurz vor der Sitzung zum ersten Mal von einer Machbarkeitsstudie gehört habe. Die Diskussion im Stadtrat ist eröffnet.

Ein Neubau bei Adolph Kolping in Höchstädt ist die beste Lösung

Wie berichtet, hat eine Bedarfsplanung im Herbst 2019 ergeben, dass die Stadt Höchstädt dringend zwei neue Kinderkrippengruppen mit jeweils 15 Kindern braucht. Zwischenzeitlich wurde eine Interimslösung in der Don-Bosco-Einrichtung geschaffen. Parallel, so erläutert es Maneth auch am Montag, ist eine Machbarkeitsstudie in die Wege geleitet worden. Die Kernfrage war: Wo ist Platz für zwei zusätzliche Gruppen? Dafür wurden die bestehenden Einrichtungen in Höchstädt, Don Bosco und Adolph Kolping, sowie der Deisenhofener Kindergarten untersucht. Maneth: „Die Ergebnisse haben Vor- und Nachteile ergeben, die haben wir gegenüber gestellt und sind so zu dem Entschluss gekommen, dass ein Neubau bei Adolph Kolping die beste Lösung ist.“

Die Vorteile: Notwendige Räume können schnell errichtet und baulich mit dem Bestand verbunden werden, Krippenkinder können im Anschluss direkt in den Kindergarten bei Adolph Kolping wechseln, Flächen für Park- und Stellplätze sind da, ausreichend geschultes Personal ist vorhanden und die Nähe zum Wohngebiet Bruckwörth ist zukunftsfähig. Die Baukosten, so Maneth weiter, belaufen sich einer ersten Schätzung nach auf circa eine Millionen Euro brutto. Ein Nachteil sei, dass die Gruppen nicht im Bestand untergebracht werden, ein Neubau nötig sei. Das gelte aber auch für Deisenhofen. Und die „Minus-Seite“ für den Stadtteil-Standort ist noch länger. Ein paar Beispiele: Barrierefreiheit fraglich, Außenspielfläche würde reduziert werden, kein Personal für Krippenkinder da, nach Ende der Krippenzeit kann nur eine Gruppe aufgrund der Größe in den Deisenhofer Kindergarten wechseln. Ein großes Plus sei aber die Nähe zu den Neubaugebieten im Umfeld, und: Träger ist die Stadt.

Ein zukunftsfähiger Standort für die Kinder in Höchstädt

Stadtrat Johann Kaltenegger sieht noch mehr Vorteile. Er sagt: „Wenn wir eine Gruppe im Obergeschoss unterbringen und eine Gruppe bei Adolph Kolping, dann brauchen wir keinen Neubau.“ Der Dartverein könnte seiner Meinung nach kurzfristig anders untergebracht werden, „weil irgendwann wird ja wohl ein Bürgerzentrum kommen“. Ein weiteres Argument für ihn sei die Tatsache, dass Eltern mit ihren Kindern zum Standort Adolph Kolping „durch die ganze Stadt fahren müssen“. Vor allem aber kann der Deisenhofer eines nicht nachvollziehen: „Warum wurde nur geprüft, wo zwei Gruppen gleichzeitig untergebracht werden können?“

Bürgermeister Maneth entgegnet, dass er immer davon ausgegangen sei, dass ein Standort mehr Sinn und zukunftsfähiger sei, deshalb auch nur in diese Richtung geprüft wurde. „Aber wir können gerne abstimmen, ob wir die Machbarkeitsstudie so erweitern sollen, dass die Aufteilung auf zwei Standorte geprüft wird. Schade nur, dass das jetzt erst zur Sprache kommt“, sagt er. Die sofortige Abstimmung bringt folgendes Ergebnis: Sechs Räte, das Umland, wollen eine neue Studie. Die große Mehrheit nicht.

Krippe und Kindergarten in Höchstädt bald an einem Ort

Zweiter Bürgermeister Stephan Karg (CSU) sagt zur Diskussion: „Wir müssen neubauen. Egal wo. Aber wollen wir jetzt wirklich zwei Baustellen aufmachen? Ich finde einen Standort klar besser.“ Auch Wolfgang Konle (SPD) findet einen Neubau bei Adolph Kolping „viel attraktiver“, auch, weil Krippe und Kindergarten an einem Ort wären. Das gefällt auch Ludwig Kraus (CSU): „Wenn wir einen Standort wählen, dann ist Adolph Kolping sicher der Beste. Don Bosco ist am Limit.“ Rainer Wanek (Pro Höch-städt) argumentiert auch für die Entwicklung der Innenstadt. Die werde vor allem durch Eltern, die in der Stadt unterwegs sind, belebt.

Dritter Bürgermeister Armin Hopfenzitz (Umland) sagt, dass im Bauausschuss sehr intensiv diskutiert wurde, aber auch er den Standort Deisenhofen „spannend“ finde. Johann Jall (Umland) betont, dass ihm von einer Machbarkeitsstudie nichts bekannt war und er folglich auch nicht versäumt hätte, seine Kollegen in der Fraktion darüber zu informieren. Günter Ballis (FDP) hat dagegen ein Déja-vú: „Es ist ähnlich wie mit der B16: Wir diskutieren umfangreich und dann fangen wir wieder von vorne an.“

Und genau das will Hans Mesch (Freie Wähler) nicht mehr. Er hat genug und stellt bei der Sitzung am Montag einen Antrag an die Geschäftsordnung für eine sofortige Abstimmung. Denn: „Wir haben im Bauausschuss und im Fraktionstreff ausführlich darüber diskutiert und alle Vor- und Nachteile abgewogen. Adolph Kolping ist insgesamt die beste Wahl, da kam von niemanden was dagegen. Und jetzt plötzlich? Es reicht, stimmen wir ab.“

Das Ergebnis: 15:6 – für die Einrichtung zwei neuer Kinderkrippengruppen am Standort Adolph Kolping in Höchstädt und die damit verbundenen Maßnahmen.

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