Von neuem durchleben Mutter und Sohn jetzt eine Tragödie. Diesmal am Tresen der Ausländerbehörde in der Donauwörther Pflegstraße. Es mag gegen das bis dahin Erlebte klein erscheinen, aber dramatisch wird es auch hier, nachdem die beiden die Flucht aus dem ukrainischen Charkiw endlich geschafft haben: Die Katze muss ins Tierheim nach Hamlar. In der Notunterkunft ist sie nicht gestattet. Statt zehn Minuten dauert der "Vorgang", wie es auf Amtsdeutsch heißt, nun schon eine halbe Stunde, Tränen fließen. 45 Ukrainerinnen und Ukrainer sind soeben mit dem Bus aus dem Augsburger Ankerzentrum angekommen - zur Registrierung, zur Weiterverteilung in eine der raren Notunterkünfte im Landkreis Donau-Ries. Die Fluchtbewegung aus dem Kriegsgebiet ist nur eine Facette dessen, was das Landratsamt stemmen muss in Sachen Migration. Johann Stark, der Leiter der hiesigen Ausländerbehörde, befürchtet, dass das System irgendwann kollabieren könnte, sollten die Ämter nicht bald entlastet werden.
Landkreis Donau-Ries