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Podiumsdiskussion in Dillingen

08.03.2020

Was die Dillinger OB-Kandidaten zu sagen haben

Sie diskutierten im Zelt des Bayerischen Bauernverbands auf der WIR: (von links) DZ-Redaktionsleiter Berthold Veh, Tobias Rief (SPD), Frank Kunz (CSU) und DZ-Redakteurin Simone Bronnhuber. Knapp 300 Besucher verfolgten die Podiumsdiskussion. Die Veranstaltung wurde auch per Livestream im Internet übertragen.

Frank Kunz und Tobias Rief präsentieren sich im Rahmen der Podiumsdiskussion der Donau-Zeitung auf der WIR. Was den Kandidaten wichtig ist.

Es ist Samstag, 14 Uhr, im Zelt des Bauernverbands auf der WIR. Knapp 300 Menschen bevölkern die Tische, ein Stimmenwirrwarr erfüllt die Luft. Bis das Gerede leiser wird, dauert es einige Momente. Dann merken die Besucher: Auf der Bühne passiert etwas Wichtiges. Die Podiumsdiskussion der Donau-Zeitung steht an. Die Dillinger Oberbürgermeisterkandidaten Frank Kunz ( CSU), der Amtsinhaber, und Tobias Rief ( SPD), der Herausforderer, stellen sich den Fragen von DZ-Redaktionsleiter Berthold Veh und DZ-Redakteurin Simone Bronnhuber. Kurz vor der Wahl geht es um viele Themen, die die Große Kreisstadt bewegen.

DZ-Podiumsdiskussion auf der WIR in Dillingen

Zum Beispiel der Bereich Wohnen. Rief bezeichnet die Schaffung von Wohnraum als den „entscheidenden Themenkomplex“ und „die soziale Frage“. Die Stadt müsse sich aktiv am Wohnbau beteiligen, indem sie Grundstücke an Wohnbaugenossenschaften vergibt und mit Eigentümern ins Gespräch kommt. Man müsse aktiv eingreifen, da ansonsten Grundstücksspekulationen die Wohnkosten nach oben treiben würden. „Hier gilt es, als Stadt dagegenzuhalten“, fordert Rief. Kunz macht deutlich, dass Dillingen in den vergangenen zehn Jahren ein Plus von 1000 Einwohnern verzeichnete, und in diesem Zeitraum immerhin 924 Baugenehmigungen erteilt worden sind. Dies reiche jedoch nicht aus, sieht auch der CSU-Politiker. Man müsse vor allem bezahlbaren Wohnraum schaffen, sagt er, und verweist auf das Areal der ehemaligen Glasveredelung. Dort sollen auf einer Fläche von 15000 Quadratmeter unter anderem verschiedene Wohnformen entstehen.

Im Rahmen der Diskussion geht es auch um das Thema Einkaufen. Laut Kunz sei es wichtig, die Innenstadt zu beleben. Jedoch habe man auch schon eine schlechtere Situation gehabt. Im Hinblick auf die Einkaufsmöglichkeiten im Zentrum sei man mittlerweile gut aufgestellt. In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsvereinigung habe man viel vorangebracht, etwa die Lange Einkaufsnacht. Von der Idee einer Fußgängerzone hält Kunz wenig. Er erinnert an eine Bürgerumfrage, in der der Vorschlag wenig Zustimmung bekommen habe. „Dieser Bürgerwille sollte umgesetzt werden“, sagt der CSU-Politiker.

Was die Dillinger OB-Kandidaten zu sagen haben

Unterschiedliche Ansichten beim Thema Klimaschutz

Konkurrent Rief ist der Fußgängerzone nicht grundsätzlich abgeneigt. Für dieses Vorhaben müsse man jedoch einiges vorbereiten. „Einfach nur Poller hinzustellen wird für unsere Geschäfte schwierig“, sagt Rief. Geeignete Konzepte fordert er für das Areal rund um den Bayerisch-Hof-Platz, wo das Café Paul geschlossen hat und von wo das Kino wegziehen wird. Kunz verweist auf das neue Wohn- und Geschäftshaus, das in der Kapuzinerstraße entstehen soll.

Unterschiedliche Perspektiven haben die beiden Kandidaten beim Thema Klimaschutz. Rief sieht hierbei in Dillingen „noch Luft nach oben“. Er möchte sich für mehr Bäume sowie Grün- und Blühflächen einsetzen. Dillingen solle nach seinem Wunsch zur Umweltstadt werden. Auch E-Ladesäulen brauche es mehr. Kunz dagegen spricht beim Thema Umweltschutz von „vorzeigbaren Ergebnissen“ und nennt als Beispiel das Projekt im Colleggarten, das mit den Grünen realisiert wurde. Außerdem gebe es in der Stadt bereits seit 2011 Ökostrom und die öffentliche Beleuchtung ist auf LED-Technik umgerüstet worden. Die Stadtbusse seien zudem mit Hybridantrieb ausgestattet.

Rief will neuen Verkehrsverbund "Donauregion"

Der Bereich Verkehr ist einer der Schwerpunkte der Diskussion. Rief wünscht sich einen neuen Verkehrsverbund „Donauregion“, der von Gundelfingen bis Wertingen reichen könnte. So solle das Angebot im Nahverkehr verbessert werden. Kunz antwortet, dass dies Aufgabe des Landkreises sei. In Dillingen selbst verzeichne man in den Stadtbussen bereits 60.000 Fahrgäste im Jahr. Dieses Angebot kostenlos zu gestalten, sei aufgrund der Finanzsituation nicht realisierbar. „Dann wären wir in anderen Bereichen nicht mehr handlungsfähig“, sagt Kunz. Einig sind sich die Kandidaten in puncto Umfahrung für Kicklingen: Diese werde so schnell nicht kommen. Zum einen, weil ein Grundstück nicht zu erwerben ist. Zum anderen, weil die Bürger wenig Interesse daran hätten.

Eine Videoaufzeichnung der Diskussion finden Sie hier.

Lesen Sie hier die Porträts der beiden Kandidaten:

Frank Kunz: der Gesetzte

Tobias Rief: der Engagierte

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Die Diskussion ist geschlossen.

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