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Fußball

31.08.2020

Die Amateurkicker im Kreis Donau-Ries brauchen Geduld

Der Ball ruht auch weiterhin – zumindest, was den regulären Spielbetrieb und den geplanten Ligapokal angeht. Testspiele dürfen stattfinden. Der Neustart wurde – erneut – verschoben, auf den 19./20. September.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Nach der Verschiebung des Neustarts in den Fußball-Ligen müssen Trainer, Spieler und Fans der Landkreis-Vereine erneut auf den Wiederbeginn warten. Manche sind froh, andere richtig verärgert.

So richtig daran geglaubt haben wohl die wenigsten, und sie sehen sich jetzt bestätigt. Eigentlich sollten die Amateurfußballer in Bayern am Wochenende, 5./6. September, die Saison fortsetzen. Doch seit Kurzem ist es amtlich: Der Bayerische Fußball-Verband verlegt den Neustart auf den 19./20. September. Trotzdem sind schon vorher Spiele möglich – was das für die Vereine bedeutet, darüber hat unsere Zeitung mit Vereinsvertretern und Funktionären gesprochen.

Hoffen auf eine "Wegweisung" aus der Politik

Unverständnis äußert Bezirksspielleiter Rainer Zeiser. Er blickt mit Spannung auf die heutige Sitzung des bayerischen Kabinetts. Von ihm erhofft er sich nun eine „Wegweisung“. Wenn man ständig verschiebe, bestehe die Gefahr, dass ältere Spieler „vielleicht bald keine Lust mehr haben“. Mit Argusaugen blickt Zeiser ins benachbarte Baden-Württemberg. Dort habe die Saison bereits wieder begonnen, und dort seien bis zu 500 Zuschauer zulässig. „Wie will man dies den Vereinen erklären, die unmittelbar an der Landesgrenze beheimatet sind“, fragt Zeiser.

"Miserable Stimmungslage" im Kreis Donau-Ries

Von einer „miserablen Stimmungslage“ berichtet Gruppenspielleiter Wolfgang Beck. Seit Monaten bekämen die Vereine „keine schlüssige Auskunft“, was zu sichtlichen Verärgerungen führe. Auch Beck verweist auf Baden-Württemberg. Die Vereine in seinem Bereich hätten alle kein Hygienekonzept vorgelegt. Mittlerweile, so Beck, plädiere er für einen Saisonabbruch in der Kreisklasse wie auch in den A- und B-Klassen.

Die Amateurkicker im Kreis Donau-Ries brauchen Geduld

Dem TSV Rain kommt die Verschiebung gelegen

Für Alex Käs, Trainer des Regionalligisten TSV Rain, kommt die Verschiebung gar nicht so ungelegen. „Wir hatten eine zerfahrene Vorbereitung mit vielen angeschlagenen Spielern. Die Terminverlegung gibt uns mehr Zeit“, freut sich Käs. Da die Ankündigung vom BFV auch schon ein paar Tage her ist, konnte Käs den Trainingsplan dementsprechend anpassen. Die Entscheidung hält der Übungsleiter für „absolut nachvollziehbar“. Mit einer erneuten Verschiebung des Neustartes habe sich Käs noch nicht beschäftigt. „Unser Tag X ist der 19. September, und darauf arbeiten wir mit vollem Fokus hin“, so Käs.

In der A-Klasse Nord fiebern die Kicker der FSG Mündling-Sulzdorf dem Neustart entgegen. Mit 37 Punkten ist das Team aktuell Tabellenführer. „Nur Trainieren macht nicht so viel Spaß wie Spielen“, sagt Spielertrainer Stefan Fischer. Gerade dann, wenn man um die Meisterschaft spiele, wolle man endlich wieder angreifen. Er sei aber froh, so Fischer, „dass wir etwas mehr Zeit haben, um uns besser vorzubereiten auf die Pflichtspiele“. Seit sechs Wochen sei das Team im Training. In dieser Zeit habe man fünf Testspiele absolviert. Derzeit könne er den Leistungsstand nicht beurteilen, weil etliche Spieler nicht zur Verfügung stünden. „Aber wir haben noch sehr viel Luft nach oben“, meint Fischer. Die Verschiebung spiele der FSG deshalb sogar in die Karten.

„Die Jungs noch längere Zeit zu motivieren wird schwierig"

Für den Mündlinger Ligakonkurrenten SV Kaisheim kommt die Verschiebung „wenig überraschend“, wie Trainer Andreas Maier zugibt. Die Mannschaft habe gut trainiert und sich riesig auf das erste Spiel gegen Megesheim gefreut. „Es ist schon ein bisschen ärgerlich, weil ich die Jungs jetzt nochmals zwei Wochen vertrösten muss, und selbst dann weiß man noch nicht, ob es wirklich losgeht“, erklärt der Spielertrainer. Noch könne er seine Jungs zwei Wochen lang motivieren, auch zwei Testspiele sind geplant: „Die Jungs noch längere Zeit zu motivieren wird schwierig, aber uns bleibt nichts anderes übrig als weiterzumachen“, so Maier.

Jens Meckert, Trainer des Kreisklassisten SG Flotzheim/ Fünfstetten, ist von der andauernden Hängepartie genervt. „Hier wird viel kaputtgemacht! Vielleicht sollte man dann einfach mal sagen, heuer geht nix mehr, und wir starten nach Möglichkeit im Frühjahr mit der Restsaison und lassen den Ligapokal weg“, so Meckert.

Sollte wie angekündigt der Ligapokal ohne Zuschauer ausgetragen werden, wird die SG Flotzheim/Fünfstetten laut Meckert teilnehmen. „Dann kriegen die anderen alle Punkte, denn Derbys ohne Zuschauer braucht kein Mensch,“ findet der erfahrene Übungsleiter. Schließlich koste vom Training bis hin zum Schiedsrichter alles Geld, und ohne Einnahmen aufgrund von geschlossener Sportheime werde die Lage für die Vereine immer schwieriger.

Mertingens Trainer wünscht sich Restart - aber nur mit Zuschauern

Auch ein paar Klassen höher ist man auf die Zuschauereinnahmen angewiesen. „Ich wünsche mir einen Restart aber nur mit Zuschauern“, erklärt Bernhard Schuster, Spielertrainer des Bezirksligisten FC Mertingen. Am Mertinger Sportplatz sei es durchaus möglich, ein Spiel vor 200 Zuschauern abzuhalten, ohne dass die Hygiene- und Schutzmaßnahmen missachtet werden. Allerdings sucht der BFV laut Schuster „wohl eine Einheitslösung, die von den unteren Klassen bis in die Regionalliga umsetzbar ist“. In Mertingen bereite man sich eben nun auf das erste Pflichtspiel in zwei Wochen vor. „Diese verlängerten zwei Wochen kann man schon noch steuern“, erklärt Schuster, „danach werde es absolut schwierig, weil man wieder von vorne anfangen muss.“

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