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Genderkingen

31.05.2019

Unfallflucht: Kuvert mit Geld und Entschuldigung

Dieses Geld ließ ein Unfallverursacher anonym dem Bürgermeister in Genderkingen zukommen.
Bild: Dietz

Nach einem Unfall, bei dem ein Poller umgefahren wurde, meldet sich der Unbekannte. Was der Bürgermeister dazu sagt. 

Die Nachricht, die im Genderkinger Rathaus für letztlich viel Aufregung sorgte, war eigentlich eine relativ unspektakuläre – zunächst: „Ein Unbekannter hat einen Betonpoller in Genderkingen umgefahren und sich nicht um den Schaden gekümmert. Der Unfall in der Lechstraße gegenüber dem Rathaus ist wohl am Mittwoch gegen 12.30 Uhr passiert, so die Polizei Rain. Der Schaden beträgt etwa 250 Euro. Zeugen sollen sich bitte mit der Polizei in Rain in Verbindung setzen.“ So lautete der Polizeibericht in der DZ vom 17. Mai. Kurz darauf fand Bürgermeister Roland Dietz einen Umschlag mit einem maschinengeschriebenen Brief im Posteingang des Rathauses.

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Es ist wohl ein „älterer Autofahrer“

250 Euro fanden sich als Beigabe des anonymen Schreibens in dem Kuvert. Der Urheber, laut Eigenauskunft „ein älterer Autofahrer“, erklärt, er sei nicht auf die Idee gekommen, dass er den Betonpoller nach dem Touchieren tatsächlich umgerissen habe – und fügt entschuldigend hinzu, er habe „noch nie mit der Polizei zu tun“ gehabt. Die „beiliegende Zeitungsnotiz“ habe ihn deshalb „berührt“, schreibt der ältere Herr weiter.

Den Brief an die Polizei übergeben

Bürgermeister Dietz, selbst Polizeibeamter, freute sich freilich über das Schreiben – diese Art der Entschuldigung habe er als Bürgermeister noch nie erlebt, sagt Dietz. Er nehme dem Fahrer ab, dass das Ganze unabsichtlich geschehen sei und die Reue den Fahrer getrieben habe. Den Originalbrief musste Dietz trotzdem der Polizei übergeben. Er wird bei den Ermittlungen der Akte beigefügt – das Verfahren laufe weiter, so Dietz. Der Standort des Pollers in einer Kurve sei für Autofahrer mitunter tückisch, wenn sie die Geschwindigkeit nicht exakt einhielten, erklärt der Bürgermeister. Er habe 2009 im Gemeinderat den Antrag auf Entfernung gestellt – was das Gremium jedoch ablehnte. Der Poller sei eine Sicherheit für Fußgänger und spielende Kinder.

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