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Donau-Ries

18.08.2017

Otting überflutet: Schaden geht in die Millionen

Auch der Maibaum wurde Opfer des Unwetters und trieb durch die Gemeinde Otting. Auf die Bewohner kommt jetzt ein hoher Schaden zu.
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Auch der Maibaum wurde Opfer des Unwetters und trieb durch die Gemeinde Otting. Auf die Bewohner kommt jetzt ein hoher Schaden zu.
Bild: Bernreuther

Nach dem Unwetter in Otting räumen die Bewohner des Dorfes im Donau-Ries auf. Es dürften Schäden in Millionenhöhe entstanden sein. Nur wenige Bewohner sind versichert.

Im Unwetter geplagten Otting ist am Tag zwei nach der Überflutung weitgehend wieder Normalität eingekehrt – zumindest hat es äußerlich den Anschein. Wer jetzt durch den Ort fährt, bekommt kaum noch mit, welches Drama sich dort am Dienstag abgespielt hat. Ein Großteil des 800-Einwohner-Ortes stand nach Starkregen unter Wasser. Zahlreiche Keller liefen voll und bei einigen Gebäuden auch das Erdgeschoss.

Unwetter haben in Otting (Landkreis Donau-Ries) am Dienstagabend schwere Schäden angerichtet. In dem Ort mit etwa 800 Einwohnern liefen am Dienstagabend in rund 80 Häusern die Keller voll.
Video: German Groß

Unwetter in Otting: Betroffene hoffen auf Unterstützung

Viele Ottinger nahmen frei, um beim Aufräumen mit anzupacken. Auch aus den umliegenden Gemeinden kamen Helfer. "Die Keller sind inzwischen leer. Der Abfallwirtschaftsverband hat stündlich die Container getauscht, sodass wir den Sperrmüll schnell wegbekommen haben", sagte der Zweite Bürgermeister Herbert Löfflad. Gestern war er mit Mitarbeitern des Landratsamts und des Wasserwirtschaftsamts Donauwörth unterwegs wegen der entstandenen Sach- und möglicher Umweltschäden. In fünf Kellern mussten die Öltanks ausgepumpt werden.

Die genaue Höhe der Schäden muss zwar erst noch ermittelt werden, es könne aber sein, dass diese bei mehreren Ottingern 30.000 bis 50.000 Euro betrage, so Löfflad. Auch steige die Zahl der betroffenen Anwesen unter Umständen auf bis zu 100, das werde gerade ermittelt, fügt er an. Bislang war die Rede davon, dass 80 Gebäude betroffen seien. "Unsere Abfrage hat gezeigt, dass die wenigsten Ottinger eine Versicherung für solch ein Ereignis besitzen. Ihnen bleibt wohl nur die Hoffnung, dass der politische Wille da ist, uns zu helfen", informierte der Bürgermeister-Stellvertreter.

Entsprechende Bemühungen zu unterstützen, haben der stellvertretende Landrat Reinhold Bittner und der Landtagsabgeordnete Wolfgang Fackler angekündigt. Fackler hat bereits mit dem Bayerischen Finanz- und dem Umweltministerium Kontakt aufgenommenen, um auszuloten, welche Möglichkeiten der Freistaat sieht, um so schnell wie möglich zu helfen. "Zudem müssen wir zusammen mit dem Wasserwirtschaftsamt prüfen, was getan werden kann, um in Otting solch gravierende Hochwasser mit derartigen Folgen zu verhindern", betonte Fackler.

Unwetter haben in Otting (Donau-Ries) schwere Schäden angerichtet: Nach Hagel und Starkregen standen rund 80 Haushalte unter Wasser - teilweise bis zu einem Meter hoch.
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Überflutete Keller und Straßen in Otting
Bild: Matthias Stark

Nach Hochwasser: Gemeinde Otting droht hoher Schaden

Nicht nur den Privatleuten, sondern auch der Gemeinde drohen hohe Kosten. Allein das Schützenheim, das von den Schützen angemietet wurde, aber der Gemeinde gehört, betrage der Schaden mindestens 100.000 Euro. Betroffen von dem Unwetter war auch das Rathaus. Immerhin blieb der Kindergarten von den Wassermassen verschont.

Weniger Glück hatten die Kirche und der Friedhof. Letzterer stand komplett unter Wasser. Es muss nun geprüft werden, ob die Standfestigkeit der Grabsteine noch gegeben ist. Mit den Aufräumarbeiten in der Kirche wird jetzt erst begonnen. "Wir mussten auf den Gutachter warten, der war heute da", informierte Pfarrer Volker Kurz gestern. Die Fluten beschädigten die Sitzbänke, den Beichtstuhl und die Podeste, auf denen Altäre stehen. Die Altäre selbst sind laut Kurz aber nicht betroffen. Geprüft werden muss auch, wie stark die Wände des Gotteshauses in Mitleidenschaft gezogen wurden. Anders als in Wohnhäusern sind diese nicht mit wasserabweisender Dispersionsfarbe gestrichen. Mit der Reinigung von St. Richard wird lauf Pfarrer Kurz eine Spezialfirma beauftragt.

Ursache für hohe Schäden: Ottinger Gewitterzelle bewegte sich fast nicht

Dass das Unwetter derart massive Auswirkungen hatte, ist auch der Lage Ottings geschuldet, das in einer Mulde liegt. Das Wasser strömte von allen Seiten hinab in den Ort. "In Monheim wären die Folgen bei der gleichen Regenmenge wahrscheinlich deutlich geringer gewesen", glaubt Wetterexperte Werner Neudeck.

Verschärfend sei ein anderes Problem hinzugekommen: "Solche Gewitter mit Starkregen sind gar nicht so selten. Allerdings sind diese oft mit heftigem Wind verbunden und ziehen schnell weiter. Diese Gewitterzelle stand aber über Otting und bewegte sich fast gar nicht von der Stelle."

In der Gemeinde regnete es am Dienstag in einer Stunde mehr als sonst üblicherweise in der Region im ganzen August. Laut Neudeck fallen rund um Donauwörth im August im Schnitt 80 Liter Regen.

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18.08.2017

Das wird ja nicht das erste Mal gewesen sein, denke ich. Da muss halt grundsätzlich was am Hochwasserschutz gemacht werden. Und dann müssen halt auch mal irgendwelche Leute Land hergeben gegen angemessene Entschädigung, so dass man dort Überflutungsgebiete oder Seen anlegen kann. Bei uns palavern sie auch schon 20 Jahre und es geht nix vorwärts weil jeder bockt. Und nach dem nächsten Hochwasser haben sie es wieder ganz streng und dann verläuft es im Sande. Und wenn die Leute keine Versicherung haben, dann liegt es wohl daran, weil es als Hochwassergebiet allgemein bekannt ist und keine Versicherung mehr dafür einspringen mag. Sind immer alles hausgemachte Probleme.

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