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Höchstädt

17.12.2020

In Höchstädt gibt es bald Baumbestattungen

Der Höchstädter Bauausschuss hat in seiner Sitzung beschlossen, dass künftig Baumbestattungen möglich sein sollen. Eine Grünfläche beim Kriegerdenkmal sei geeignet.
Bild: Leitenstorfer (Symbol)

Plus Das Gremium hat auch über die Birke am Oberglauheimer Friedhof diskutiert. Und es wurde über das Thema Kiesausbeute diskutiert.

Die Birke an der Friedhofsmauer in Oberglauheim soll entfernt werden, sofern die Untere Naturschutzbehörde zustimmt. Stadtteilreferent Siegfried Mayerle hatte einen Antrag gestellt, den der Bauausschuss der Stadt Höchstädt am Dienstag besprochen hat. Denn die Wurzeln des Baums, der irgendwann direkt an der Friedhofsmauer wild aufgegangen war und inzwischen eine stattliche Größe erreicht hat, beeinträchtigt nach Ansicht von Mayerle die Standfestigkeit der Mauer, sie werde durch die Wurzeln weggedrückt.

Acht bis zehn Urnen können eingesetzt werden

Bäume waren auch beim nächsten Tagesordnungspunkt ein Thema. Die Stadt hat immer wieder Anfragen, ob Wald- oder Baumbestattungen in Höchstädt möglich wären, berichtete Bürgermeister Gerrit Maneth. Geeignet wäre dafür eine Grünfläche mit einem Baum links vom Kriegerdenkmal und rechts davon sind nochmals zwei geeignete Bäume, erläuterte Stadtbaumeister Thomas Wanner.

Acht bis zehn Urnen könnten unter jedem Baum eingesetzt werden, auch eine Sitzbank sei in der Nähe für die Trauernden. Auf Messingschildern, die in geeigneter Form am Baum angebracht werden, könnten die Namen an die Verstorbenen erinnern. Hans Mesch hat sich in Harburg und Lauingen die dortigen Lösungen angeschaut und meinte, die in Höchstädt vorgesehene Fläche sei ideal als Einstieg. „Die Preise könnte man an die Lauinger anlehnen“, regte er an. Thomas Schmitt zeigte sich als absoluter Fan dieser Bestattungsform und bat, bei der Erstellung des Konzepts darum zu überlegen, noch weitere Bäume in Betracht zu ziehen. Mesch sagte, dass beim jetzigen Stand 25 bis 30 Plätze möglich seien. Weitere Möglichkeiten böten die Grünfläche bei der jetzigen Urnenfläche und auch Lücken im Friedhof selbst, die immer größer werden, wenn Gräber nicht mehr belegt werden.

Ist die herkömmliche Bestattung würdevoller?

Günter Ballis fragte, ob ebenso wenig wie bei den Urnenstelen Blumen abgelegt werden dürften. Drei bis vier Wochen nach der Bestattung wäre das laut Satzung im kleinen Umfang geduldet, antwortete der Stadtbaumeister. Ballis erklärte, dass ihm die herkömmliche Bestattung mit Grabstein lieber wäre und diese Erinnerungskultur bleiben sollte.

Der Bauausschuss Höchstädt stimmte bei seiner Sitzung auch dem Antrag des Landkreises Dillingen zum Neubau und der Sanierung der Berufsschule Höchstädt in zwei Bauabschnitten zu. Das beantragte Objekt wird 108 Meter lang, teilt sich in drei Hauptkörper mit zwei rückversetzten Verbindungstrakten auf, und wird rund 27 Meter breit. An der höchsten Stelle ist es 15,75 Meter hoch. Darin befinden sich neben den Klassenräumen unter anderem ein Kaltgewächshaus, zwei Bodenhallen, eine Metallwerkstatt, eine Holzwerkstatt, Technik-, EDV-, Sanitär- und Putzräume. Verschiedene Bestandsbauten müssen im Zuge der Baumaßnahme abgerissen werden. Die Stadt Höchstädt weist allerdings darauf hin, dass dafür Sorge getragen werden muss, dass die derzeitige Parkerei entlang der Deisenhofer Straße künftig verhindert wird.

