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Dillingen

09.01.2019

Dillingen feiert seine Soldaten beim Neujahrsempfang

Etwa 500 Menschen haben am Neujahrsempfang im Dillinger Stadtsaal teilgenommen, bei dem die Patenschaft zum Informationstechnikbataillon 292 im Mittelpunkt stand. Die Stadtkapelle spielte unter der Leitung von Marie-Sophie Schweizer auf. Bei der Deutschland-Hymne salutierten die Soldaten auf der Empore.
Bild: Jan Koenen

Die Stadt zelebriert ihre Freundschaft mit den Fernmeldern. Im Juni werden 20000 Besucher beim Tag der Bundeswehr erwartet. Schicksalsschlag trübt Stimmung.

Der Neujahrsempfang, den etwa 500 Menschen am Montagabend im Dillinger Stadtsaal erleben, verläuft anders als geplant. In die Freude mischt sich am Anfang Bestürzung, denn am Sonntagnachmittag ist Stadtrat Peter Söhner überraschend gestorben. Zum Gedenken an den 66-jährigen Chef von Blumen Söhner an der Donauwörther Straße ist ein Bild vor der Bühne aufgestellt. Oberbürgermeister Frank Kunz ringt bei der Begrüßung um Fassung. „Die Trauer sitzt tief“, sagt Kunz. Da falle es nicht leicht, einen Neujahrsempfang abzuhalten. Er sei sich aber nach der Absprache mit der Familie sicher, „dass sich unser Stadtrat und Freund Peter Söhner dies so gewünscht hätte“. Die Gäste des Neujahrsempfangs erheben sich zu einer Schweigeminute. Danach zelebriert die Stadt Dillingen ihre Freundschaft mit den Soldaten, denn thematisch steht in diesem Jahr die gelebte Patenschaft mit dem Informationstechnikbataillon 292 im Mittelpunkt.

Ein Bild war zum Gedenken an den verstorbenen Stadtrat Peter Söhner aufgestellt. Der plötzliche Tod des Kommunalpolitikers überschattete den Neujahrsempfang.
Bild: Berthold Veh

Unter den Gästen sind dieses Mal mehr als 100 Soldaten des Bataillons mit ihrem Kommandeur Markus Krahl. Kunz heißt unter anderem auch den Fregattenkapitän Arndt Henatsch (Eckernförde), Landrat Leo Schrell, Landtagsabgeordneten Johann Häusler, die Bezirksräte Johann Popp, Heidi Terpoorten und Alois Jäger sowie den Nördlinger Oberbürgermeister Hermann Faul willkommen. Der Tag der Bundeswehr am 15. Juni in Dillingen werde ein Ereignis sein, das weit über die Stadt hinaus Strahlkraft habe. Etwa 20000 Besucher werden an diesem Samstag in der Luitpoldkaserne erwartet. „Diese Großveranstaltung gibt uns Gelegenheit, die enge Verbundenheit zum Ausdruck zu bringen, die schon lange zwischen Stadt und Bundeswehr besteht“, betont Kunz.

Seit 338 Jahren sind in Dillingen Truppen stationiert

Seit 338 Jahren sei Dillingen Garnisonsstadt (Truppenstandort). 1955 und 1956 habe die Stadt zwei Mal Anträge gestellt, um Bundeswehrstandort (ab November 1956) zu werden. „Die Stationierung der Bundeswehr in Dillingen war ein wahrer Glücksfall“, sagt Kunz. Die Kasernen (Alte Kaserne, Ludwigskaserne, Luitpoldkaserne) prägten das Stadtbild. Und die Soldaten seien mit Gelöbnissen, Adventskonzerten und Teilnahmen an Veranstaltungen wie dem Christkindlesmarkt und dem Volksfest in Dillingen präsent. Wie eng die Verbundenheit der Menschen in der Region mit den Soldaten sei, ist laut Kunz auch 2011 zum Ausdruck gekommen: Als der Bundeswehr-Standort erneut auf der Kippe stand, haben etwa 11000 Menschen innerhalb kürzester Zeit für den Erhalt unterschrieben. Die Stadt wolle ihren Soldaten Lebensqualität bieten, sagt Kunz und geht auf die familienfreundliche Politik des Stadtrats und die neuen Projekte ein (Baubeginn beim Mittelschul-Neubau im Frühjahr und später beim Haus der Wirtschaft im Herbst).

"Ein Austausch unter Freunden"

Kommandeur Krahl blickt ebenfalls „mit besonderem Stolz auf die lange Tradition der Verbundenheit“ zwischen der Stadt Dillingen und den hier stationierten Soldaten zurück. Dillingen sei eine der ältesten Garnisonsstädte in Bayern. Die Stadt und die Soldaten hätten sich stets aufeinander verlassen können – es sei „ein Austausch unter Freunden“ entstanden. CSU-Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange erinnert bei der Festansprache an seine eigene Bundeswehrzeit 1988 in der Luitpoldkaserne und bedauert, dass die Wehrpflicht ausgesetzt wurde. „Eine Dienstpflicht könnte heute für diese Gesellschaft sinnvoll sein“, meint der Nördlinger. Nach der kurzfristigen Absage der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die im Dezember die Luitpoldkaserne besuchen wollte, nennt der Abgeordnete einen neuen Termin. Die Ministerin werde auf ihrer Rundreise im Sommer 2019 den Bundeswehrstandort Dillingen besuchen. Er werde sich weiter für eine Stärkung des Standorts, an dem laut Plan 700 Soldaten stationiert sein sollen, einsetzen. Staatssekretär Thomas Silberhorn habe beim Rückkehrerappell in Gundelfingen zugesichert, dass das Verteidigungsministerium für Gebäudesanierungen und den Neubau eines Wachgebäudes viele Millionen Euro investieren werde. Darüber hinaus müsse die Schießanlage, die 2006 abgebrannt ist, endlich erneuert werden, fordert Lange. Im zweiten Quartal 2019 soll das Entfernungsschießen wieder möglich sein.

Sie stießen auf die Freundschaft zwischen der Stadt und den Soldaten an: (von links) Oberbürgermeister Frank Kunz, Abgeordneter Ulrich Lange und Kommandeur Markus Krahl.
Bild: Berthold Veh

Auch bei den Ehrungen gibt es eine Abweichung

Die Stadtkapelle Dillingen spielt unter der Leitung von Marie-Sophie Schweizer beim Neujahrsempfang auf. Bei der Ehrung verdienter Mitbürger (den Bericht dazu finden Sie hier) gibt es nach dem jüngsten Schicksalsschlag erneut eine Abweichung. Drei Stadträte wollen nach dem Tod Peter Söhners zu einem späteren Zeitpunkt ausgezeichnet werden. Die Soldaten des IT-Bataillons fühlen sich durch den Empfang sichtlich geehrt. Hauptmann Rainer Schünke, ein gebürtiger Berliner, sagt: „Man merkt in Bayern und besonders in Dillingen deutlich, dass wir hier als Soldaten herzlich willkommen sind.“ Er habe als Soldat schon Standorte erlebt, wo dies ganz anders ist.

Einen Kommentar zum Neujahrsempfang lesen Sie hier: Der Dillinger Neujahrsempfang wird nachwirken

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