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Syrgenstein

29.11.2019

Was Bürgermeister Steiner bei seiner letzten Bürgerversammlung zu sagen hat

Bernd Steiner (SPD) ist der Kreisvorsitzende der Europa-Union und Syrgensteiner Bürgermeister.

Es gibt schon Aufgaben für Steiners Nachfolger. Auch Kalkkristalle waren ein Thema.

Entweder, sie sind Dortmund-Fans oder einfach zufrieden: Die Meldungen der Bürger in Syrgenstein beschränkten sich am Mittwochabend vorrangig auf drei übliche Anfragen bei Bürgerversammlungen: Hecken, die in den Gehweg wachsen, Hinterlassenschaften von Tieren auf Straßen und wilde Müllablagerung an Glascontainern. Zwei Wortmeldungen, da war sich Bürgermeister Bernd Steiner sicher, werden seinen Nachfolger und den neuen Gemeinderat beschäftigen.

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Staufen braucht ein neues Feuerwehrauto

Zuvor hatte der Rathauschef in 75 Minuten die Lage der Gemeinde und ihrer Ortsteile dargestellt. Etwa 80 Bürger erfuhren, dass die Einwohnerzahl steigt und es immer mehr Kinder gibt. Und zwar so viele, dass angebaut werden muss: Am Kindergarten Staufen entstehen eine neue Kindergarten- und eine neue Krippengruppe. Auch der Jugendtreff erfreue sich wachsender Beliebtheit. Ein Problem gibt es in der offenen Ganztagsschule in Syrgenstein und Bachhagel: die Personalsuche. Von 194 Schulkindern werden derzeit 100 betreut. „Wenn der Rechtsanspruch auf die Ganztagsbetreuung kommt, werden wir von 194 Schülern bestimmt 194 betreuen“, vermutet Steiner.

Er gab einen Überblick über den Haushalt (Rücklage: zwei Millionen Euro, Schuldenstand 775.472 Euro). Größter Einnahmeposten ist die Einkommensteuer mit 2,7 Millionen Euro, größter Ausgabepunkt die Kreisumlage mit 1,8 Millionen Euro. Große Investitionsvorhaben sind das neue Fahrzeug für die Staufener Feuerwehr und das geplante gemeinsame Feuerwehrgerätehaus. Und Planung und Datenerhebung für den Hochwasserschutz seien auch erledigt. Außerdem werde derzeit eine mobile Klammerpresse getestet, die so viel Feuchtigkeit aus dem Klärschlamm presst, dass er in bestimmten Betrieben verbrannt werden kann.

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Steiner erinnerte an das geplante Wohnbauprojekt in Landshausen. Wie berichtet, hatte eine Bürgerinitiative 2017 die Umsetzung durch den Freistaat verhindert, aus Angst, dass dort nur Asylbewerber leben würden. Aktuell wohnen in der Gemeinde Syrgenstein 20 Personen in zwei Unterkünften und 15 anerkannte Flüchtlinge über das Gemeindegebiet verteilt. „Wir haben fast täglich Anfragen für kleine Wohnungen, der Bedarf wäre da gewesen.“ 15 Wohnungen für maximal 84 Personen waren damals geplant. Stattdessen gibt es für das Gelände in Landshausen nun ein neues Wohnbau-Konzept, das vermutlich in Abschnitten umgesetzt werden soll. „Das damalige Angebot des Freistaats wäre eine gute Chance gewesen“, befand Steiner. Zudem sucht die Gemeinde jetzt neue Flächen, vor allem innerorts. An einer in Ballhausen ist der Bürgermeister seit 1984 dran. Ohne Erfolg.

Die medizinische Versorgung wird ein Thema für den nächsten Bürgermeister

Siegfried Seeger erkundigte sich nach dem Vortrag, ob man bei der Sanierung des Hochbehälters nicht auch gleich eine Enthärtungsanlage einbauen könnte. Das Trinkwasser sei zwar erstklassig, aber hart. Neue Heizungsformen, etwa Plattenwärmetauscher, würden damit Probleme kriegen. Und dann müssten die Verbraucher selbst für Lösungen sorgen. Gemeinsam wäre es sinnvoller und unter Umständen für alle billiger. Der Syrgensteiner will sich selbst so eine Anlage einbauen. „Giengen hatte eine Wasseraufbereitung. Phosphate verhinderten, dass sich Kalkkristalle verbanden“, erinnerte sich Steiner. Es sei daraufhin zu massiven Leitungsschäden gekommen und die Wasseraufbereitung eingestellt worden. Gelangt mehr Phosphat in die Kläranlage, reiche auch die biologische Reinigung nicht mehr aus. Dennoch nahm Steiner die Idee auf. Vielleicht fände sich eine interkommunale Lösung. Dieter Kogge fragte nach, ob es Fördermittel für Endverbraucher gibt, etwa für private Stromspeicher. „Wir denken über sinnvolle Lösungen nach. Doch da wird vor allem der neue Gemeinderat ab 1. Mai 2020 mit dem neuen Bürgermeister oder der neuen Bürgermeisterin gefordert sein.“ Das gelte auch für die künftige medizinische Versorgung, antwortete Steiner auf die Frage von Norbert Bach. Aktuell sei die Versorgung noch kein Problem.

Zum Schluss bedankte sich Steiner bei allen, die sich für ein kommunalpolitisches Amt aufstellen lassen. Und verkündete, dass er auch bei der nächsten Bürgerversammlung dabei sein werde – dann aber als Zuschauer im Publikum.

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