Mehrfamilienhäuser in der Deisenhofer Straße

Bauanträge wurden am Dienstag in der Sitzung ebenfalls diskutiert. Insgesamt sechs Mehrfamilienhäuser sind an der Deisenhofer Straße geplant, im Bereich der ehemaligen Gärtnerei Hurler. Vier davon stehen bereits, für zwei lagen dem Höchstädter Bauausschuss in der Sitzung am Dienstag die Bauanträge vor. Beiden stimmte der Ausschuss zu. Eines ist östlich des bereits stehenden Mehrfamilienhauses mit der Hausnummer 17 geplant und soll zweistöckig sein, zusätzlich ein Vollgeschoss im Dachgeschoss.

Es liegt an der Nordostecke des Grundstücks und grenzt an die Deisenhofer Straße an, während das andere, dreistöckig geplante Haus an der Südostecke liegen soll. Wie bei den bereits stehenden Häusern sind auch hier Satteldächer vorgesehen. Simon Schaller begrüßte es, dass der Investor hier Innerortsverdichtung betreibt. Doch er regt an, der Firma mit auf den Weg zu geben, dass mehr als die vorschriebenen Stellplätze auf dem Grundstück vorgehalten werden. Er sagte: „1,5 Stellplätze pro Wohnung reichen bei uns auf dem Land nicht, da bekommen wir ein Parkplatzproblem.“

Am Bruckwörthweg möchte ein Anlieger eine rund 250 Quadratmeter große Gartenfläche schottern, um dort Privat- und Firmenfahrzeuge sowie einen Hänger abstellen zu können. Die Zufahrt soll von der Straße Exerzierplatz her erfolgen, wobei ein Teilbereich des Radwegs befahren werden müsste. Um dies zu genehmigen, wird eine Vereinbarung getroffen. Unter anderem wird festgelegt, dass nur die Eigentümer und Bewohner des Grundstücks dort fahren dürfen, die wiederum die Parkplätze gegenüber dem Grundstück unterhalb des Schlosses freihalten. Außerdem darf das Befahren des Geh- und Radwegs nur in Schrittgeschwindigkeit erfolgen. Halten und Parken ist in diesem Bereich verboten.

Seen müssen wiederhergestellt werden

Für mehr Diskussion sorgte im Ausschuss das Thema Wiederherstellung von Seen. Nach Abschluss des Kiesabbaus am „See 19“ durch die Firma Kiesa Quetschwerk wurden am Süd- und Ostufer durch einen Sachverständigen, der vom Wasserwirtschaftsamt beauftragt wurde, Abweichungen zwischen Plan- und Istzustand festgestellt. Unter anderem hat die Firma Kiesa im östlichen Bereich Ufersicherungen durchgeführt, weil durch den Wellenschlag das verfüllte Material am Ufer immer wieder weggespült wurde. Der Ausschuss stimmte zu mit dem Hinweis, dass die öffentlichen Feldwege nach Abschluss der Arbeiten wieder in den ursprünglichen Ausbauzustand gebracht werden müssen.

Die Firma Terra Nova Südliche Glött GmbH beantragte die Erteilung einer Plangenehmigung, um den Ist-Zustand am See 1 festzustellen. Die durchgeführte Teilverfüllung weicht vom ursprünglichen Plan ab, allerdings hat sich bereits gezeigt, dass Wiesenbrüter sich hier wohl fühlen, hier ihre Brutplätze wählen und die Überlebensrate der Jungvögel höher war als auf den umliegenden landwirtschaftlichen Flächen. Der Ausschuss stimmte zu.

In der Diskussion meinte Günter Ballis, dass es landschaftlich schöner wäre, wenn große Seen zumindest zum Teil wieder verfüllt werden. Da könnten sich viele Tierarten niederlassen, wenn auch noch Bäume gepflanzt werden. Stadtbaumeister Wanner erläuterte, dass es zu wenig Material gibt, mit dem verfüllt werden dürfe. Außerdem gebe es auch in großen Seen eine Vielfalt an Fischen und weiteren Lebewesen.

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