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Tradition/ Serie (1)

23.08.2018

Eurasburger Wappen weist auf kaiserliche Posthalterei hin

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Bürgermeister Paul Reithmeir weist im Gemeindegarten auf einen Stein mit dem Eurasburger Wappen hin. Fotos: Christine Hornischer

Schon Mozart war zu Besuch in der Gemeinde, die an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt lag

Bürgermeister Paul Reithmeir weiß ganz genau um die Bedeutung des Eurasburger Wappens: „Unser Wappen ist durch einen Zinnenschnitt in Blau und Silber geteilt. Im oberen Teil befindet sich ein goldenes Posthorn, unten kreuzt eine rote Axt einen roten Schlüssel. Das Posthorn im oberen Teil weist darauf hin, dass Eurasburg eine kaiserliche Posthalterei war.“ Als diese nämlich im Jahre 1760 errichtet wurde, wurde Eurasburg über die bayerischen Grenzen hinaus bekannt.

Das Heimatbuch verrät noch mehr: Der Ort war an der wichtigen Poststraße München – Dachau – Augsburg gelegen. So beehrten unter anderem Wolfgang Amadeus Mozart, Papst Pius VI. sowie Max Joseph I., König von Bayern, die Posthalterei in Eurasburg. Die Axt, die den Schlüssel kreuzt, weist darauf hin, dass in Eurasburg die Waldwirtschaft florierte, erklärt das Gemeindeoberhaupt weiter. Der rote Schlüssel wurde dem Wappen des Klosters Wessobrunn entnommen. Dieses hat nämlich die Eurasburger Kirche auf dem Kirchberg (Burgstall) gestiftet. Sie entstand Ende des 13. Jahrhunderts.

In den früheren Jahrhunderten soll an der Stelle eine Burg, auf die ja auch der Name Eurasburg hinweist, gestanden haben. Der Diplom-Archivar (FH) des Landratsamtes Aichach-Friedberg, Helmut Rischert, vermutete einen Untergang der Burg im Jahr 1269 während der Auseinandersetzung zwischen Herzog Ludwig, dem Bistum und der Stadt Augsburg um die Stadtvogtei.

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Allerdings berichtet eine Sage von einem Raubritter Hans von Eurasburg. Der Ritter soll dem Grafen Ulrich von Moerungen (dem heutigen Mering) einen Mord untergeschoben haben. Bei seiner Hinrichtung im nahen Friedberg sagte der Graf voraus, dass aus seinem unschuldig vergossenen Blut eine Föhre (Kiefer) wachsen werde. Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wuchs tatsächlich eine große Kiefer aus dem Köpfhäusl, einem Wehrturm unterhalb des Friedberger Schlosses.

Die Geschichte vom Köpfhäusl und der Blutföhre ist eine gruselige Legende. Mittelalterliche Ritter, eine Liebesgeschichte und ein zu Unrecht Hingerichteter sind die Zutaten. Monika Pfundmeier aus Affing schrieb einen Roman darüber und verlegte ihn selbst. Auch der Meringer Heimatforscher Martin Schallermeir hatte für die Volksbühne dazu ein Stück geschrieben.

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