Angesichts der auch im Landkreis Dillingen dramatisch steigenden Corona-Fallzahlen und der zunehmenden Auslastung der Intensivstationen in den Kliniken durch Corona-Patienten und -patientinnen ruft Landrat Leo Schrell die Bevölkerung erneut auf, das Angebot der Corona-Impfung in Anspruch zu nehmen. „Durch die Impfung schützt man sich selber vor schweren Verläufen und schützt gleichzeitig seine Mitmenschen“, betont Schrell. Zudem sei dies ein Akt der Solidarität.
Impfangebote im Landkreis Dillingen
Das Landratsamt Dillingen hat das staatliche Impfangebot im Impfzentrum in Wertingen ab Oktober nach den Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung angepasst. Die staatlichen Impfzentren werden bis zum 30. April mit einem geänderten Bayerischen Impfkonzept und dabei mit einem deutlich reduzierten Umfang fortgeführt.
Nach der ab 1. Oktober gültigen neuen Bayerischen Impfstrategie soll das Impfangebot der niedergelassenen Ärzte und Ärztinnen sowie der Betriebsärzte und Betriebsärztinnen gegenüber dem staatlichen Impfangebot Vorrang haben. Der Schwerpunkt des staatlichen Impfangebots liegt daher laut Pressemitteilung künftig beim Einsatz von mobilen Impfteams, vor allem für vulnerable Gruppen wie in den Alten- und Pflegeheimen. Beim ergänzenden staatlichen Impfangebot, das durch das Impfzentrum abgedeckt werden soll, wird nach den Vorgaben des Freistaates von einem Bedarf von 100 bis 150 Impfungen pro Tag bei einer Fünf-Tage-Woche bezogen auf 100.000 Einwohner (der Landkreis Dillingen hat knapp 97.000 Einwohner und Einwohnerinnen) ausgegangen.
In der Turnhalle und im Hallenbad Wertingen
Entsprechend diesen Vorgaben wurden auch die Kapazitäten des Impfzentrums Wertingen deutlich reduziert und dieses auch räumlich verkleinert. Die drei Sportfelder der Dreifachturnhalle Wertingen und das Hallenbad Wertingen werden wieder wie ursprünglich genutzt und für den Schul- und Vereinssport freigegeben. Nur der Umkleidebereich der Dreifachturnhalle Wertingen wird noch für eine sogenannte Impf-Basisstation für die logistische Steuerung und Organisation mobiler Impfteams benötigt.
Aufgrund der Neustrukturierung werden die Dienstleistungen der Firma Ecolog, die das Impfzentrum des Landkreises im staatlichen Auftrag betreibt, deshalb künftig wie folgt zur Verfügung stehen:
Im Foyer des Hallenbades Wertingen finden nur noch am heutigen Samstag Impfungen statt. Ab 1. November 2021 werden Impfungen in Wertingen „nur“ noch jeden Samstag von 9.30 bis 15.30 Uhr im Rotkreuz-Haus (Pestalozzistraße 5) gegenüber der Dreifachturnhalle angeboten. Dort sind Erst- und Auffrischimpfungen dann nur noch nach vorheriger Registrierung und Terminbuchung in der Bayerischen Impfsoftware (BayIMCO), https://impfzentren.bayern/citizen/ möglich.
Mobiles Impfteam ist unterwegs
Das seit 1. Oktober zusätzliche Impfangebot, sich von Dienstag bis Freitag aufgrund der niedrigen Arztdichte im Landkreis Dillingen durch mobile Impfteams der Firma Ecolog an jeweils wechselnden Standorten im Landkreis Dillingen impfen lassen zu können, wird fortgeführt und um den Samstag erweitert, soweit dies vor Ort möglich ist. Wann und wo in den verschiedenen Gemeindebereichen Impfungen jede Woche möglich sind, kann der Internetseite www.landkreis-dillingen.de/corona-impfung entnommen werden. Ebenso werden die Impfmöglichkeiten täglich auf den Serviceseiten der Donau-Zeitung und Wertinger Zeitung veröffentlicht.
In den Gemeindebereichen und bei niedrigschwelligen Impfangeboten besteht die Möglichkeit, sich zu den angegebenen Zeiten ohne vorherige Terminvereinbarung impfen lassen zu können. Speziell im Kaufland Dillingen sind noch bis zum 22. November – jeweils Dienstag bis Samstag von 12 bis 17 Uhr – Impfungen möglich. Hierfür ist lediglich ein Personalausweis erforderlich, der Impfpass sollte nach Möglichkeit mitgebracht werden. Fragen rund um das Impfangebot im Landkreis Dillingen beantwortet die Verwaltung des Impfzentrums von Dienstag bis Samstag jeweils von 9.30 bis 16.30 Uhr unter Telefon 08272/9938740 und per E-Mail (info.izDillingen@ecolog-international.com).
Hausärzte sind an den Kapazitätsgrenzen angekommen
Aufgrund der schwankenden Nachfrage kann es bei den Impfungen ohne vorherige Terminvereinbarung zu Wartezeiten kommen. Für derartige Unannehmlichkeiten bittet Landrat Leo Schrell um Verständnis. „Dies lässt sich nicht gänzlich vermeiden, da aufgrund des immensen Personaleinsatzes und der damit verbundenen Kosten nicht für jede eventuell anfallende Impfnachfrage vorgesorgt werden kann“, erläutert Schrell. Aufgrund der täglich und örtlich wechselnden Impfangebote der Firma Ecolog im gesamten Landkreisgebiet bestehe jedoch weiterhin die Möglichkeit, zeitnah eine Impfung zu bekommen, zumal auch die Hausärzte entsprechend ihren personellen Ressourcen weiterhin Impfungen anbieten.
Angesichts der personell angespannten Situation der Hausärzte sei jedoch Vorsorge getroffen und der Vertrag mit der Firma Ecolog so flexibel gestaltet worden, dass die Kapazitäten des Impfzentrums kurzfristig hochgefahren werden könnten. „Ob von dieser Option Gebrauch gemacht werden muss, hängt auch davon ab, wie der aktuelle Anstieg der Infektionszahlen, der Entfall der kostenlosen Testmöglichkeit für viele Ungeimpfte und die aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission die Nachfrage nach Impfungen durch das Impfzentrum beeinflussen“, informiert der Landrat. Um auf kurzfristige Entwicklungen schnell reagieren zu können, werde der Landkreis das Aufkommen bei den jeweiligen Impfterminen permanent im Blick behalten. (pm)