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Kaisheim

07.05.2019

Luise Kinseher: Die Wahrheit liegt im Wirtshaus

Luise Kinseher hat als Mama Bavaria mit so einigen Problemen ihrer Kinder zu kämpfen. Das wurde auch in Kaisheim deutlich.
Bild: Weigl

Luise Kinseher ist als Mama Bavaria im Thaddäus auf der Suche nach der bayerischen Wirklichkeit. Dabei wird auch das Publikum in Kaisheim eingebunden.

Luise Kinseher kommt gerne nach Kaisheim. Schließlich sei man mit den Sehenswürdigkeiten in zehn Minuten durch. In der Kleinkunstbrauerei Thaddäus verweilte sie mit ihrem aktuellen Programm „Mamma Mia Bavaria“ dann doch etwas länger.

Schließlich könne die „Mama Bayerns“ ihre Kinder außerhalb der Großstadt nicht im Stich lassen. Lange genug habe sie den „Großkopferten“ am Nockherberg die Leviten gelesen, aber „es hat ja nichts genutzt“, so Kinseher.

Die wahren Probleme

In Kaisheim beleuchtete sie die wahren Probleme ihres Bayernlandes. Sei es das Weltraum-Programm Bavaria One mit einem Markus Söder im Armani-Weltraumanzug oder der Schweinebraten-Streit, der ganze Familien spaltet: Mit oder ohne Ingwer, sei mittlerweile die alles entscheidende Frage beim bayerischen Nationalgericht.

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Ach, was machen die 16 Millionen bayerischen Kinder der „Mama“ das Leben schwer. Probleme über Probleme: Sei es der Flächenfraß oder die überteuerten Mieten in den Großstädten. „In München trauen sich ganze Familien nicht mehr außer Haus, weil sie Angst haben, dass am Abend ihre Wohnung schon an den nächsten vermietet wurde“, schimpft Kinseher.

Diskutiert wird am Stammtisch

Ihre Sorgen spricht sie, wie es sich für eine anständige Bayerin gehört, am Stammtisch im Wirtshaus aus. Mit am Tisch sitzen Mütterchen Russland, die Europa und Lady Liberty aus New York, wobei Letztere sehr schlecht „beinander sei“. Aber man möge es kaum glauben, jeder Mensch hat eine Mama – sogar Donald Trump.

„Niemand bestreitet dies, außer vielleicht seine Mama selbst“, spottet die 50-jährige. Im Gegensatz zur Mama Bavaria ist Mütterchen Russland stolz auf ihren Vladimir: „Der hat nach einem Bad im Eiswasser noch mehr in der Hose wie Stoiber, Seehofer und Söder gemeinsam im Gehirn.“

Die „Mama“ muss es ja wissen

Das bestreitet Kinseher in ihrer Paraderolle als Mama Bavaria auch nicht, ist jedoch mehr denn je auf der Suche nach der bayerischen Wahrheit. Wenn es sie gibt, dann im Wirtshaus. „Das Wirtshaus ist die Wiege der Toleranz und aus pädagogischer Sicht vergleichbar mit einer Montessori Schule“. Die „Mama“ muss es ja wissen, schließlich war sie in zwei ihrer mittlerweile sieben Reinkarnationen auf der Erde als Wirtin im aller ersten Wirtshaus Bayerns und auf einer Alm tätig.

Das Kaisheimer Publikum dankte ihrer Mama diese Erkenntnis mit einigen Lachern und lauschte auch den ironischen Gesangseinlagen der gebürtigen Niederbayerin, die ihre wahre kabarettistische Stärke im spontanen Plausch mit dem Publikum zeigte. Ein Tisch in der ersten Reihe dürfte diesen Abend wohl so schnell nicht vergessen. Nachtragend war aber keiner, schließlich stand die „Mama“ auf der Bühne und zum anderen war man ja im Wirtshaus ...

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