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Harburg-Ebermergen

17.01.2020

Dorfladen: Positive Resonanz aus der Bevölkerung

In diesem Gebäude in der Ortsmitte soll nach dem Willen einer Initiative der Dorfladen in Ebermergen angesiedelt sein.
Foto: Widemann

Der Arbeitskreis stellt Konzept für ein Geschäft in Ebermergen vor. Wie dieses aussieht und wie es jetzt weitergeht.

In Ebermergen sind alle Weichen für einen Dorfladen gestellt. Bei einer zweiten Informationsveranstaltung, zu der erneut rund 200 Bürger ins Schützenheim kamen, stellte der zwölfköpfige Arbeitskreis, der sich im Herbst formiert hat, sein Konzept für ein solches Geschäft vor. Die Unterstützung für das Projekt im Ort ist augenscheinlich groß.

Ob der Dorfladen tatsächlich verwirklicht werden kann, ist freilich weiter unklar, denn ein entscheidender Punkt ist noch offen: Es fehlt ein Gebäude, in dem der Laden eingerichtet wird. Im Zentrum von Ebermergen gibt es bekanntlich eine aus Sicht der Initiatoren bestens geeignete Immobilie. Die steht zum Verkauf. Die Ebermergener haben bei der Stadt Harburg beantragt, dass diese das Bauwerk erwirbt. (Lesen Sie hierzu auch den Kommentar: Dorfladen Ebermergen: Alles klar – oder nicht?)

„Zeitnahe“ Entscheidung

Die Entscheidung des Stadtrats, die mit Spannung erwartet wird, wird laut Bürgermeister Wolfgang Kilian „zeitnah fallen“. Spätestens in der Februar-Sitzung des Gremiums werde über den Antrag in öffentlicher Sitzung beraten. Der Preis für das Haus beläuft sich dem Vernehmen nach auf rund 500000 Euro. Eine mögliche Variante wäre, die Wohnung im Obergeschoss abzutrennen, sodass die Kommune nur das Erdgeschoss kaufen könnte.

Bei der Veranstaltung anwesend war auch Landrat Stefan Rößle. Er erinnerte an die Bedeutung der Dorfläden und zeigte das Netzwerk auf, das im Landkreis gebildet wurde. Ein solches Geschäft habe positive Auswirkungen auf den ganzen Ort. Allerdings sei es kein Selbstläufer: „Ihr werdet zu tun haben, dass es umgeht.“ An den Harburger Stadtrat gerichtet, sagte Rößle: „Es ist auch eine Investition für eine lebendige Dorfgemeinschaft.“

Überzeugt von der Wirtschaftlichkeit

Die Mitglieder des Arbeitskreises zeigten sich bei der Veranstaltung davon überzeugt, dass der Laden wirtschaftlich betrieben werden könnte. „Wir haben mit viel Herzblut recherchiert“, erklärte Karin Wurm, „denn wir wollen da nicht blauäugig reinlaufen“. Die Mitglieder schauten sich acht Dorfläden im Donau-Ries-Kreis an. Das Geschäft in Ebermergen solle „der Lebensmittelpunkt im Dorf werden“. Und weiter: „Ebermergen ist es wert, einen Dorfladen zu haben.“

Stadtrat Patrick Prügel stellte das Ergebnis einer Umfrageaktion in Ebermergen, Brünsee und Marbach vor. Von rund 450 Haushalten kamen 351 Rückmeldungen. Nur 17 – davon drei aus Ebermergen – hätten geäußert, kein Interesse an einem Dorfladen zu haben. 171 Haushalte gaben an, Anteile zeichnen zu möchten. Gut 500 solche Anteile zu je 200 Euro wären nötig, um die Einrichtung für den Dorfladen zu finanzieren. Der Kapitalbedarf liege bei rund 120000 Euro, rechnete Judith Dittrich vor. Für die Ausstattung seien staatliche Zuschüsse möglich.

Keine Konkurrenz schaffen

Die Umfrage ergab, dass sich die meisten Bewohner eine Grundversorgung mit Lebensmitteln, eine Bäckerei und regionale Produkte wünschen. Keinesfalls wolle man eine Konkurrenz zur bestehenden Metzgerei schaffen, betonte Judith Dittrich. Der Laden soll montags bis samstags jeweils von 6.30 bis 12.30 oder 13 Uhr und an drei Tagen auch von 16 bis 18 Uhr geöffnet sein.

Das Konzept sieht zudem einen mit bestimmten Produkten bestückten 24-Stunden-Verkaufsautomaten vor. Der Laden soll mit einer hauptamtlichen Person (30 Wochenstunden) und mehreren nebenberuflichen Kräften betrieben werden. Ein Geschäftsführer und drei Gesellschafter sollen das „Management“ des Ladens bilden.

Unternehmergesellschaft gründen

Um das Geschäft zu führen, soll eine Unternehmergesellschaft gegründet werden. Die Anteilseigner sind – so erläuterte Bernhard Röthinger – stille Gesellschafter. Dies können Personen, aber auch Firmen und Vereine sein. Sie haften nur mit der Summe ihrer Anteile. Pro Person können bis zu fünf Anteile gezeichnet werden.

Dazu haben Interessierte nun bis Mittwoch 22. Januar, Zeit. Die Formulare können bis dahin bei den Arbeitskreis-Mitgliedern oder an diesem Tag von 19.30 Uhr an im Schützenheim abgegeben werden. Dort werden bei Bedarf auch nochmals Fragen beantwortet.

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