1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Söder, Schmid und Tsipras

Donauwörth-Berg

30.06.2015

Söder, Schmid und Tsipras

Flankiert von zwei Festdamen wurde der bayerische Finanz- und Heimatminister Markus Söder in das Festzelt der Adler-Schützen geleitet.

Der bayerische Finanzminister Markus Söder zu Gast im Festzelt in Berg. Über 2000 Zuhörer feiern den Politiker, aber auch noch einen anderen.

von Helmut Bissinger

In einem Bierzelt darf man markige Worte verwenden. Wird er diese liefern? Er hat. Bayerns Finanz- und Heimatminister Markus Söder kam zum politischen Abend in den Donauwörther Stadtteil Berg, er traf Parteifreunde und er teilte aus. So kennt man ihn und deswegen hat ihn die CSU im Landkreis wohl auch eingeladen, um beim 125-jährigen Jubiläum der Adler-Schützen einen kräftigen Schlussakkord zu setzen.

Die „Granden“ der Union im Landkreis waren natürlich alle vor Ort, um sich im Dunstkreis des möglichen, künftigen Ministerpräsidenten zu sonnen. Allen voran: Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler. Er hatte Söder für den Besuch gewinnen können. Für Fackler war es ein Heimspiel, wohnt er doch in Berg. Aber auch sein Bundestagskollege Ulrich Lange, Landrat Stefan Rößle, Dillingens Landtagsabgeordneter Georg Winter und eine ganze Reihe weiterer CSU-Repräsentanten und -Bürgermeister war ins Bierzelt gekommen, in das der Minister aus dem Frankenland mit einem Marsch und begleitet von zwei Festdamen einzog. Zuvor hatte er sich ins Goldene Buch der Stadt Donauwörth eingetragen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Alle warteten gespannt auf das, was Söder sagen würde. Der Besuch hatte ungewollt an Brisanz gewonnen, weiß man doch, wie skeptisch Söder der griechischen Regierung gegenübersteht. Seit Wochen kritisiert er sie – und da hat alles plötzlich neue Nahrung erhalten. Der Abbruch der Brüsseler Verhandlungen über weitere Hilfen für Griechenland war für den Minister überfällig, wie er zuletzt immer wieder in Fernsehinterviews gesagt hatte.

Was aber nun Herr Söder? „Die Stabilität des Geldes sichern“, gibt er als vordringlichste Aufgabe aus. Die Griechen hätten über ihre Verhältnisse gelebt. Er jedenfalls sei nicht bereit, im eigenen Land zu sparen, so Söder, um damit die Schulden von anderen übernehmen zu können. „Schulden teilt man nicht, sie bezahlt man“, erklärte Söder und bekam dafür großen Applaus. Die Strategie des griechischen Regierungschefs Tsipras, nach der Devise vorzugehen „Sparen wollen wir nicht, das Geld wollen wir aber schon“, habe ein „Kein weiter so!“ herausgefordert. Tsipras habe alles Vertrauen verspielt.

Auch zum Thema Asyl fand der Franke klare Worte: Er dankte den mehr als 2000 Besuchern im Festzelt für die Bereitschaft, Flüchtlinge aufzunehmen, aber er sagte auch: „Unsere Christenpflicht stößt an Grenzen.“ Die Asylanträge müssten schneller bearbeitet werden. Schließlich forderte der Redner eine stärkere Kontrolle der Grenzen. Sie habe es beim Gipfel in Elmau gegeben. Viele Straftäter seien so von der Polizei gefasst worden. „Wie viele sind es aufs Jahr gerechnet, wenn man noch bedenkt, dass während des Gipfels nicht die Schlausten über die Grenze wollten.“

Einen breiten Raum nahm bei Söder auch der Länderfinanzausgleich ein. Da müsse sich etwas ändern. „Unser Geld ist am besten in Bayern aufgehoben und nicht in Berlin und Brüssel.“ Schließlich brach Söder eine Lanze für den ländlichen Raum. Er sehe die Zukunft hier, schlage die Seele Bayerns doch vor allem auf dem Land. Er jedenfalls wolle die ländlichen Räume stärken. Am Ende der 60-minütigen Rede bekennt der Minister: „Die besten Zeiten in Bayern liegen noch vor uns!“ Markus Söder durfte sich über einen kräftigen Applaus freuen.

Geradezu Ovationen hatte es zu Beginn der Veranstaltung für den ehemaligen CSU-Fraktionschef Georg Schmid gegeben. Bei seiner Begrüßung durch seinen Nachfolger Fackler als „Staatssekretär a.D.“ feierte ihn das Zelt: Zwei Minuten Beifall waren wohl Balsam für dessen Seele. Und als dann auch noch Söder von der Bühne anerkannte „Georg Schmid hat unglaublich viel geleistet“,brandete noch einmal Jubel auf. „Ein starker Abend“, urteilte am Ende einer der Zuhörer. Söder, ganz leger in Jeans, habe ihn überzeugt. Gefreut habe ihn aber auch, „die Menschlichkeit“, mit der Georg Schmid empfangen worden sei.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20IMG_6503.tif
Nördlingen

Die Aufbauarbeiten für die Mess’ haben begonnen

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen