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Höchstädt

23.06.2020

Was sich Höchstädts Jugend von der Stadt wünscht

Ein trostloses Bild gibt die Höchstädter Skateranlage nicht nur in der Dämmerung ab, sondern generell. Neben einem Erdhaufen und einer asphaltierten Fläche ist dort nichts vorhanden, um mit Skateboard, Inline-Skates oder Fahrrad Tricks zu üben und Spaß zu haben. Aber vor allem auch kein Licht. Und auch keine Rampe mehr. Die wurde von Unbekannten angezündet.
Bild: Homann

Plus Im Höchstädter Stadtrat stellten die Jugendlichen ihre Ideen vor. Ein großes Problem: Vandalismus. Doch auch dagegen haben sich die jungen Leute etwas einfallen lassen.

So viele junge Leute wie am Montag nehmen nur selten an einer Stadtratssitzung teil. Doch dieses Mal standen die Belange der Jugend ganz oben auf der Tagesordnung des Höchstädter Stadtrats, der coronabedingt in der Nordschwabenhalle tagte. Unter der Leitung von Innenstadtkoordinatorin Sonja Gastl stellten junge Leute dann ihre Wünsche, die in mehreren Workshops herausgearbeitet worden waren, vor.

Carina Maneth erklärte: „Wir hätten gerne einen Ruheplatz, der per Rad oder zu Fuß erreichbar ist, wo man Freunde trifft und sich entspannen kann.“ Möglichst noch in diesem Sommer könnten im Stadtpark etwa Palettenmöbel oder Liegen entstehen, die Sponsoren oder die Jugendlichen mithilfe ihrer Eltern bauen. „Und für den Müll sind wir verantwortlich“, sagte die Schülerin. Auch einen Ansprechpartner für Vandalismus soll es geben.

Eine Party - und mehr Licht

Anna Bachmann warb für eine Party für Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 18. Es soll Essen und Getränke, aber keinen Alkohol geben. Es wird Eintritt verlangt. Für Musik sorgt ein DJ. Auf die Frage von Günter Ballis nach der Versicherung erklärten Bürgermeister Gerrit Maneth und Sonja Gastl, für Veranstaltungen könnte man die bestehende Haftpflichtversicherung der Stadt erweitern. Vielleicht, so schlug Maneth vor, könnte der Rat noch in der Juli-Sitzung eine Entscheidung über den Ruheplatz fällen. Ihm war wichtig, Termine zu setzen, um den Jugendlichen zu signalisieren, es geht voran. Die Party dagegen wird es erst 2021 geben. Wie groß sie wird, ist auch wegen der Corona-Krise noch unklar. Wolfgang Konle und Rainer Wanek lobten die Ideen.

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Findet man den "Jugendtreff 58" in Höchstädt?

Réka Kovacs wies danach auf die Situation am „Jugendtreff 58“ hin. Seit Vandalen dort Lampen, die mit Bewegungsmeldern ausgerüstet waren, zerschlagen haben, liegt das Gebäude am Stadtrand Richtung Steinheim in völliger Dunkelheit. Auch der Radweg gen Sportplatz ist unbeleuchtet. Neben Licht wünschen sich die Jugendlichen Hinweisschilder zum Treff. Stadtbaumeister Thomas Wanner schlug vor, die bestehende Beleuchtung zu prüfen. Die beiden Räte Jan Waschke und Simon Schaller betonten, die aktuelle Situation sei untragbar. Jakob Kehrle fragte, ob der Standort überhaupt der richtige sei und ob es nicht bessere Alternativen in der Stadt gibt. Das habe für ihn oberste Priorität. Bis zur nächsten Sitzung des Kultur- und Stadtentwicklungsausschusses Ende September soll die Situation untersucht werden, sagte Maneth und versprach, dass die kaputten Lampen bis dahin gerichtet sind.

Ein Skaterplatz ohne Rampe - das soll sich ändern

Die Beleuchtung fehlt auch am Skaterplatz in Höchstädt beim Recyclinghof – doch nicht nur das. Wie Martin Gollmann, neuer Vorsitzender des Vereins All4One H-Town, erklärte, fehle es an fast allem. „Zwei bis drei Mülleimer mit Aschenbechern wären gut, überdachte Sitzplätze und neue Rampen.“ Die alte Rampe hatten Unbekannte angezündet. Seitdem umrahmen noch Erdhügel den tristen Platz.

Skateranlage in Höchstädt im Dunkeln. Daran soll sich etwas ändern.
Bild: Cordula Homann

Mithilfe der Stadt würden sich die Jugendlichen um neue Rampen kümmern. Auch den Müll wollen sie selbst entsorgen und die Holzbalken erneuern, die einst als Rahmen für die Parkplätze dienten. Stadträtin Annett Jung schlug vor, nach passenden Fördermitteln für die Sanierung des Platzes zu suchen. Vielleicht könnte man diese auch für den Jugendtreff nutzen, schlug Manuel Knoll dazu vor. Maneth ergänzte, es sei die Gründung eines Vereins geplant, damit klar ist, wer die Verantwortung für das Gelände draußen am Recyclinghof übernimmt. Stadtrat Wanek bat, die Lage zu prüfen. Vorschläge dafür, so der Bürgermeister, seien willkommen.

Mehr Busse nach Wertingen werden gewünscht

Julian Raunft und Fabian Merz stellten dann das Modul Mobilität vor. Sie baten um eine Ampel zwischen der Tankstelle und dem Autohaus Schlecht. Der Weg etwa von Schülern aus Sonderheim zum Bahnhof Höchstädt werde so sicherer. Vermutlich kläre sich dieses Problem, so Bürgermeister Maneth, wenn die mit dem Staatlichen Bauamt abgesprochenen Kreisverkehre am Bahnhof und an der Sonderheimer Kreuzung kommen. Dazwischen sollen Querungshilfen entstehen. Eine bessere Busverbindung von Deisenhofen nach Wertingen – auch in den Ferien – und mehr Zugverbindungen waren eine weitere Bitte. Maneth will mit den betroffenen Bürgermeisterkollegen Kontakt aufnehmen, ob vielleicht das Rufbus-Angebot im Landkreis erweitert werden kann. Bislang ist der in Ferien nicht unterwegs. Die Frequenz der Züge habe sich auch dank des Einsatzes von Landtagsabgeordnetem Georg Winter bereits verbessert. Doch der eine Zug fahre morgens viel zu früh, ein anderer zu spät, der dazwischen sei immer voll, so wie der mittags auch, so Merz. Stadtrat Schaller wies darauf hin, dass die Busverbindungen vor allem abends und in die Dörfer sehr schlecht sind. „Ein besseres Angebot, vor allem am Freitag und am Samstag, würde Jugendlichen die Möglichkeit geben, auch mal ins Kino zu gehen.“

Außerdem forderten die beiden Jugendlichen eine Verbesserung der Parkplatzsituation am Don-Bosco-Kindergarten. Stadträtin Simone Bschorer sagte als Betroffene, die Situation dort sei katastrophal. Sie schlug besondere Mama-Parkplätze während der Öffnungszeiten der Einrichtung vor.

Die Bitte um eine Situation am Höchstädter Bahnhof mit WLAN, einem funktionierenden Ticketautomaten, Bänken und Mülleimern, trug Melanie Loos vor. Maneth erklärte, man werde sich bei der Bahn noch mal nach einer WLAN-Lösung und dem Ticket-Automaten erkundigen. Daneben wünschen sich die Jugendlichen laut Bianca Bistrian einen Badesee mit Volleyballfeld, Kiosk und Toiletten. „Das finde ich ganz toll, dass eure Generation das Thema anspricht“, freute sich Stadtrat Kehrle. Schon zu Zeiten, als die Jugendlichen noch gar nicht geboren waren, hatte man darüber diskutiert. Er hoffte, „dass wir das jetzt endlich mal durchbringen“. Der Bürgermeister warb für den Sonderheimer Badeweiher. Hans Mesch bat seine Stadtratskollegen, schnell erste Erfolge zu ermöglichen, um die Jugendlichen nicht zu frustrieren, und lud die jungen Leute ein, ihn und Simone Bschorer bei der Suche nach einem geeigneten Badesee zu unterstützen.

Der Stadtrat beschloss einstimmig, alle Vorschläge der Jugendlichen weiterzuverfolgen. Innenstadtkoordinatorin Gastl bedankte sich bei den jungen Referenten und schloss den Tagesordnungspunkt mit den Worten: „Ich freue mich auf den nächsten Termin, denn es macht Spaß mit euch.“

Ein weiterer Bericht folgt.

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