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Landkreis Donau-Ries

19.03.2020

Corona: Hier gibt es Hilfe von Menschen für Menschen

Auf der Facebook-Seite „Coronahilfe Donauwörth“ werden Angebote und Nachfrage gesammelt und koordiniert. 
Bild: Screenshot sut

In der Krise werden die Schwächeren nicht allein gelassen. Viele Institutionen, Kommunen, aber auch Privatinitiativen bieten die verschiedensten Dienste an.

In Krisenzeiten ist es immer wieder ein besonders schönes Phänomen, dass die Menschen zusammenstehen. Dass sie füreinander da sind und gerade die Schwächeren in unserer Gesellschaft nicht aus dem Auge verlieren. Mit Fürsorge und Hilfsangeboten reagieren so in diesen schwierigen Corona-Zeiten Kommunen, Institutionen, Kirchen und caritative Verbände, darüber hinaus aber Privatpersonen, die aus Eigeninitiative heraus spontan, ehrenamtlich und unkompliziert ihre Dienste anbieten.

Vor allem diejenigen brauchen solche Hilfe, die das eigene Heim nicht verlassen dürfen. Etwa Menschen, die unter Quarantäne stehen oder Risikogruppen wie ältere Mitbürger oder Kranke, die von einer Covid-19-Infektion besonders betroffen wären. Fast täglich werden neue Hilfsangebote bekannt. Unter anderem gibt es:

  • Die Facebook-Gruppe „Coronahilfe Donauwörth – Nachbarschaftshilfe“. Christoph Schober hat die Gruppe ins Leben gerufen, um Angebote und Gesuche zu organisieren. „Fast ganz Donauwörth ist bei Facebook, man kann sich hier gut vernetzen“, findet der Nordheimer. Die Posts der Nutzer werden in Listen gesammelt, getrennt nach Hilfsgesuchen und Angeboten. Die Gruppe hat bereits über 700 Mitglieder, bislang haben rund 100 Nutzer ihre Hilfe angeboten.

Das Angebot ist in drei Bereiche unterteilt

Diese ist im Großen und Ganzen in drei Bereiche unterteilt: Kinderbetreuung, Besorgungen und Botengänge sowie Gassigehen mit Hunden. „Jeder, der in die Gruppe kommt, ist begeistert. Die Leute bekommen das Gefühl, sie können etwas tun“, freut sich Schober. Bislang gab es nur eine Handvoll Gesuche, die schnell an Helfer weitervermittelt werden konnten. Schober rechnet aber damit, dass die Bitten um Hilfe in den nächsten Tagen und Wochen rasch zunehmen werden.

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  • Die Stadt Wemding hat als eine der ersten Kommunen für Senioren, Alleinerziehende und Alleinstehende einen Lieferservice für Lebensmittel eingerichtet. „Dieser Service ist kostenfrei“, teilt Bürgermeister Martin Drexler mit. „Bitte wenden Sie sich unter Telefon 0151/14522899 an uns.“ Drexler steht außerdem auch gerne persönlich unter Telefon 0151/46163179 für die Bürger zur Verfügung.
  • Die Stadt Nördlingen bietet dasselbe an. Nach einem Gespräch mit der Caritas, der Diakonie Donau-Ries und der evangelischen Kirchengemeinde im Rathaus, haben die Stadt Nördlingen und die Organisationen einen kostenfreien Lieferservice für Lebensmittel eingerichtet. Unter der Telefonnummer 09081/84777 können, während der üblichen Dienstzeiten, Hilfesuchende und hilfsbedürftige Menschen aus der Kernstadt und den Stadtteilen anrufen. Diese Koordinierungsstelle leitet die Anfragen und Hilfsgesuche an Mitarbeiter – zunächst der Stadtverwaltung, und dann Caritas, evangelische Kirchengemeinde und Diakonie – weiter.

Auch Abholfahrten von Ärzten oder Apotheken

Der Fahrer telefoniert vorab mit dem Anrufer und holt persönlich die Bestellliste für benötigte Lebensmittel und Bargeld ab und bringt später die eingekaufte Ware mit dem Rückgeld zur Wohnung. Dieser Hilfsdienst dient dazu, Senioren, Alleinstehenden und Alleinerziehenden sowie eingeschränkten Personen zumindest einen Lieferservice für Lebensmittel zu gewährleisten. Auch Abholungen von Rezepten in Arztpraxen oder Arzneimittel in Apotheken ist möglich.

