Newsticker
EMA gibt grünes Licht für Johnson-Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Gastronomen protestieren mit leeren Tischen und leeren Betten

Lockdown

02.03.2021

Gastronomen protestieren mit leeren Tischen und leeren Betten

Auch im Landkreis Dillingen haben Wirte mit einem stillen Protest eine Perspektive für die Öffnung ihrer Betriebe gefordert. Auch im Kastanienhof in Lauingen, im Landgasthof Adler in Aislingen und in der Gänsweid in Wertingen (von oben im Uhrzeigersinn) wurden leere Tische und leere Betten vor die Gasthäuser gestellt.
3 Bilder
Auch im Landkreis Dillingen haben Wirte mit einem stillen Protest eine Perspektive für die Öffnung ihrer Betriebe gefordert. Auch im Kastanienhof in Lauingen, im Landgasthof Adler in Aislingen und in der Gänsweid in Wertingen (von oben im Uhrzeigersinn) wurden leere Tische und leere Betten vor die Gasthäuser gestellt.

Auch im Landkreis Dillingen wollen Wirte und Hotelbetreiber wieder öffnen. Sie nennen einen Termin, wann es spätestens losgehen soll

Von der Nordsee bis auf die Zugspitze haben deutschlandweit Hoteliers und Gastronomen am Montag einen gedeckten Tisch beziehungsweise ein gemachtes Bett als stillen Protest auf einem öffentlichen Platz aufgestellt, um im Vorfeld der nächsten Bund-Länder-Gespräche am Mittwoch auf die verzweifelte Situation der Betriebe und die momentane Perspektivlosigkeit aufmerksam zu machen.

Auch im Landkreis Dillingen haben sich Gastronomen der Aktion angeschlossen: Familie Uhl, die bereits seit mehreren Generationen den Landgasthof Adler in Aislingen betreibt, war ebenso am Start wie der Kastanienhof in Lauingen. In Wertingen hatten Sabine Simon und Markus Egger vom Restaurant Gänsweid zusammen mit dem Kreisvorsitzenden des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands, Josef Stark (Landgasthof Stark), an der Zusambrücke den stillen Protest „Gedeckter Tisch – gemachtes Bett“ durchgeführt. „Wir brauchen eine Perspektive, dass wir gesichert wenigstens Ende März, auf Ostern hin öffnen können“, betonen die Gastronomen.

Seit November befinden sich gastgewerbliche Betriebe erneut im Lockdown, ein baldiges Ende ist nach vier Monaten für die Branche noch immer nicht in Sicht. Die Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands, Angela Inselkammer, sagt: „Die Maßstäbe und Inzidenzwerte, die für Öffnungen in anderen Branchen gelten, wie zum Beispiel Einzelhandel oder auch Baumärkte, müssen auch für das Gastgewerbe gelten. Einen fortgesetzten Teil-Lockdown, also weitgehende Schließungen als Dauerzustand, während andere öffnen dürfen, akzeptieren wir nicht.“ Wenn vergleichbare Branchen wie der Einzelhandel wieder öffnen dürfen, müsse es auch im Gastgewerbe wieder losgehen – und zwar so, dass die Betriebe wirtschaftlich arbeiten können, fordert Inselkammer.

Die Betriebe des Gastgewerbes hätten während der Öffnungen von Frühjahr bis Herbst 2020 bewiesen, dass ihre Hygienekonzepte funktionieren – in allen Betriebsteilen, innen und außen, während der gesamten betrieblichen Öffnungszeiten. Auch der Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands, Josef Stark, sagt: „Gastronomie und Hotellerie waren und sind keine Pandemietreiber!“ Und Angela Inselkammer weist darauf hin, dass dies erst vergangene Woche das Robert-Koch-Institut mit seinem „Control-Covid-Plan“ bestätigt habe. So sei das Ansteckungsrisiko gerade bei Zusammenkünften im Freien und in Hotels niedrig.

Ebenfalls dürfe nach Ansicht der Wirte und Hotelbetreiber der Aspekt nicht vernachlässigt werden, dass das Gastgewerbe geschützte Bereiche mit hohen Hygienestandards geschaffen habe. Die Erfahrung im Nachgang zum letzten Lockdown habe gezeigt: Stehen diese nicht zur Verfügung, werde es zu Ausweichbewegungen der Menschen kommen, die dann nur in ungeschützten Bereichen stattfinden können.

Die Gastronomie- und Hotelbetriebe auch im Landkreis wollen wieder ihre Gäste bedienen. Das To-go-Konzept der vergangenen Wochen sei eine Alternative gewesen, aber keine Dauerlösung. Findet auch Alexander Lodner vom „Drei Mohren“ in Lauingen. Das Angebot werde insgesamt zu wenig angenommen. Ihn schmerzt vor allem, dass ein Großteil seines Personals derzeit daheimbleiben muss. „Das ist nicht schön, wir haben ja die Verantwortung für unsere Mitarbeiter.“ Lodner fürchtet, Hotel und Gastronomie dürfen erst nach Ostern wieder aufmachen, damit es über die Feiertage nicht zu Massenwanderungen kommt. Fünfeinhalb Monate wären es bis dahin, Einnahmen nahezu null, und die Hilfen kommen auch nicht an. Der Gasthof Sonne in Gundelfingen hat andere Erfahrungen mit den Coronahilfen gemacht. „Die kamen flott“, erzählt Jutta Delle. Dennoch seien die vergangenen Monate ein Albtraum. Delle würde gern ab Mitte März die Außengastronomie wieder öffnen, ab Ostern dann auch innen. „Wir brauchen eine Perspektive.“

Stark sagt: „Die Menschen sehnen sich endlich wieder nach einem Besuch live vor Ort.“ Und die Gastronomen sehnten sich nach ihren Gästen. (mit corh)

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren