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„Unzureichend“: Was soll das?

Kommentar Von Cordula Homann
14.11.2018

Sowohl Dillingen als auch Wertingen wird im Rahmen einer bundesweiten Auswertung "unzureichende Qualität“ unterstellt. Durch Fakten ist das nicht gedeckt.

Wer liegt schon gern im Krankenhaus? Mal von einer Geburt abgesehen, schön ist das doch nie. Entweder das Mittagessen schmeckt nicht, oder das WLAN fällt aus oder der Bettnachbar ist komisch. Oder man hat einfach Schmerzen. Ein Krankenhaus ist ein Riesenbetrieb. Viele Räder greifen ineinander. Und manchmal hakt es.

Dass nun die Qualität verschiedener Häuser untersucht werden soll, ist eine gute Idee. Allerdings war die Premiere ein Fiasko. Denn unsere beiden Kreiskrankenhäuser bekommen ein schlechtes Urteil. Doch wofür? Für zwei Einzelfälle, in denen alle betroffenen Patienten die Einrichtungen gesund oder schmerzfrei verlassen haben. Wenn jemand fürchterliche Bauchschmerzen hat und im Krankenhaus festgestellt wird, es war nicht wie vermutet der Blinddarm, sondern es handelte sich um eine Zyste, was mehr hätten die Wertinger Ärzte denn machen können, als die Schmerzen zu lindern und die Frau an eine Fachklinik zu überweisen? Angesichts der Ausstattung Wertingens ohne Gynäkologie erscheint das doch nur logisch. Und auch bei der Geburt in Dillingen ist alles glattgelaufen. Es hat aber eine Minute zu lange gedauert.

Klar ist, Qualitätskriterien sollten eingehalten werden. Und wo es Missstände gibt, müssen sie behoben werden. Doch wer diese Auswertung hinterfragt, findet keine Probleme, sondern zwei Einzelfälle, die offensichtlich außerhalb der Norm, aber dennoch gut behandelt wurden. Das Qualitätsurteil „unzureichend“ zu vergeben, hat aber eine fatale Außenwirkung für die beiden Häuser. Da fragt man sich schon – was soll das?

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