  • Ein „Kümmerbüro“ schwebt Claudia Marb in Rain schon länger vor. Jetzt sieht die Bürgermeisterkandidatin akuten Handlungsbedarf, schneller als gedacht. „Aufgrund der aktuellen Lage stehen insbesondere Senioren, Menschen mit Behinderung oder Vorerkrankungen, Alleinstehende und Alleinerziehende vor großen Herausforderungen“, sagt sie. „Um diese Menschen solidarisch zu unterstützen, will ich einen Lieferservice für die nötigsten Produkte des täglichen Bedarfs anbieten.“

Es soll keine Konkurrenz zu Restaurants entstehen

Das Ganze soll telefonisch oder online abgewickelt werden. Bestellungen können unter 0151/50573144 oder auf www.kümmerbüro.de direkt an Claudia Marb übermittelt werden. „Auf keinen Fall wollen wir aber eine Konkurrenz zu Restaurants oder ähnliche Gewerbe sein, die auch Lieferdienste anbieten, sondern im Gegenteil hierfür eine zusätzliche Informationsplattform anbieten.“ Wer Claudia Marb im „Kümmerbüro“ tatkräftig unterstützen möchte, wird gebeten, sich bei ihr zu melden.

  • Auch die Gemeinde Bäumenheim will eine solche Vermittlerbörse für alle Menschen einrichten, die in der momentanen Situation ihre Einkäufe und Besorgungen (Lebensmittel, Medikamente und Ähnliches mehr) nicht selbst tätigen können. Das teilt Bürgermeister Martin Paninka mit. Zur Information über Corona-Prävention allgemein und zur Vermittlerbörse in Bäumenheim werden Handzettel an alle Haushalte verteilt. Wer diese Hilfe in Anspruch nehmen möchte und wer seine Unterstützung bei dieser Aktion anbieten möchte, wird gebeten, sich unter 0151/18235691 zu melden.
  • Auch die Spielerinnen des VfB Oberndorf wollen nicht tatenlos zusehen. Sie haben sich überlegt, in allen möglichen Alltagssituationen zuzupacken, wo Hilfe benötigt wird, etwa bei Einkäufen, beim Gassigehen mit dem Hund und so weiter. „Wir wissen“, so schreiben sie in den sozialen Medien, „Zusammenhalt ist nicht nur beim Fußball, sondern auch in der aktuellen Corona-Zeit sehr wichtig. Deshalb würden wir gerne den Alltag erleichtern, wo nötig und somit die Gesundheit gefährdeter Menschen schützen.“ Ansprechpartnerinnen sind: Simone Vogl (0172/6294427 – immer erreichbar), Alicia Helmer (0160/8117685), Ann-Katrin Geilinger (0170/8206586), Annika Wörle (0176/23498402) und Alina Braun (0151/75007228).

Die Tafeln bieten einen Lieferservice an

  • Die Tafeln in Nördlingen und Donauwörth bieten ab kommender Woche einen Lieferservice an. Der Caritasverband im Landkreis Donau-Ries unterhält ja normalerweise in Donauwörth und in Nördlingen (zusammen mit dem Diakonischen Werk) Tafeln, bei der angemeldete bedürftige Menschen Lebensmittel erhalten. Zum Schutz von Mitarbeitern und Klienten haben sie ab sofort geschlossen. Geschäftsführer Branko Schäpers hat allerdings einen Weg gefunden, um in Zeiten der Corona-Krise den Bedürftigen gerecht zu werden. Mit Unterstützung der Städte Donauwörth und Nördlingen kommen die Tafeln nun direkt zu ihren Klienten. „Zwar wissen wir noch nicht genau, wie wir das umsetzen werden – ob wir bepackte Tüten vor die Haustüren stellen oder an Plätzen die Lebensmittel aus einem Bus heraus verteilen werden – aber das werden wir sehen“, sagt Schäpers. Er bittet um Anmeldung, wenn man beliefert werden möchte. Das geht über die Facebook-Gruppe „Corona-Hilfe-Donauwörth“, oder beim Caritasverband: service@caritas-donau-ries.de oder telefonisch 0906/7092070.

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