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Landkreis Dillingen
13.01.2022

Mit "Smile" können Kinder in Dillingen neue Freundschaften knüpfen

Im Projekt "Smile" an der Dillinger Vhs können Kinder einander besser kennenlernen - mit und ohne Migrationshintergrund, alle sind willkommen, Hauptsache angemeldet.
Foto: K.F.L./Fotolia

Am Samstag startet die nächste Runde "Smile" für Kinder zwischen sechs und 13 Jahren. Nicht nur dieses Projekt des Dillinger Integrationsbeirates hat 2021 eine erfolgreiche Premiere gefeiert.

Nur noch wenige Tage können Eltern ihre Kinder für „Smile“ in der Dillinger Volkshochschule anmelden. Doch was ist das überhaupt? Khadija Alkhatib leitet den Kurs und erinnert sich voller Begeisterung an die Premiere im vergangenen Jahr. Am ersten Integrationsprojekt „Smile“, „Lächeln“, nahmen damals Kinder mit sieben verschiedenen Nationalitäten teil. Vier Samstage verbrachten die Kinder zusammen, lernten etwas über die Akzeptanz, gesunde Ernährung, positives Denken und ließen sich von Julia Pollithy ihre Gesichter bunt anmalen. Projektleiterin Alkhatib freut sich schon – denn der nächste Kurs steht unmittelbar bevor: Am kommenden Samstag, 15. Januar, beginnt die nächste Reihe „Smile“, buchbar über die Vhs Dillingen. Ein Projekt für Kinder zwischen sechs und 13 Jahren mit und ohne Migrationshintergrund.

Sie können an den insgesamt fünf Samstagen neue Freunde finden und andere Kulturen kennenlernen, singen, tanzen, basteln, kochen, Ausflüge unternehmen … Die Kursinhalte werden die Kinder zum Schluss präsentieren. Außerdem werde jedem Teilnehmer und jeder Teilnehmerin ein Zeugnis für das Kinder-Integrationsprojekt "Smile" überreicht.

Nicht nur Dillingens Oberbürgermeister Frank Kunz oder der Vorsitzende des Dillinger Asylhelferkreises stehen laut Alkhatib hinter dem Projekt, sondern auch jedes Mitglied des Integrationsbeirates. So würden auch immer wieder neue Ideen in das Projekt einfließen. 24 Kinder in zwei Gruppen waren beim vorigen Mal dabei und fanden es schade, als es vorbei war.

Smile ist nur ein Projekt des Dillinger Integrationsbeirates

„Smile“ ist nur eines von verschiedenen Projekten des inzwischen ein Jahr alten Integrationsbeirates im Landkreis Dillingen. Diesen leitet Alkhatib gemeinsam mit Basem Askar. Arbeitsgruppen kümmern sich um verschiedene Themen. Alkhatib betont: „Wir sind alle mit den Mitgliedern ein Team. Jeder spielt eine wichtige Rolle und hat gute Ideen, um die Integration voranzutreiben.

Mit einem Blick auf das vergangene Jahr erinnern sich Alkhatib und die Geschäftsführerin des Integrationsbeirates, Julia Pollithy, an die Aktion mit dem Thema Rassismus.

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Dafür hatte der Beirat im Frühjahr Bücher zusammengestellt, die in Büchereien angeboten wurden.

Für das Foto hatten Mitglieder des Integrationsbeirates Fahnen mitgebracht, sich ein Trikot oder besonders festliche Kleidung angezogen. Ganz links die Integrationslotsin des Landkreises, Andrea Bronnhuber, vorne in der Mitte Khadija Alkhatib und ganz rechts die Geschäftsführerin des Beirates, Julia Pollithy.
Foto: Cordula Homann

Die Idee sei hervorragend angekommen, sagt Alkhatib. An einem Online-Workshop über Rassismus, gemeinsam veranstaltet mit Herz statt Hetze Höchstädt, der evangelischen Kirche Höchstädt, der Kulturküche Wadoh und dem Mediengestalter Fabian Weiß, nahmen einen Monat später fast 30 Interessierte teil.

In sechs Sprachen wurde im Juni über die Corona-Impfung informiert, Geimpfte und Impfwillige berichteten dabei von ihren Erfahrungen. „Das sorgte auch unter Zweifelnden für Vertrauen“, sagt Pollithy. Mit Menschen, die eigene Erfahrungen gemacht haben und ein gutes Feedback geben, könne man immer mehr erreichen, ergänzt Alkhatib.

Ein Filmfest in Höchstädt, eine Ausstellung in Haunsheim

Im Sommer wurden im Garten der evangelischen Pfarrei bei einem Filmfest mal lustige, mal dramatische Streifen gezeigt, die gegen Hetze und Ausgrenzung stärken sollten. Auch die katholische Kirche, der Verein Herz statt Hetze und die Kulturküche beteiligten sich daran.

„Gemüseverkäufer aus der Stadt Tafas bei einer Pause“, lautet der Titel dieser Fotografie. Sie wurde im Rahmen einer Ausstellung 2021 im Haunsheimer Kornstadel gezeigt.
Foto: Abo R.

Etwa 90 Zuschauerinnen und Zuschauer sahen sich dann im September den Film „Paradise left behind“ über die Situation von Flüchtlingen auf Samos im Filmcenter Dillingen an. „Dass die Menschen intensiv erfahren, wie es Geflüchteten geht, das war ein Erfolg“, erinnert sich Alkhatib. Viele weitere Geschichten von Geflüchteten steckten in den Bildern, die im Rahmen einer Ausstellung während der Kulturtage im Haunsheimer Kornstadel gezeigt wurden. Erst da seien vielen Unterschiede aufgefallen, erzählt Alkhatib und lacht: „In Syrien tragen wir nicht so viele Farben wie in Afrika. Die unterschiedliche Kultur unserer Heimatländer kam in den Bildern sehr gut zum Ausdruck.“

Der Integrationsbeirat hat noch viele weitere Ideen

Beide Frauen haben während des vergangenen Jahres online eine zwölfmonatige Ausbildung zur Integrationsbeauftragten gemacht. Parallel dazu ließen sich ein paar Menschen zu Kulturdolmetschern ausbilden und sind bereits als solche im Einsatz. Bei Bedarf unterstützen sie das Jugendamt oder Schulen. „Wer zwischen Behörden vermitteln will, muss einfach ein bisschen mehr wissen“, erklärt Alkhatib. Beide Frauen wünschen sich, dass es nach der Pandemie ein Angebot für geflüchtete Frauen gibt, um sie etwa über die Themen Erziehung, Schwangerschaft, Kinderplanung oder Arbeit zu informieren.

Zudem sei eine Ausdehnung des Angebots auch in den Landkreis hinein geplant. Bislang sei Dillingen das Zentrum. Wittislinger oder Wertinger Vereine seien zum Teil ebenfalls für Flüchtlinge aktiv, sagt Pollithy. Ein anderes Ziel sei, weitere Migranten zu finden, die andere unterstützen. Und einen Ort für muslimische Bestattungen, fügt die Geschäftsführerin an. Das würde es Angehörigen einfacher ermöglichen, Abschied zu nehmen und sei ein Zeichen für Toleranz, ergänzt Alkhatib. Und beide Frauen loben die Integrationslotsin des Landkreises, Andrea Bronnhuber, sowie das gute Netzwerk von Georg Schrenk – und freuen sich auf den neuen Start von Smile am kommenden Samstag.

Smile findet mit Unterstützung des Integrationsbeirats im Landkreis Dillingen statt. Informationen und Anmeldung direkt bei der Projektleiterin Khadija Alkhatib, Telefon 0176/76499499 oder per E-Mail an khadejah11987@gmail.com

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