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Donauwörth

12.02.2020

Nordschwäbisches Literaturfestival: Das Programm steht

Lesungen stehen im Mittelpunkt des ersten Literaturfestivals in Nordschwaben.
Bild: Robin Van Lonkhuijsen/dpa

Plus Das erste Literaturfestival in Nordschwaben steht in den Startlöchern. Namhafte Gäste kommen, darunter Joachim Gauck, Notker Wolf, Melanie Raabe und viele mehr.

Bühne frei für ein Literaturereignis, das es so in der Region noch nicht gegeben hat: Erstmals findet in diesem Frühjahr das Literaturfestival Nordschwaben als Gemeinschaftsprojekt der Landkreise Donau-Ries und Dillingen statt.

Schon seit längerem werden die Details geplant – jetzt rückt das Großereignis immer näher und das Programm steht endgültig fest. Die Landräte Stefan Rößle und Leo Schrell stellten es gemeinsam der Öffentlichkeit vor. Hochkarätige Autorinnen und Autoren werden vom 16. März bis 4. April in reizvollen Kulissen über die beiden Landkreise verstreut ihre neuesten Bücher vorstellen.

Verschiedenste Schauplätze

Schauplätze sind ehemalige Brauereien und Lichtspielhäuser, Synagogen und Klöster, Kasernen, Schlösser und andere Örtlichkeiten mehr. Sie werden zu Bühnen für Lesungen, literarisch-musikalisches Kabarett und Gespräche über Literatur, Politik, Geschichte und Wissenschaft.

Nordschwäbisches Literaturfestival: Das Programm steht

Verschiedene Veranstalter haben sich zusammengeschlossen, um ein ambitioniertes literarisches Kulturprogramm für ein breites Publikum anzubieten. Sie werden dabei vom Bezirk Schwaben, von den beiden Landkreisen und von Förderern wie den Lechwerken, den Sparkassen und Raiffeisen-Volksbanken kräftig unterstützt.

Hier ist das komplette Programm

Die Autoren werden ihre Werke, Romane und Erzählungen, bewegende Biografien und spannende Sachbücher präsentieren. Und so sieht das komplette Programm aus:

  • Kein Geringerer als Harald Lesch, einer der prominentesten Wissenschaftsmoderatoren in Deutschland, eröffnet das Festival im Nördlinger Stadtsaal Klösterle mit seiner Frage „Was hat das Universum mit mir zu tun?“ gleich an zwei aufeinanderfolgenden Abenden (16. und 17. März). Er erklärt auf originelle Art naturwissenschaftlich-astronomische Phänomene und ihre Bedeutung für unser Leben. Beginn 19.30 Uhr.
  • Mit dem „ersten deutsch-deutschen Spionageroman nach 1945“ – Titel „Die Unscheinbaren“ – geht es am 18. März (19.30 Uhr) weiter. Dirk Brauns und Hendryk Duryn kommen zu einer dialogischen Lesung um 19.30 Uhr nach Höchstädt ins Schloss. Der Roman ist authentisch und berührend, nicht zuletzt weil die Handlung auf der Familiengeschichte des Autors Dirks Brauns beruht. Bei seiner Recherche durchforstete Brauns Tausende Seiten Akteneinträge im BND- und im Stasi-Archiv.
  • Am 20. März ist Götz Aly, einer der bekanntesten Antisemitismus- und Holocaustforscher ab 19.30 Uhr in der ehemaligen Synagoge in Binswangen zu Gast. Er liest aus den Werken Siegfried Lichtenstaedters zu Volksgeist und Judenhass.

