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Donauwörth/Deiningen

04.03.2016

Ein Kämpfer für Elektromobilität

Matthias Schwarz aus Deiningen, Schwabens einziger Berater für Elektromobilität
Bild: Andreas Schopf

Der Deininger Matthias Schwarz ist Berater für Stromautos – der einzige in Schwaben. Er findet, dass der Landkreis in diesem Bereich ganz schön hinterherhinkt.

Das Nummernschild ist bei Matthias Schwarz Programm – beziehungsweise gerade nicht. „CO2“ steht vorne und hinten auf seinem Kleinwagen. Es ist ein Elektroauto, stößt also kein Kohlenstoffdioxid aus.

Das Thema Elektromobilität hat es Schwarz angetan. Der Deininger ist Berater für Elektromobilität – der einzige in ganz Schwaben. Im Rahmen des Programms „Schaufenster Elektromobilität“, einer Initiative der Bundesregierung, informiert er Privatleute, Betriebe und Kommunen aus der Region über elektrische Fortbewegung. Er analysiert Fahrprofile, erstellt Mobilitätskonzepte und berät beim Kauf von E-Autos.

Schwarz ist sich sicher: Der Bedarf für seine Arbeit ist groß. „Beim Bereich Elektromobilität hängt der Landkreis Donau-Ries weit hinterher – wie eigentlich ganz Deutschland“, sagt der 53-Jährige.

In der Region gebe es derzeit lediglich drei offizielle Ladesäulen für Elektroautos – „viel zu wenige“, findet Schwarz. Dazu kämen Vorbehalte von Entscheidungsträgern in der kommunalen Politik. „Es gibt zwar eine positive Grundstimmung“, sagt er. „Aber keiner will sich wirklich auf Elektromobilität einlassen.“ Immer noch werde diese Art der Fortbewegung bei vielen als „grünes Thema“ abgetan. „Davon müssen wir wegkommen“, sagt Schwarz, der neben seiner Beratertätigkeit auch als Kunst- und Informatiklehrer am Gymnasium Nördlingen arbeitet.

Ein verbessertes Angebot für Fahrer von E-Autos könnte seiner Meinung nach bald zum Standortvorteil für die Urlaubsregion Donau-Ries werden: „Die Technik ist auf dem Vormarsch. Auch Touristen werden zunehmend nach Ladepunkten fragen.“ Sind diese nicht vorhanden, bestehe bald die Gefahr, Urlauber abzuschrecken.

Schwarz selbst besitzt zwei Autos, die mit Strom angetrieben werden – eines nutzt er privat, das andere geschäftlich: „Wenn man einmal ein E-Auto fährt, lässt es einen nicht mehr los.“ Ihn begeistern vor allem Fahrspaß, Umweltfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit. Die höheren Anschaffungskosten würden sich je nach Fahrverhalten in etwa drei bis fünf Jahren amortisieren. „Wer sich aus Kostengründen gegen ein E-Auto entscheidet, hat nicht richtig gerechnet“, sagt Schwarz.

In seiner Projektarbeit, die er zum Abschluss seiner Ausbildung zum Elektromobilitätsberater anfertigte, analysierte er Fuhrpark und Fahrprofile der Diakonie Donau-Ries am Standort Herkheim. Sein Ergebnis: Durch die Umstellung auf elektrisch angetriebene Autos ließen sich pro Jahr und Fahrzeug bis zu 1800 Euro Treibstoffkosten, bis zu 1000 Euro Personalkosten sowie bis zu sechs Tonnen CO2 einsparen.

„Das ist eine tolle Sache“, sagt Johannes Beck von der Diakonie Donau-Ries. „Aber wir können unseren Fuhrpark nicht von heute auf morgen umstellen.“ Beck könne sich aber vorstellen, nach und nach einige Elektroautos für die Diakonie anzuschaffen.

Auf Schwarz’ Anraten hin legte sich auch der Landkreis Donau-Ries zwei Elektroautos als Dienstfahrzeuge zu. Für den Deininger nur ein Anfang. Zum 31. Dezember 2015 waren im Landkreis 54 E-Fahrzeuge zugelassen – aktiv unterwegs sind davon lediglich 35, wie das Landratsamt mitteilt. „Viele haben einfach noch Angst vor der neuen Technologie“, sagt Schwarz. „Erst wenn der Nachbar so etwas hat, trauen sie sich auch.“

Das Ziel der Bundesregierung, dass bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sind, sieht Schwarz als schwer umsetzbar. „Aber es wird in den kommenden Jahren sehr schnell gehen“, sagt er. „Ich bin mir sicher: Die Technik wird sich durchsetzen.“ Er selbst will seinen Beitrag dazu leisten.

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