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Oberbechingen

13.09.2018

Von Norwegen nach Oberbechingen

Walter und Monika Müller vom Gasthof Adler in Oberbechingen freuen sich schon auf hunderte Radfahrer, die am Sonntag vorbeikommen und für eine Pause anhalten werden.
Bild: Cordula Homann

Hunderte werden am Wochenende beim Radelspaß durch Oberbechingen fahren. Selbst Skandinavier kennen den Gastromoniebetrieb von Familie Müller inzwischen.

„Urlaub daheim“, so heißt die Serie im Lokalteil unserer Zeitung. Der Landkreis Dillingen hat für Erholungssuchende einiges zu bieten. Heute geht es um Urlaub dort, wo nicht nur am kommenden Wochenende sehr, sehr viele Fahrradfahrer vorbeikommen.

Von Cordula Homann

Zwischen Gundelfingen und Härtsfeld, Dillingen und Giengen, mittendrin, liegt der Gasthof Adler in Oberbechingen. Am kommenden Sonntag, beim Donautal-Radelspaß, führen zwei von drei Routen direkt am Biergarten von Familie Müller vorbei. Das Wetter wird mit 22, 23 Grad fürs Fahrradfahren perfekt sein, meint Monika Müller. Sie rechnet mit rund 2000 Radlern von insgesamt 10000, die am Adler halten werden. Der Betrieb ist gerüstet: Drei große Fahrradständer stehen auf dem Gelände. Die Speisekarte für Sonntag steht. Es wird einen eigenen Ausschank für die Getränke geben, damit die, die nichts essen wollen, nicht so lange anstehen wollen. Denn Monika Müller weiß aus Erfahrung: „Die Teilnehmer vom Radelspaß haben wenig Zeit, weil sie möglichst viele Programmpunkte sehen wollen und möchten nichts Schweres essen, sie haben ja noch einen Weg vor sich.“ Spanferkel wird es trotzdem geben, sagt sie, und lacht, denn das gehört am Sonntag beim Gasthof Adler einfach dazu. Mit Salaten, Pfifferlingen und Semmelknödeln, Pfannenschaschlik, Tellersulze und den beliebten Kuchen und Torten sollte für jeden etwas dabei sein. „Wir brauchen vor allem viel Personal“, sagt die gebürtige Österreicherin.

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Seit April brummt der Biergarten, doch in wenigen Tagen ist erstmal Schluss

Der Radelspaß, das werde ein „Brocken“. Dennoch freut sich die Wirtin drauf. Das gehört zum Job. „Man muss das gerne machen. Der Gast ist König.“ Müllers haben immer mehr Gäste. Zum einen sei das Wetter gut gewesen. Das Biergartengeschäft brummte seit April durchgehend. Wenn früher irgendwo ein Fest war, kam keiner her. Aber jetzt können mehrere Feste sein, und trotzdem sind die Tische hier voll.“ Zudem wurde zu den drei bestehenden Ferienwohnungen im Juli noch das neue neue Hotel mit Wellnessbereich und Salzgrotte, neun Doppelzimmern und vier weiteren Ferienwohnungen eröffnet. „Wir waren direkt vom Start weg sechs Wochen lang ausgebucht“, sagt Müller. „Das war schon viel, bis alle Abläufe gepasst haben.“

Von der Brotzeitstation zum Hotel

Den Biergarten gibt es seit elf Jahren. Erst gab es eine Brotzeitstation, die habe eingeschlagen wie eine Bombe. „Wir haben in den vergangenen 20 Jahren immer investiert“, berichtet Monika Müller. So sei aus einer Landwirtschaft mit Gasthaus nach und nach ein Gastronomiebetrieb mit Streichelzoo geworden. Als nächstes kommt eine Ladestation für E-Bikes. Das sei einfach ein Trend. Von 100 Rädern hätten inzwischen 70 einen Akku. „Manchmal bin ich total erstaunt, was für Werte da in unserem Garten stehen.“

Das Radwegenetz in der Region kommt gut an

Vielen Gästen gefallen die gut ausgewiesenen und befahrbaren Radwege in der Region. Zudem hat die dreifache Mutter viele weitere Ausflugstipps, etwa das Dattenhauser Ried, die Donaustädte, die Brenz, Steiffmuseum und Charlottenhöhle. „Wer von weiter herkommt, der macht von hier aus mit dem Auto auch Ausflüge nach Augsburg, Ulm oder Nördlingen“, weiß Müller. Von der Nordsee, aus Norwegen, Schweden, Russland und der Slowakei hatte sie schon Gäste. Gerade Städter wären begeistert von der Ruhe und den tiefschwarzen Nächten. „Ein Mal hatten wir auch Gäste aus Donauwörth. Da habe ich dann schon fragen müssen, warum sie nicht weiter gefahren sind“, erzählt Monika Müller und lacht. Drei Tage blieben die Donauwörther und machten Ausflüge in die Region. „Eltern können im Biergarten was trinken, während die Kinder nebenan schlafen. Man muss nach dem Essen nicht fahren, sondern kann gegenüber ins Bett.“

Für Müllers beginnt jetzt der Endspurt. Am 23. September hat der Biergarten zum letzten Mal geöffnet. Dann möchte das Ehepaar gerne in den Urlaub fahren – bevor die nächsten Projekte angegangen werden: Auf dem Grund der Familie Müller wird eine weitere Pilgerkapelle der Denzelstiftung entstehen. Und irgendwann werden vermutlich E-Bikes für die Übernachtungsgäste angeschafft.

Mit dieser Folge endet unsere Serie.

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