Diskussion

04.09.2018

Was Landwirte fordern

Vor dem Beginn der Podiumsdiskussion im Bild von links: BBV-Kreisgeschäftsführer Eugen Bayer, Kreisbäuerin Annett Jung, BBV-Kreisobmann Klaus Beyrer, Georg Winter (CSU), Tobias Rief (SPD), Dr. Fabian Mehring (Freie Wähler), Uwe Pranghofer (FDP), Rafael Hauptmann (AfD). <b>Foto: Horst von Weitershausen</b>
Bild: Horst von Weitershausen

BBV-Frühschoppen mit Podiumsdiskussion in Aislingen nur mäßig besucht

Aislingen Die bayerische Landtagswahl am 14. Oktober stand beim BBV-Frühschoppen mit Podiumsdiskussion im Landgasthof Adler im Mittelpunkt. Trotz der großen Fragen der Landwirtschaft an die zukünftige Politik in Bayern hatten zum Leidwesen des Moderators der Veranstaltung, BBV-Kreisgeschäftsführer Eugen Bayer, nur rund 30 Interessierte den Weg zur Veranstaltung gefunden.

Eröffnet hatte die Podiumsdiskussion Dillingens BBV-Kreisobmann Klaus Beyrer mit den dringendsten Anliegen der regionalen Landwirtschaft an die Politik. Dabei stellte er besonders den enormen Flächenverbrauch durch den regionalen Kiesabbau, die Infrastrukturmaßnahmen, den Hochwasserschutz mit Flutpoldern sowie den oft unverständlichen Flächenausgleich in den Fokus seines Fragenkatalogs an die anwesenden Podiumsdiskussionsteilnehmer. Darüber hinaus forderte Beyrer die Politik auf, um mehr Verständnis für die Landwirtschaft in der Gesellschaft zu werben. Die Bevölkerung sollte sich in diesem Zusammenhang einmal überlegen, dass landwirtschaftliche Produkte noch niemals zuvor in der Qualität von heute produziert worden seien. Des Weiteren werde in den Betrieben immer mehr Wert auf das Tierwohl gelegt, wie es in der Vergangenheit noch nie in der Stallhaltung zu sehen war.

Der Einladung des BBV-Kreisverbands waren gefolgt: CSU Stimmkreisabgeordneter MdL Georg Winter, die Landtags-Direktkandidaten Tobias Rief von der SPD, Dr. Fabian Mehring, Freie Wähler, und Rafael Hauptmann von der AfD sowie Dillingens FDP- Ortsvorsitzender Uwe Pranghofer. Neben den Politvertretern hatte sich auch Dillingens Kreisbäuerin Annett Jung als weitere Vertreterin des BBV Kreisverbands der Diskussion gestellt.

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Alle fünf Politteilnehmer an der Podiumsdiskussion stimmten dem Kreisobmann zu, dass die Landwirtschaft im gesellschaftlichen Ansehen wieder einen bedeutend besseren Stellenwert erreichen sollte, wobei jedoch hier auch die Medien insgesamt gefragt seien. Georg Winter ergänzte in diesem Zusammenhang, Bio- und konventionelle Landwirtschaft dürften sich nicht auseinanderdividieren lassen. Dabei erinnerte er daran, dass die Gesetzgebung aus Berlin und Brüssel komme, die Länderöffnungsklausel jedoch von Bayern häufig genutzt werde. So zum Beispiel bei den Themen Ferkelkastration und Pflanzenschutz, bei denen die CSU den Standpunkt des BBV vertrete. Thomas Rief ergänzte dazu, dass kaum jemand den Alltag in einem landwirtschaftlichen Betrieb kenne. Darüber hinaus sei der Markt überaus fordernd, wobei hier gerade die Verbraucher mit ihren Preiserwartungen an landwirtschaftliche Produkte große Verantwortung tragen. Denn man müsse wissen, die großen Einzelhandelskonzerne seien keine Freunde der Landwirtschaft.

Uwe Pranghofer forderte, Landwirte wie Unternehmer zu behandeln und endlich eine Entbürokratisierung von unsinnigen EU-Verordnungen einzuleiten. Die unnötige Regulierungswut aus Brüssel müsse ebenso ein Ende haben wie der unsägliche Ökopopulismus, sagte Rafael Hauptmann. Zum Thema Flächenverbrauch sagte Mehring, dass dieser nicht im Bewusstsein der Menschen vorkomme und besonders die Forderungen nach Ausgleichsflächen häufig vollkommen absurd seien. Nicht mehr Straßen bauen, sondern Verkehr von den Straßen wegbekommen forderte Uwe Pranghofer. Ein Umdenken bei Neubauerschließungen regte Tobias Rief an. Georg Winter forderte unter anderem Änderungen beim Flächenausgleich; beispielsweise beim Hochwasserschutz mit der Ausweisung von Kompensationsflächen. Zur Frage von Beyrer wie die Diskussionsteilnehmer zum Thema steuerfreie Risikorücklage für die Landwirtschaft stehen, sagte Mehring, die Notwendigkeit einer solchen Rücklage zeige sich besonders in diesem Sommer mit großer Trockenheit. Pranghofer will Landwirten steuerfreie Risikorücklagen ebenso wie Industriebetrieben gewähren. Winter verwies auf die Verantwortung der Bundesgesetzgebung in diesem Bereich und Rief bezeichnete eine solche Rücklage als sinnvoll. Anschließen dankte Annett Jung den fünf Politikern für die interessante Diskussion. Dabei verlangte von den Politikern mehr Mut, auch bei unpopulären Entscheidungen.

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