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Inchenhofen

26.08.2020

Auf dem Sieberhof gibt's glückliche Schweine und einen großen Traum

Josef und Monika Sieber kümmern sich liebevoll um ihren Hofladen am Sieberhof in Sainbach nahe Inchenhofen. Hier kann man sich selbst bedienen und auf Vertrauenskasse einkaufen.
Bild: Sabine Roth

Plus Monika und Josef Sieber betreiben ihren Hof mit viel Idealismus. Bei Inchenhofen bauen sie nicht nur Kartoffeln an. Einen Wunsch wollen sie sich noch erfüllen.

Klein, aber fein: So beschreiben die Siebers ihren Hofladen. Auf ihrem idyllischen Hof am Ortsrand von Sainbach nahe Inchenhofen kommen gerade zu Corona-Zeiten viele Radler vorbei. Man merke, dass die Leute alleine sein wollen und sich bei Siebers im Laden wohler fühlen als in einem großen Supermarkt.

"Bei uns bekommen sie unsere selbst angebauten Kartoffeln, Fleisch- und Wurstwaren von unseren Freilandschweinen, aber auch Käse, Nudeln, Eier, Holunder- und Mühlenprodukte, Köstlichkeiten im Glas bis hin zur Seife – alles für den täglichen Gebrauch“, sagt Monika Sieber. Qualität, regionale Herkunft und der pure Geschmack zeichnen der Bäuerin zufolge das Angebot aus.

Seit der Hofladen vor acht Jahren ins Leben gerufen wurde, kümmert sich die 38-Jährige darum. Jeden Freitag gibt es ofenfrisches Brot und Hefezopf vom Bumbaurhof aus Markt Indersdorf. „Der schmeckt wie selbst gemacht“, schwärmt die gelernte Fachlehrerin für Ernährung und Gestaltung.

Einkaufen kann man am Sieberhof auf Vertrauenskasse mit Selbstbedienung. „Das funktioniert ganz gut, die meisten Kunden kennen wir. Die sind ehrlich“, erzählt Sieber. Geöffnet ist täglich außer sonntags von 8 bis 20 Uhr.

Sieberhof in Inchenhofen: Tradition seit 1906

Die Familie steht gerne mit Rat und Tat zur Seite. Dann solle man einfach die „Notfallglocke“ im Hofladen läuten, raten sie. Und wer mal kein Geld dabei haben sollte, der kann wie früher anschreiben lassen und beim nächsten Einkauf bezahlen. Eine Liste liegt im Hofladen aus.

Seit 1906 ist der Bauernhof in den Händen der Familie, idyllisch gelegen auf einem Hügel. Heute leben drei Generationen hier: Monika und Josef Sieber mit ihren drei Söhnen Vitus, Quirin und Pius sowie der 80-jährige Opa Peter Sieber, der noch täglich aus vollen Kräften im Betrieb mithilft.

Tatkräftige Unterstützung erfährt die Familie auch von Monika Siebers Eltern sowie den vielen treuen Mitarbeitern, ohne deren Hilfe das Unternehmen Sieberhof nicht möglich wäre.

Die Schweine können auf dem Sieberhof ihre Instinkte frei ausleben. Sie fühlen sich „pudelwohl“.
Bild: Sabine Roth

Doch ohne die eigenen Schweine, die sich auf der großen Wiese hinter dem Wohlfühlstall austoben dürfen, wäre der Hof nicht das, was er heute ist. „Vor vielen Jahren wünschte sich unsere Uroma ein paar Schweine, um eigenes Fleisch zu haben, so wie es früher mal war. Inzwischen leben hier schon 24 Tiere. Platz wäre für 60“, sagen Monika und Josef Sieber. Die Schweine werden artgerecht und traditionell gehalten, das ist für die Siebers selbstverständlich. So können die Tiere ihre Instinkte ausleben.

Sie dürfen in der Erde wühlen, haben ausreichend frische Luft, können sich im Schlamm suhlen und ihrem Bewegungsdrang nachgehen. Der Zugang zu Stall, Strohbett, frischem Futter und Wasser steht ihnen jederzeit frei. Siebers setzen auf robuste und widerstandsfähige Rassen.

Sieberhof in Inchenhofen: Besuch für die Schweine ist gern gesehen

Neben Getreide aus eigenem Anbau bekommen die Tiere bayerisches Soja. Hin und wieder werden sie sogar mit gedämpften Kartoffeln verwöhnt. Man kann die Freilandschweine auf dem Hof jederzeit besuchen. Die Familie freut sich über einen Anruf, um einen Termin zu vereinbaren.

Auf ihrem letzten Weg werden die Tiere persönlich begleitet. Durch einen kurzen Transportweg wird ihnen unnötiger Stress erspart. Von einem Metzger werden sie dann fachgerecht zerlegt. „Die Portionierung und Verpackung übernehmen wir selbst, so können wir beste Qualität garantieren. Dieser Mehraufwand lohnt sich“, so Josef Sieber.

Die Kartoffeln werden auf den eigenen Feldern angebaut, in der großen Halle sortiert und abgepackt. Vermarktet werden sie über den Hofladen, aber auch über ausgewählte Läden, Metzgereien und Supermärkte (zum Beispiel über das Rewe-Regionalprogramm).

Seit 2018 bieten die Siebers ihren Kunden und Wiederverkäufern auch selbst angebaute Süßkartoffeln an. Sie seien gesund, lecker und werden nachhaltig produziert. Die Verwendung in der Küche ist vielfältig. Deshalb bekommt man im Hofladen Rezepte dazu und kann sofort loskochen. Süßkartoffeln selbst anzubauen, da brauche man ein gewisses Händchen dafür.

Sieberhof in Inchenhofen: Der Traum ist, den Hof zu öffnen

„Wir versuchen, den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln so gering wie möglich zu halten. Deshalb bearbeiten wir das Unkraut ausschließlich mechanisch“, erklärt Monika Sieber. Im Herbst könne mit der Ernte begonnen werden. Die Flächen des Kartoffel- und Süßkartoffelanbaus reichen der Familie Sieber aus, um davon zu leben.

Doch einen Traum haben sie noch: Sie möchten ihren Hof für Kinder und interessierte Erwachsene öffnen. Denn wichtig sei es ihnen, das Verständnis für die Landwirtschaft zu schärfen.

In unsere Serie stellen wir Hofläden im Landkreis vor, nächste Woche den Scheicherhof bei Rehling.

Diese Hofläden in Aichach-Friedberg haben wir bereits vorgestellt:

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