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Landkreis Donau-Ries

16.04.2020

Corona: So stemmen sich lokale Gastronomen gegen die Krise

Für viele Gastronomen ist derzeit das Ausliefern von Speisen eine der wenigen Einnahmequellen. Wegen der Ausgangbeschränkungen sind Besuche von Restaurants – gleiches gilt für Kneipen oder Cafés – nicht erlaubt. Unser Bild zeigt Christine Schnabel vom Goldenen Hirsch in Donauwörth mit Mundschutz und Handschuhen.
Bild: Szilvia Izsó

Plus Die Ausgangsbeschränkungen treffen die Gastronomiebetriebe hart. Doch Not macht erfinderisch. Welche Wege Wirte gehen, um trotzdem für die Kunden da zu sein.

Bei einem Kaltgetränk draußen sitzen, sich mit Freunden in einem Café treffen oder fein essen gehen – lange Zeit haben viele Leute das als eine Selbstverständlichkeit erachtet. Doch seit etwas mehr als einem Monat ist auch das nicht mehr möglich. Die Corona-Pandemie trifft die Gastronomie hart. Nach den neuesten Beschlüssen vom Mittwoch müssen Restaurants, Cafés oder Kneipen vorerst weiter geschlossen bleiben. Lediglich Abholungen oder Lieferungen von Speisen sind erlaubt.

In Donauwörth etwa versuchen zahlreiche Betriebe über diese Wege, trotzdem für ihre Gäste da zu sein, wie Christiane Kickum von der City-Initiative erklärt: „Wir haben auf unserer Internetseite bereits 22 Gastronomiebetriebe aufgelistet, die nun auf einen eigenen Lieferdienst setzen. Es haben sich sehr schnell Betriebe gemeldet und reges Interesse daran gezeigt.“ Allerdings gibt es auch Gastronomen, die auf dieses Modell verzichten. Wir haben uns im Landkreis umgesehen.

Das Goldene Lamm kocht für die Diakonie

Harburg Beim Gasthof zum Goldenen Lamm herrscht wieder ein kleiner Betrieb. Inhaberin Jutta Schröppel berichtet: „Nachdem wir komplett geschlossen hatten, weil wir unter Quarantäne standen, kochen wir nun wieder für die Diakonie. Die beliefert ältere Menschen in der Region Harburg, die zu Hause leben, mit unserem Essen.“ Weiter könne das Wochenmenü täglich zwischen 11 und 12.30 Uhr abgeholt werden, geliefert werde aber nicht, so Schröppel. Wie zahlreiche Betriebe in der Region hat auch das Lamm Kurzarbeit angemeldet. Für die Ausgangsbeschränkungen hat die Inhaberin indes vollstes Verständnis: „Ich finde es absolut richtig, was die Regierung entschieden hat. Außerdem sind wir in Harburg ein sehr betroffenes Gebiet, weshalb wir weiter sehr vorsichtig sein müssen.“

Corona: So stemmen sich lokale Gastronomen gegen die Krise

Longdrinks zum Selbermachen

Donauwörth Als erste Lokale in Österreich schließen mussten, machten sich Katja und Robert Heinrich bereits über einen möglichen Lieferservice des Café la Kami Gedanken. Robert Heinrich erzählt: „Wir haben rund eine Woche gebraucht, bis wir alles entwickelt haben. Mittlerweile haben wir ein Liefersystem über unsere Internetseite geschaffen.“ So liefert das Café unter anderem Getränke aus, die durch bargeldlose Bezahlung über die Homepage geordert werden können. Auch Longdrinks zum Selbermachen sind bestellbar. Wenn möglich, werden die Bestellungen sogar mit dem Fahrrad ausgefahren. „Wir liefern kleine, vorgefertigte Fläschchen aus, mit denen sich jeder zu Hause einen fertigen Drink mixen kann“, sagt Heinrich. Seine Frau Katja gibt dazu Tipps mithilfe von Erklärvideos auf der Instagramseite des Kami.

Minimalbetrieb im Schieners in Wemding

Wemding Im Schieners in Wemding herrscht nur ein Minimalbetrieb. Das Restaurant ist freilich geschlossen, im Hotel beherberge er jedoch weiterhin wenige Dienstreisende, informiert Inhaber Willi Schiener: „Wir bringen unseren verbliebenen Gästen morgens das Frühstück auf das Zimmer, um es ihnen trotzdem so angenehm wie möglich zu machen. Ein Frühstücksbuffet ist ja nicht mehr möglich.“ Die ungewisse Zukunft und auch die Situation der Mitarbeiter bereite ihnen durchaus Sorgen, sagt der Chef, der Kurzarbeit angemeldet hat. Ein Lieferservice sei für das Schieners jedoch kaum rentabel, weshalb er dieses Modell nicht nutze. „Für uns steht es außer Frage, den Restaurantbetrieb so lange geschlossen zu halten, wie es nötig ist. Die Gesundheit steht an erster Stelle. Die sehr guten Schutzmaßnahmen der Regierung stimmen mich aber zuversichtlich, diese Krise überstehen zu können“, betont Schiener.

Spargelzeit beim Neuwirt in Bayerdilling

Bayerdilling Beim Neuwirt in Bayerdilling gibt es ab dem 18. April die Möglichkeit, Spargel abzuholen. Chefin Tanja Hertl sagt: „Wir möchten unseren Gästen die Möglichkeit geben, die Spargelzeit trotzdem etwas zu genießen und bieten daher Spargelgerichte an. Dazu kann gerne auch das passende Grillfleisch mitgenommen werden. Falls jemand noch ein passendes Getränk dazu möchte, bekommt er das auch bei uns.“ Donnerstag bis Sonntag soll von 17 bis 18 Uhr die Möglichkeit zur Abholung bestehen, Vorbestellungen sind zwischen 10 und 12 Uhr möglich. Für die weiter andauernden Beschränkungen zeigt auch Hertl Verständnis: „Die Gesundheit geht momentan einfach vor.“

Hausgemachte Gerichte liefert das Buena Vista

Donauwörth Einen Lieferdienst hat auch das Buena Vista eingerichtet. Melanie Chilla hofft dennoch, bis Mitte Mai wieder öffnen zu dürfen. Bis zu diesem Zeitpunkt setzt sie auf die Solidarität der Donauwörther: „Ich hoffe, dass die Menschen dieses Angebot vieler Gastronomen annehmen. Wir müssen das Konkurrenzdenken abschalten, denn nur wenn das Angebot bei vielen genutzt wird, können wir die Gastronomie vor Ort am Leben halten.“ Das Buena Vista liefert ab einem Bestellwert von 20 Euro gratis in das Stadtgebiet, allerdings sind auch Lieferungen außerhalb der Stadt möglich. Sie habe eine kleine Karte mit hausgemachten Gerichten erstellt, aus der man wählen könne, so Chilla.

Informationen Alle Lieferserviceangebote in Donauwörth (darunter auch die des Café la Kami und des Buena Vista) gibt es auf der Internetseite www.donauwoerth.de/wirtschaft unter dem Menüpunkt „Online-Schaufenster“. Dort sind alle Informationen sowie die Speisekarten der Gastronomen zu finden.

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