Notker Wolf kommt nach Rain

  • Romy Hausmann kommt mit „Liebes Kind“ am Samstag, 21. März, nach Oettingen und zwar ins ehemalige Zentral-Theater des Hotels Goldene Gans (Königsstraße 5). Beginn 19.30 Uhr. Ihr Thriller beginnt in einer fensterlosen Hütte im Wald, wo Lena und ihre Kinder eingesperrt sind. Sauerstoff bekommen die drei über einen „Zirkulationsapparat“. Der Vater versorgt seine Familie mit Lebensmitteln, er beschützt sie vor den Gefahren der Welt da draußen. Doch eines Tages gelingt Lena und den Kindern die Flucht.
  • „Ich denke an Sie – Die Kunst einfach da zu sein“ heißt es am Montag, 23. März, wenn Notker Wolf nach Rain kommt. Ab 19 Uhr liest der frühere Abtprimas der benediktinischen Konföderation im Bayertorsaal (Hauptstraße 1). Er erzählt von menschlichen Begegnungen und wie sie Mut und Kraft geben können. Er zeigt, dass es manchmal reicht, zuzuhören und vielleicht nur lange in die Augen zu blicken – oder auch gemeinsam zu scherzen und zu lachen.
Melanie Raabe.
Bild: Uwe Bolten
  • Spannend wird es am Mittwoch, 25. März, in Donauwörth. Dann taucht Melanie Raabe ab 19 Uhr zusammen mit ihren Lesern in „Die Wälder“ ein. Schauplatz des Geschehens ist das Zeughaus (Rathausgasse 1). Raabes neuester Krimi handelt von Nina, die die Nachricht erhält, dass Tim, ihr bester Freund aus Kindertagen, unerwartet gestorben ist. Eine Welt bricht für sie zusammen, vor allem, als sie erfährt, dass er noch kurz vor seinem Tod fast manisch versucht hat, sie zu erreichen.
  • Am Donnerstag, 26. März, liest Vea Kaiser aus „Rückwärtswalzer oder Die Manen der Familie Prischinger“. Voller Witz und Herzenswärme erzählt die Autorin von einer Familie aus dem österreichischen Waldviertel, von drei Schwestern, die ein Geheimnis wahren. Treffpunkt ist um 19.30 Uhr in der Stadtgalerie in der Ludwigskaserne (Schützenstraße 1) in Dillingen.
  • Tillmann Bendikowski lädt am Freitag, 27. März, ab 20 Uhr zu folgendem Thema ein: „Ein Jahr im Mittelalter Essen und Feiern, Reisen und Kämpfen, Herrschen und Strafen, Glauben und Lieben“. Interessierte kommen in die Alte Schranne nach Nördlingen.

Lesung in Oberndorf

  • Am Samstag, 28. März, geht es dann nach Oberndorf. Denn dort liest Thomas Thiemeyer ab 18 Uhr aus „Wicca – Tödlicher Kult“. Treffpunkt ist im „Jump In - Sport & Event“ (Eggelstetter Straße 15). Und dort trifft dann hollywoodreife Action auf uralte Mythen und es gibt perfektes Lesefutter für alle Fans mystischer Science-Thriller.
  • In Buttenwiesen macht das Literaturfestival am Samstag, 28. März, Station. Der Auto Harald Jähner bringt sein Buch „Wolfszeit“ um 20 Uhr mit in den Zehentstadel (Sylvesterstraße 17, 86647 Pfaffenhofen). Im Buch werden Deutschland und die Deutschen zwischen 1945 und 1955 beleuchtet. Der Autor fragt sich: Wie konnte der Holocaust unmittelbar nach dem Krieg komplett verdrängt werden? Er blickt auf das gesellschaftliche Panorama dieses Jahrzehnts.
  • Am Sonntag, 29. März, steht ein kulinarischer Krimi auf dem Programm. Der Titel lautet „Bittere Schokolade“, Autor ist Tom Hillenbrand. Darin geht es um eine Patisseurin, die ermordet wird. Zu erleben ist die Lesung im Saal der Alten Brauerei Mertingen (Hilaria-Lechner-Straße 21). Beginn 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr.

Auch Gempfing ist mit dabei

  • Idyllisch gelegen ist der Pfarrhof Gempfing (Burgheimer Straße 2). Dort bietet sich am Montag, 30. März, 19 Uhr, Gelegenheit zur Autorenbegegnung mit Andreas Martin Hofmeir. Er liest aus „Kein Aufwand!“ (Teil 1) und bewegt sich mit seiner musikalisch-kabarettistische Lesung in bester Tradition eines Gerhard Polt oder Karl Valentin.
Joachim Gauck.
Bild: oH
  • Alt-Bundespräsident Joachim Gauck kommt am Dienstag, 31. März, nach Dillingen und zwar in den Stadtsaal (Kolping-Platz 1). Der Titel seines Buches: „Toleranz: Einfach schwer“. Es handelt sich um ein wortmächtiges Plädoyer für die Zukunft unserer Demokratie.
  • Am Freitag, 3. April, präsentiert Denis Scheck ab 19 Uhr im Donauwörther Zeughaus (Rathausgasse 1) „Schecks Kanon – Die 100 wichtigsten Werke der Weltliteratur“.
  • Und dann wird es regional! Am Samstag, 4. April, bevölkern Autorinnen und Autoren aus den beiden Landkreisen das KunstMuseum Donau-Ries in Wemding (Ernst-Steinacker-Straße 1) und stellen ihre Werke vor.
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