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Dillingen

13.11.2018

Das Bäuerchen achten

Findet oft den richtigen Zug: Manfred Forscht ist seit 45 Jahren Vorsitzender des SC Dillingen – und blickt gerade gespannt zur WM nach London.
Bild: Forscht

Sport-Interview: Seit 1973 ist Manfred Forscht Vorsitzender der Schachclub Dillingen und hat aktuell seinen „Vertrag“ um zwei Jahre verlängert. Er blickt gespannt zur WM nach London.

Manfred Forscht wird in wenigen Tagen, am 8. Dezember, 75 Jahre alt. Die letzten 45 davon verbringt der Augenoptikermeister als Vorsitzender des Dillinger Schachclubs – erst am Freitag wurde er für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt.

In London läuft seit dem vergangenen Wochenende die Schach-Weltmeisterschaft zwischen dem norwegischen Titelverteidiger Magnus Carlsen und Herausforderer Fabiano Caruana ( USA). Wer ist Ihr Favorit und warum?

Forscht: Fabiano Caruana. Magnus Carlsen hat im vergangenen Jahr nicht immer fehlerfrei gespielt. Da wohl die meisten Partien remis enden werden, reicht ein einziger Fehler, der den Ausgang entscheidet.

Verfolgen Sie das WM-Geschehen, spielen Sie die Partien nach?

Forscht: Ja, bis jetzt hatte ich aber noch keine Zeit, die drei gespielten Partien intensiv nachzuspielen.

Dillingen kämpft um den Landesliga-Erhalt

Das Landesliga-Team des SC Dillingen ist mit zwei Niederlagen in die neue Saison gestartet. Klappt es am Ende mit dem Klassenerhalt?

Forscht: Auch wenn der SC Dillingen derzeit das Tabellenende ziert, wird die Klasse gehalten. Denn es kommen noch Gegner, die geschlagen werden können.

Angenommen die acht Landesliga-Spieler des SCD treten simultan gegen den aktuellen Weltmeister an, wäre da der eine oder andere Sieg möglich?

Forscht: Unsere drei Spitzenspieler sind Titelträger, die schon mehrere Schachgroßmeister geschlagen haben. Ein Sieg gegen den aktuellen Weltmeister ist kaum möglich, ein Remis wäre eine Sensation.

Aktuell drängt der E-Sport in die Medien. Kritiker sagen, dass stundenlanges Datteln am PC oder der Spielekonsole kein Sport ist. Und nennen dann auch gerne Schach als Nichtsport-Beispiel. Ist Schach Ihrer Meinung nach richtiger Sport? Und wenn ja, warum?

Forscht: Schach ist seit über 100 Jahren Mitglied im Deutschen Sportbund. Es wird hauptsächlich vom Kopf ausgeübt und der gehört auch zu einem durchtrainierten Körper.

Neben dem Schach: Betreiben Sie noch anderen Sport?

Forscht: Ich fahre viel mit dem Fahrrad, in den letzten vier Jahren über 10000 Kilometer. In der kalten Jahreszeit halte ich mich mit Gymnastik fit.

Was macht die Faszination Schach in Ihren Augen aus?

Forscht: Es kann in jedem Alter gespielt werden. Ich habe es mit sechs Jahren erlernt, mein Vorgänger als Vorsitzender, Studienprofessor Sieber hat noch mit 92 Jahren in einer Augsburger Mannschaft an Punktspielen teilgenommen.

Die beiden WM-Teilnehmer sind mit 27 und 26 Jahren noch recht jung. Wie ist es um den Schach-Nachwuchs in Deutschland bestellt, speziell auch in Ihrem Dillinger Verein?

Forscht: Um den Schachnachwuchs ist es in Deutschland nicht so gut bestellt, seit über 100 Jahren hat Deutschland keinen Weltmeister mehr gestellt. Von unserem Verein sind 26 Kinder und Jugendliche beim BLSV gemeldet. Eine „ Jahrhundertjugend“, wie wir sie vor einigen Jahren hatten, ist derzeit leider nicht in Sicht, obwohl unsere Kinder optimal betreut werden. Denn diese hatte zahlreiche Erfolge auf bayerischer, deutscher und nationaler Ebene erzielt.

Sind Sie selbst noch aktiver Liga-Spieler?

Forscht: Nur noch in der B-Klasse. Ich ziehe es vor, Mannschaftsführer und Fahrer unserer Jugend zu sein.

Spielen Sie eigentlich auch gegen Schachcomputer?

Forscht: Nein, die sind mir zu stark. Wenn ich einen genialen Zug finde, was leider nicht zu häufig vorkommt, möchte ich lieber meinen Gegner beobachten als einen Computer.

Ihre Lieblingsfigur auf dem Schachfeld?

Forscht: Ich habe alle Figuren gerne, auch das kleine Bäuerchen kann ganz wichtig werden …

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