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Handball-EM

12.01.2018

Dem Titelverteidiger wird viel zugetraut

Vor zwei Jahren in Krakau durften die deutschen Handballer jubeln – sie wurden unter Trainer Dagur Sigurdsson (mit Schale) durch das 24:17 gegen Spanien Europameister. Nun geht das Team mit Trainer Christian Prokop als aussichtsreicher Titelverteidiger in die EM in Kroatien.
Bild: Jens Wolf/dpa

Heute startet die Europameisterschaft in Kroatien. Was die Abteilungsleiter vom deutschen Team erwarten und was sie geplant haben. In einem Punkt herrscht schon Zufriedenheit.

Knapp zwei Jahre ist es her, dass sich die deutsche Handball–Nationalmannschaft in Krakau ihren zweiten Europameisterschaftstitel holte. Am 31. Januar 2016 besiegte Deutschland die favorisierten Spanier eindrucksvoll mit 24:17 und durfte dann ausgiebig feiern. Nun steht bei der Europameisterschaft in Kroatien, die am heutigen Freitag beginnt, die Mission „Titelverteidigung“ an. Dabei haben es die Mannen von Bundestrainer Christian Prokop in der Gruppenphase gleich mit drei Balkanstaaten – Montenegro, Slowenien und Mazedonien – zu tun. Trotz der nicht einfachen Gruppe rechnen die Abteilungsleiter der Handballteams aus dem Landkreis damit, dass die Deutschen weit kommen werden: Mindestens das Halbfinale wird dem Team zugetraut.

Sehr optimistisch ist Alexander Graf, der Abteilungsleiter des SV Mering. „Die Chancen der Deutschen stehen gut, wir haben eine schlagkräftige Truppe – das hat man in den Tests gegen Island gesehen.“ Der Meringer hält Bundestrainer Christian Prokop für einen sehr kompetenten Mann, der mehr auf die mannschaftliche Geschlossenheit und weniger auf die individuelle Stärke er Einzelnen setzt – im Unterschied zu seinem Vorgänger Dagur Sigurdsson. „Wenn er es hinbekommt, dass das Team zusammenhält, dann darf man Großes erwarten – ich denke, dass man Deutschland im Finale sehen kann“, so Graf. Im Überstehen der Gruppenphase sieht der Meringer kein Problem und als härteste Konkurrenten schätzt Graf Frankreich, Tschechien und mit Abstrichen Spanien und Kroatien ein. Was ihn besonders freut, ist die Tatsache, dass die Spiele wieder im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu verfolgen sind. „Das tut dem Handball gut, schließlich ist der DHB nach dem DFB der zweitgrößte deutsche Sportverband. und es war ja ein No-Go, dass die WM letztes Jahr nicht zu sehen war“, so Graf. Er selbst will die Spiele nach Möglichkeit verfolgen, zudem ist auch geplant, mit der Mannschaft das ein oder andere Spiel im Vereinsheim zu verfolgen – „vereinsintern“, wie Graf betonte.

Auch Robert Salopek, der Abteilungsleiter beim Bayernligisten TSV Friedberg, blickt der Europameisterschaft optimistisch entgegen – auch wenn er die Gruppe als „nicht ganz einfach“ bezeichnet. „Meines Erachtens ist das eine schwierige Gruppe – wir haben drei Balkanstaaten zum Gegner und ich denke, dass es da in der Halle stimmungsmäßig schon sehr gegen uns gehen wird. Das wird emotional und spannend“, meinte der Friedberger. Dafür ist sich Salopek sicher, dass Deutschland – sollte es gut durch die Gruppenphase kommen – noch einen weiten Weg gehen dürfte. „Wenn das gelingt, dann ist das Halbfinale drin, auch wenn auf europäischer Ebene die Leistungsdichte sehr groß ist und es viele gute Mannschaften gibt. Dann hängt auch vieles von der Tagesform ab“, meinte der Friedberger Funktionär. Der schätzt als härteste Kontrahenten die gastgebenden Kroaten sowie Schweden, Frankreich und Spanien ein. Island habe man seiner Meinung nach im Griff, „die liegen uns“, wie er sagte. Zum Bundestrainer Christian Prokop und dessen Kaderzusammenstellung wollte sich der TSV-Abteilungsleiter nicht groß äußern. „Prokop wird wissen, welche Spieler er braucht“, so Salopek. Nur eines findet er schade: Dass es der Ex-Friedberger Niko Link nicht in den Kader geschafft hat. Dass das Fernsehen wieder in die Berichterstattung einsteigt, findet Robert Salopek richtig. „Es war ja beschämend, dass von der WM nichts zu sehen war. Es ist klasse, dass die Spiele wieder übertragen werden“, meinte er. Der TSV Friedberg will auch im „Vitalis“ ein Public Viewing ermöglichen – das hängt aber von den Tagen und den Anwurfzeiten ab. Der Auftakt am Samstag um 17.15 Uhr gegen Montenegro sei eher ungünstig, da „viele unserer Mannschaften da selber im Einsatz sind.“

Als „gut für den Handball“ bezeichnet auch Karl-Heinz Steiner, der Abteilungsleiter des Kissinger SC, die Tatsache, dass ARD und ZDF die Spiele wieder ins programm aufgenommen haben. „Das ist für den Handball enorm wichtig und es wäre auch gut, wenn nicht nur die Spiele der Deutschen gezeigt würden – wenigstens ab dem Viertelfinale, meinetwegen auch auf One oder Neo“, so der Kissinger. Der erwartet das deutsche Team „in jedem Fall“ im Halbfinale, auch wenn die Gruppenphase sicher nicht ganz einfach werden dürfte. „Die Ausgeglichenheit in der Gruppe kann auch ein Vorteil sein, wenn jeder jeden schlagen kann“, sagte Steiner. Der Kissinger hat die „üblichen Verdächtigen“ auf der Liste seiner Favoriten. „Ich rechne mit den Schweden, mit Frankreich, bei denen die Karabatic-Brüder wohl wieder auflaufen werden, mit Kroatien und Spanien. Letztlich wird die Tagesform entscheiden“, ist er sich sicher. Etwas verwundert ist Steiner von der Zusammenstellung des Kaders. „Es hat mich schon überrascht, dass ein Mann wie Finn Lemke, der bei der letzten EM ein Turm in der Abwehr war, nicht nominiert wurde. Das war einer der besten Abwehrspieler“, erläutert Steiner. Dass es der ehemalige Friedberger Akteure Niko Link nicht in den Kader geschafft hat, überraschte ihn weniger. „Auf dessen Position haben wir einfach zu viele gute Leute“, meinte der KSC-Handballboss. Er selbst wird die Spiele in jedem Fall verfolgen, beim KSC denkt man auch über ein Public Viewing in der Vereinsgaststätte Kiss’n’Chill nach. Doch da müssten noch Details mit dem neuen Pächter geklärt werden.

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