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Erziehung

17.05.2019

Kinderbetreuung: Mertingen erhöht Gebühren

Die Gemeinde Mertingen hebt zum 1. September die Preise für die Kinderbetreuung, im Bild die Krippe St. Martin, an.
Bild: Wenzel

Warum die erste Anpassung seit 2007 notwendig ist und wie viel Eltern nun bezahlen

Über mangelnden Zulauf bei ihren Kinderbetreuungseinrichtungen kann sich die Gemeinde Mertingen nicht beschweren. Seit 2012 hat sich die Zahl der Kinder von 210 auf mittlerweile 253 erhöht. Die für den Nachwuchs gebuchten Stunden aber sind im selben Zeitraum noch viel extremer gestiegen: von 1299 auf 2309, was einem Plus von 60 Prozent entspricht. In diesem Jahr verschließt der laufende Betrieb – ohne Investitionen – 1,9 Millionen Euro.

Der Anteil, den die Eltern dafür über Gebühren entrichten, liegt bei 8,3 Prozent. 2012 waren es noch 10,5 Prozent gewesen. Trotz staatlicher Förderungen und Zuschüsse bleibt ein Defizit, das die Gemeinde ausgleichen muss. Aktuell liegt dieses bei 575000 Euro. „Wir bieten mit unserem breiten Angebot viel an und unterstützen die Eltern. Aber wir müssen auch Geld einnehmen und sollten uns trauen, vernünftige Gebühren zu erheben“, sagte Bürgermeister Albert Lohner in der vergangenen Sitzung des Gemeinderates.

Eltern können ihren Nachwuchs theoretisch bis zu zehn Stunden täglich im Kindergarten St. Martin unterbringen, daneben gibt es eine Krippe und einen Hort. Die Gebühren waren zuletzt im Jahr 2007 angepasst worden. Nun ist es wieder so weit: Mit Gegenstimmen von Alfred Hopfner und Alexander Fiebig (beide SPD) beschloss das Gremium eine Erhöhung. Diese neue Satzung tritt zum 1. September in Kraft. Geht ein Kind beispielsweise auf die Woche gesehen im Schnitt sechs bis sieben Stunden pro Tag in den Kindergarten, werden dafür künftig 110 Euro im Monat fällig statt bisher 77 Euro. Sieben bis acht Stunden in der Krippe kosten künftig 190 Euro (zuvor 153 Euro).

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Mit der neuen Satzung komme man auf einen Eltern-Anteil von 12,4 Prozent – wobei die Gemeinde dann immer noch 500000 Euro zuschießen muss. Empfohlen werde laut Bürgermeister Lohner sogar, dass die Eltern 20 Prozent aufbringen sollten.

Selbst nach der Erhöhung liege man kostenmäßig auf dem Niveau der Nachbarkommunen, wie Kämmerer Jörg Baumgärtner sagte. Er stellte dem Rat zum Vergleich die Gebühren in Donauwörth, Oberndorf, Nordendorf und Lauterbach vor. Die drei Letztgenannten hatten übrigens erst im vergangenen Herbst eine Anpassung vorgenommen. Tatsächlich ist ein Kindergartenbesuch in Mertingen aber deutlich billiger als in der Satzung verankert. Denn bekanntlich will die Staatsregierung einen monatlichen Zuschuss von 100 Euro pro Kind zahlen. In Mertingen hat man darauf bereits reagiert: Seit 1. April streckt die Gemeinde diese Summe bereits vor. (mwe)

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