Gundelfingen

20.08.2018

Münzwurf entscheidet

Eigentlich verstehen sich Gundelfingens Sportlicher Leiter Stefan Kerle (links) und der mittlerweile für den FV Illertissen tätige Trainer Stefan Anderl (rechts) gut. Beim Austragungstermin des Pokalduells kamen sie aber auf keinen gemeinsamen Nenner, weil auch der Fußballverband keine Alternative zuließ.
Bild: Walter Brugger

Fußball: Im Vorfeld des Pokalspiels zwischen dem FC Gundelfingen und dem FV Illertissen gibt es reichlich Hickhack um den Austragungstermin.

Der Stachel sitzt tief. „Ganz ehrlich, die Niederlage habe ich noch immer nicht verdaut“, erklärt Martin Weng am Tag nach der 0:3-Niederlage bei Türkspor Augsburg. Der Trainer des Fußball-Landesligisten FC Gundelfingen war so optimistisch in die Partie gegangen, am Ende schlichen die Grün-Weißen als Verlierer vom Platz. Kaum 48 Stunden später geht es für sie schon weiter, denn am Dienstagabend (18.15 Uhr) steht in der zweiten Hauptrunde des Bayerischen Toto-Pokals das Heimspiel gegen den Regionalligisten FV Illertissen an.

Im Normalfall wäre das Duell ein Höhepunkt, doch normal ist in dieser Saison beim FCG nicht viel. Das zeigt allein schon die magere Ausbeute von vier Punkten, was den letzten Tabellenplatz in der Landesliga einbringt. „Wir hatten uns alle mehr erwartet“, räumt Trainer Weng wenig überraschend ein, nur im Pokal läuft es für die Seinen gut. Beim SV Egg an der Günz (2:1) und TuS Geretsried (1:0) wurden die Qualispiele gewonnen, in der ersten Hauptrunde folgte der 1:0-Erfolg beim VfR Neuburg. Drei Siege gegen Ligakonkurrenten, die im Punktspielalltag Gold wert wären.

„Gegen Illertissen träume ich nicht von einer Sensation. Die Ausgangslage ist eindeutig und wir gehen ganz ohne Druck in das Spiel“, so Weng, der hofft, „dass wir uns kleine Erfolgserlebnisse holen.“ Schließlich steht schon am kommenden Samstag das nächste, für den Klassenerhalt bedeutsame Heimspiel gegen den SC Olching auf dem Plan.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Richtig sauer aufgestoßen ist den Gundelfingern die Termingestaltung im Pokal. „Ich kann es einfach nicht verstehen, warum von Verbandsseite auf eine Austragung in dieser Woche bestanden wurde. Wir haben jetzt gerade mal 48 Stunden Pause. Es sind alles Amateurfußballer, die ohnehin eine hohe Belastung hinter und vor sich haben“, schimpft der Sportliche Leiter Stefan Kerle. Bei einer Austragung einen Tag später hätte die Illertisser das gleiche Schicksal getroffen, denn für den FVI steht bereits am Freitag das nächste Punktspiel an. Einer Austragung in der kommenden Woche stimmte der BFV nicht zu. Und so kam es, dass sich Kerle mit dem Illertisser Trainer zur Terminabsprache traf, beide nicht auf einen gemeinsamen Nenner kamen – und schließlich die Münze entscheiden ließen. Illertissens Coach hatte das Glück auf seiner Seite und durfte den Dienstag als Spieltag wählen.

Dass es zu einer so unkonventionellen Geschichte kam, hängt mit der Person auf der FVI-Trainerbank zusammen. Die heißt Stefan Anderl, ist ein Gundelfinger Urgestein mit nach wie vor besten Drähten zu seinem Heimatverein. Doch auch Anderl ist alles andere als glücklich, dass die Partie unter solchen Vorzeichen steigt. (wab)

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20wam-Springer.tif
Auftritt

Satire und moralischer Appell

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen