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Landkreis

20.02.2018

Kreißsäle im Landkreis jeden Tag offen

gKU-Vorstand Jürgen Busse, hier abgebildet mit Chefarzt Dr. Armin Both und Landrat Stefan Rößle bei der Einweihung der neuen Geburtshilfe in Donauwörth im Jahr 2014, ist sehr zufrieden mit der aktuellen Situation der Geburtshilfe im Landkreis und auch zuversichtlich für die Zukunft. Künftig könnten auch Schwangere aus dem Nachbarlandkreis auf die Donau-Rieser Kliniken ausweichen.
Bild: gKU

Die Geburtshilfe am Dillinger Krankenhaus dagegen wird für Monate geschlossen. Welche Auswirkungen das auf die Kliniken in der Region hat und wie dort die Situation ist

Monatelang wird die Geburtshilfe dicht sein: Im Dillinger Krankenhaus können zwischen dem 23. März und dem 30. Juni keine Kinder geboren werden. Hintergrund sei Personalmangel, hieß es vonseiten des dortigen Aufsichtsrats und der Geschäftsführung. Die Schwangeren müssen sich eine Alternative suchen und die ersten haben sich bereits in der Donauwörther Klinik gemeldet, wie Oberärztin Anne-Kathrin Geisler bestätigt: „Wir hatten in der vergangenen Zeit einige Geburten und auch telefonische Anfragen.“ Doch gibt es in den Kliniken im Landkreis Donau-Ries auch genug Platz für die Schwangeren aus dem Nachbarlandkreis?

„Die Kapazitäten sind auf jeden Fall da“, sagt Oberärztin Geisler. Das bestätigt der Geschäftsführer des gemeinsamen Kommunalunternehmens Donau-Ries Kliniken und Seniorenheime (gkU), Jürgen Busse. Derzeit kämen in Nördlingen und in Donauwörth jeweils zwischen 500 und 600 Kinder auf die Welt, Kapazitäten habe man aber je für 800 oder 900 Geburten. In den Krankenhäusern gebe es insgesamt sechs Kreißsäle. Busse versichert: „Die werden an 365 Tagen offen sein.“ Wie berichtet, war die Nördlinger Geburtshilfe im vergangenen Oktober für ein Wochenende abgemeldet, da Personal gefehlt hatte. Busse sagt, mittlerweile habe man die Kommunikationswege verbessert, die Standorte könnten sich gegenseitig aushelfen: „Es gibt einen Notfallplan.“

In Donauwörth sind die Ärzte der Frauenklinik fest angestellt, Chefarzt ist dort Dr. Armin Both. Zuletzt habe eine Hebamme, die zuvor in Dillingen gearbeitet habe, in Donauwörth angefangen, berichtet Busse: „Weil wir so eine nette Gruppe sind, hat sie gesagt.“ Drei weitere könnten noch dazu kommen, davon eine ebenfalls aus dem Raum Dillingen. Busse betont aber, er werbe keine Fachkraft aus dem Nachbarlandkreis ab, die Frauen hätten sich selbst beworben. Chefarzt Both sei überregional bekannt. In Nördlingen handelt es sich bei der Geburtshilfe um eine Belegabteilung der Gynäkologischen Gemeinschaftspraxis Dr. Schaich, Dr. Hübner und Dr. Bekker (Schäfflesmarkt).

GKU-Geschäftsführer Busse sagt: „Wir behalten unsere Geburtstationen. Da kommen jährlich mehr als 1000 Kinder zur Welt.“ Im Krankenhausplan Bayern würden auch beide als notwendig erachtet. Zudem werden Abteilungen, in denen jährlich weniger als 800 Babys geboren werden, künftig besser gefördert. Der Freistaat wolle einen Defizitausgleich zahlen – wie viel, das stehe noch nicht fest, so Busse.

Eine derjenigen, die den Babys auf die Welt hilft, ist Birgit Landwehr. Die Auhausenerin ist Sprecherin der rund 30 Hebammen im Kreis: „Ich glaube, bei uns verteilt es sich noch gut. Aber wir haben auch alle keine Langeweile.“ Dass die Dillinger Geburtshilfe geschlossen wurde, bezeichnet Landwehr als „schwierig“. Denn gerade beim zweiten oder dritten Kind könne eine Geburt schon mal schnell gehen – in rund drei Stunden könne der Nachwuchs da sein. Die Frau müsse in dieser Zeit erst einmal realisieren, dass es sich tatsächlich um Geburtswehen handle: „Wenn man schon ein Kind geboren hat, dann geht man ja auch nicht bei der ersten Wehe ins Krankenhaus. Da kann der Weg schon lang werden.“

Eine Alternative kann für manche Frauen eine Hausgeburt sein, neben Landwehr bieten das noch zwei andere Hebammen im Landkreis Donau-Ries und darüber hinaus an. Es gebe allerdings einen Katalog von Ausschlusskriterien von den Krankenkassen, sagt Landwehr: Wenn die Mama beispielsweise Diabetes oder einen hohen Blutdruck habe und der Nachwuchs mit dem Popo voran auf die Welt kommen wolle, sei eine Hausgeburt nicht möglich. Treffe kein Kriterium zu, könne man sich eine Hebamme aussuchen, die dann bei der Geburt da ist. Werdende Mütter sollten sich schon im ersten Drittel der Schwangerschaft melden, sagt Landwehr. Alle Telefonnummern und Informationen gibt es im Internet unter www.hebammenliste-donauries.de.

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